Trigeminusneuralgie – Ursachen

Als Ursachen diskutiert werden Gefäß-Alterungsprozesse. Die Blutgefäße schlängeln sich vermehrt und drücken dadurch auf den Trigeminusnerv direkt an dessen Austritt aus dem Hirnstamm. Der Nerv wird im Pulstakt komprimiert. Durch diesen Druck kommt es schließlich zu einer Störung der Nervenscheide mit daraus resultierenden Fehlkontakten (Ephapsen), die wie bei einem Kurzschluss ein Überspringen z.B von Berührungsreizen auf Schmerznerven möglich machen.

Trigeminusneuralgie – Symptome

Es kommt zu sehr heftigen, blitzartig einschießenden, elektrisierenden Schmerzen im Gesicht. Der Schmerz tritt überwiegend einseitig und im Bereich des Oberkiefer (Wangen) – bzw. Unterkieferastes (Kinn) auf. In 10 % der Fälle ist der Stirnast betroffen oder es werden beidseitige Schmerzen beklagt. Durch Reizung bestimmter Haut- oder Schleimhautbereiche (Triggerzonen) im Gesicht – das können alltägliche, minimale Berührungen sein – oder durch Betätigung der Kaumuskulatur, aber auch einfach durch Sprechen, werden die Schmerzattacken ausgelöst. Manchmal kann es auch zu einem Zusammenzucken der Gesichtsmuskulatur kommen (Schmerzhafte Zuckung= „Tic douloureux“). Die Schmerzattacken können sich bis 100 mal am Tag alle paar Minuten wiederholen. Im Intervall zwischen den Attacken ist der Betroffene beschwerdefrei. Selten entwickelt sich im Verlauf auch ein Dauerschmerz. Häufiger sind Patienten im mittleren und höheren Lebensalter betroffen, mit einem Geschlechterverhältnis von etwa 3:2 von Frauen zu Männern.

Trigeminusneuralgie – Diagnose und Differenzialdiagnose

Die Diagnose Trigeminusneuralgie wird aufgrund der typischen Symptome nach Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt. Abgegrenzt werden muss die so genannte symptomatische Trigeminusneuralgie, bei der eine andere Erkrankung Auslöser des Nervenschmerzes ist. Typischerweise besteht bei diesen Formen eher ein Dauerschmerz und es kommt auch zu Schädigungen des Nervs mit Gefühlsstörungen und Störungen bestimmter Reflexe. Die seltenen Ursachen einer symptomatischen Trigeminusneuralgie können sein: Prozesse im Bereich der Zähne und des Kiefers, entzündliche Hirn- bzw. Gefäßerkrankungen, gutartige Hirntumoren, eine bösartige Tumoraussaat der Hirnhaut, Fehlbildungen des Gehirns, Gefäßfehlbildungen (Aneurysmen) bzw. Erkrankungen der Knochen der Schädelbasis. Von der Trigeminusneuralgie abzugrenzen sind auch eine Vielzahl anderer Gesichts-, Kiefer- und Kopfschmerzen.

Entsprechend ist eine umfangreiche Ausschlussdiagnostik erforderlich. Wichtige Untersuchungen sind dabei die Magnetresonanztomographie, die zahnärztliche und neurologische Untersuchung sowie Laboruntersuchungen des Blutes und manchmal der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor).

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