Trigeminusneuralgie – Die Operation (Teil 1)

Vorbereitung zur Operation: Der Patient kann bis zum Vorabend essen und trinken. Meist wird im OP-Saal hinter dem Ohr eine kleinere Rasur (ca. 2 x 4 cm) erforderlich sein.

Narkose: Die Operation wird in Allgemeinanästhesie (Narkose) durchgeführt.

 

Das OP-Team: Von neurochirurgischer Seite sind der Operateur und ein Assistent an der OP beteiligt. Der Anästhesist überwacht die Narkose. Unterstützung erhalten die Ärzte durch erfahrene OP- bzw. Anästhesie-Schwestern.

Dauer der Operation: Der Eingriff dauert ca. 1 – 1,5 Stunden. Nach der Operation wird angestrebt, dass der Patient schnell wieder wach wird. Meist erfolgt eine intensivmedizinische Überwachung für eine Nacht, um mögliche Komplikationen schnell erkennen und beheben zu können.

Trigeminusneuralgie – Die Operation (Teil 2)

Die Operation im Detail: Die Operation erfolgt entweder in sitzender oder in seitlich, liegender Position (Parkbanklagerung). Die meisten operativen Schritte werden unter dem OP-Mikroskop ausgeführt. Der Kopf wird für den Eingriff fest eingespannt, eine kleine Rasur hinter dem Ohr der betroffenen Seite ist meist ausreichend. Der Hautschnitt von ca. 5 – 6 cm Länge erfolgt in der Region hinter dem Ohr, ca. 4 cm hinter dem äußeren Gehörgang. Zunächst wird die Nackenmuskulatur vom Schädelknochen etwas abgeschoben, um für den OP-Zugang Platz zu haben. Es folgt die Setzung eines oder mehrerer Bohrlöcher, die miteinander verbunden werden, so dass ein Knochendeckel entsteht, der zum Ende der Operation wieder eingesetzt wird (osteoplastische Trepanation). Manche Kliniken verzichten aufgrund der Kleinheit des Zuganges und der dicken Muskelschicht in diesem Bereich auf die Wiedereinsetzung des Knochendeckels.

Danach wird die Hirnhaut eröffnet und das darunter befindliche Kleinhirn mit einem sog. Hirnspatel etwas weggehalten. Unter dem OP-Mikroskop kann der Operateur nunmehr vorsichtig in den Spalt zwischen Kleinhirn und dem sogenannten Felsenbein, in dem sich das Innenohr und das Gleichgewichtsorgan befinden, vorgehen. Hirngewebe wird hierbei nicht beschädigt. Der Nervus Trigeminus verläuft in etwa 5 – 6 cm Tiefe durch das OP-Feld. Der Operateur kann den Ort des Nervenaustritts aus dem Hirnstamm einsehen. In der Regel muss eine kleine Vene verschlossen und durchtrennt werden, damit genügend Handlungsfreiheit in der Tiefe besteht. Ansonsten werden sämtliche Blutgefäße und Nerven geschont. Der Operateur erkennt unter dem Mikroskop, ob am Nerven arterielle oder venöse Blutgefäße anliegen und zu einer pulsierenden Kompression bzw. Impression führen. Gelegentlich sind auch Verwachsungen der sogenannten Spinnengewebshaut die Ursache für die Beschwerden. Sämtliche, den Trigeminusnerven komprimierende Strukturen werden nun sehr vorsichtig vom Nerven abgelöst. Zwischen Nerv und Gefäß wird entweder ein nicht resorbierbares Material (Teflon-Filz) bzw. ein kleines Stückchen Muskel aus der Nackenmuskulatur (3 – 5 mm durchmessend) eingelegt. Abschließend wird der Hirnspatel entfernt, der Liquorraum mit Kochsalzlösung aufgefüllt und die harte Hirnhaut (Dura) vernäht bzw. zusätzlich durch künstliche Dura verschlossen. Es folgt die Wiedereinfügung des kleinen Knochendeckels, danach wird die Muskulatur vernäht und die Haut verschlossen.

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