Vulvakarzinom / Vaginalkarzinom / Scheidenkrebs – Therapie und Behandlung


Grund und Ziel der Operation:
 Ziel der Operation ist die radikale Entfernung des Vulvakarzinoms. In seltenen Fällen kann auch eine alleinige Strahlentherapie eingesetzt werden, üblicherweise werden Strahlen- und Chemotherapie gezielt vor und nach der Operation eingesetzt, um die Heilungschancen der Chirurgie zu erhöhen. Selbst im fortgeschrittenen und metastasierten Stadium ist die Entfernung des Primärtumors sinnvoll, um Probleme durch ungebremstes Tumorwachstum zu verhindern. Die meisten Vulvakarzinome sind operabel – eine Heilung ist bei der Mehrzahl der Betroffenen zu erreichen.

Vor- und Nachteile der Operation: Die Vorteile liegen in der Heilungschance bei ansonsten tödlich verlaufender Krebserkrankung. Die Nachteile liegen in einer großen Operation mit zahlreichen und potentiell sogar lebensbedrohlichen Komplikationen. Die häufigste, schwerwiegende Komplikation ist die Wundheilungsstörungen. Aufgrund der funktionellen Beweglichkeit im Bereich des äußeren Genitales ist die Wundheilung oft verzögert. Durch viel Geduld, spezielle Verbände, Wundspülungen und Medikamente kann der Heilungsprozess gefördert werden. Ein weiterer Nachteil der Lymphknotenoperation ist die Störung des Lymphabfluß aus den Beinen. Dies kann zu Lymphödemen (‚Wasser in den Beinen‘) führen.

Alternativen zu dieser Operation: In sehr fortgeschrittenen Fällen kann eine Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie oder einzeln die Behandlung der Wahl sein.

Heilungschancen: Je nach Ausdehnung des Karzinoms sind Heilungsraten bis über 97% durch eine vollständige Behandlung möglich. Die Ausdehnung wird bestimmt durch die Größe, Eindringtiefe, Lymphknotenbefall und auch Abstand zum gesunden Gewebe in der Operation (Resektionsrand).  Selbst wenn schon die ersten Metastasen in den Lymphknoten auftreten, kann durch sorgfältige Ausräumung in der großen Mehrzahl der Krebs erfolgreich besiegt werden. Flankiert wird die Operation von Chemo- und Radiotherapie. Falls der Tumor wieder auftritt, tut er das in den meisten Fällen innerhalb von 2-3 Jahren. Um ein Wiederauftreten (sog. Rezidiv) so früh wie möglich zu erkennen, findet in den ersten Jahren nach der Behandlung eine engmaschige (3-monatige) Nachkontrolle beim Haus- oder Frauenarzt statt. Falls sich hierbei der Verdacht auf ein Wiederauftreten des Karzinoms ergibt, kann der Befund in vielen Fällen erneut operativ entfernt werden. Sind erstmals Fernmetastasen aufgetreten, handelt es sich um eine lebensbegrenzende Erkrankung.

Entscheidung für die Operation: Bei Vorliegen eines Vulvakarzinoms ist die Operation in den meisten Fällen angezeigt, sofern es Alter und Allgemeinzustand zulassen.

Nach Diagnosestellung eines Vulvakarzinoms sollte die spezielle Abklärung in einem Gynäkologischen Krebszentrum erfolgen. Hier wird geprüft, ob der Tumor lokal begrenzt ist oder schon gestreut hat. In einer Tumorkonferenz, an der die Spezialisten von unterschiedlichen Fachrichtungen teilnehmen, wird ein Therapiekonzept erstellt, das neben der Operation ggf. auch die Chemotherapie und Strahlenbehandlung einschließt. Von diesem Fachgremium wird auch die Reihenfolge der Therapie festgelegt, wobei man sich an die international gültigen wissenschaftlichen Leitlinien hält. In der Regel werden Tumoren, die örtlich begrenzt sind, primär operiert, in anderen Fällen wird zunächst eine mehrwöchige Strahlen- und ggf. Chemotherapie vorausgeschickt.

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