Darmkrebs: Rektumkarzinom – Arztwahl, Voruntersuchungen und Tipps vor der Operation

Wahl des richtigen Operateurs: Nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft liegt die Mindestmenge an Rektumkarzinomen pro Institution bzw. zertifiziertem Zentrum bei 20 und pro Operateur bei >10 pro Jahr. Gute Operateure können einen deutlich umfangreichen OP-Katalog vorweisen. Im Aufklärungsgespräch sollte der Chirurg die modernen Konzepte der radikalen Tumorchirurgie bei gleichzeitigem Erhalt des Afters beschreiben können. Zudem sollte er über die Langzeitkonsequenzen und die Nachbetreuung berichten und die Operationszahlen im Klinikum offenlegen. Ein guter Operateur verfügt über eine Intensivstation, eine Stoma-Fachschwester und über ein Netzwerk von Spezialisten aus anderen Fachrichtungen. Der moderne Rektum-Chirurg kann die Krebsoperationen auch laparoskopisch (minimal invasiv oder Schlüssellochtechnik oder Bauchspiegelung) durchführen. Er sollte genaue Angaben dazu machen können und folgende Fragen beantworten können:

Arbeitet der behandelnde Arzt in einem Darmzentrum, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde? Wie viele Patienten mit Enddarmkrebs werden jährlich behandelt? Werden die Konzepte in einer Tumorkonferenz gemeinsam festgelegt? Wo erfolgt die Begleitbehandlung? Stehen Computertomographie (CT) und Kernspin (MR) zur Verfügung? Gibt es ein Schmerzbehandlungs-Konzept?

Der operierende Arzt muss Viszeralchirurg sein.

Tests und Voruntersuchungen / Informationen für den behandelnden Arzt: Der Arzt sollte über die Vorgeschichte bezüglich Voroperationen und Begleit- und Nebenerkrankungen informiert werden, insbesondere auch, ob Blutgerinnungsstörungen vorhanden sind. Die gesundheitliche Vorbelastung des Patienten muss bekannt und ggf. für die Operation optimiert werden. Er sollte mögliche Blasenentleerungs- und Potenzstörungen abfragen.

Es sind die Patienten-bezogenen Standarduntersuchungen vor einer großen Operation notwendig: Routinelaborwerte, EKG, körperliche Untersuchung.  Die Blutgruppe muss bestimmt werden, und zwei Blutkonserven werden in der Regel für Notfallsituationen gekreuzt. Die  Tumor-bezogenen Untersuchungen umfassen CT, MR, chirurgisch-proktologische Abklärung inkl. Endosonographie, Koloskopie, Schließmuskelmessung (Manometrie) und die speziellen Tumormarker im Blut CEA und CA-19-9. Weitere Diagnostik wird bei besonderen Fragestellungen angefordert.

Bei Krebspatienten ist die Eigenblutspende nicht angezeigt. Bei Rektumresektionen ist heutzutage in der Regel kein relevanter Blutverlust zu erwarten.

Einzureichende Unterlagen: Aufklärung mit Operationseinwilligung, Einwilligung zur Narkose, alte Befunde

Einnahme von Medikamenten: Alle Medikamente können bis zur stationären Aufnahme eingenommen werden, mit der Ausnahme gerinnungshemmender Mittel. So muss zum Beispiel ASS 5 Tage vor der Operation abgesetzt werden. Blutverdünner wie Marcumar müssen gegen Heparinspritzen eine Woche vorher ausgetauscht werden. Dies organisiert in der Regel der Hausarzt. Die metforminhaltigen antidiabetischen Medikamente sollten 2 Tage vor Aufnahme abgesetzt werden.

Darmkrebs: Rektumkarzinom – Hinweise vor der Operation

Hinweis vor stationärer Operation: In der Regel wird der Patient mit einem Rektumkarzinom wie auch andere Patienten mit größeren Operationen einen Tag vor der Operation stationär aufgenommen. Dies ist wichtig, damit der Patient das Krankenhaus und die behandelnden Ärzte kennenlernt, und umgekehrt die behandelnden Ärzte die Möglichkeit erhalten, vor der Operation eingehend mit dem Patienten zu sprechen, um diesen auch persönlich kennenzulernen. Der Patient sollte seinen Operateur kennen! Am Vortag werden die noch fehlenden Untersuchungen durchgeführt. Speziell wird eine Darmspülung eingeleitet, um den Darm für den Folgetag komplett sauber zu haben. Die Stoma-Fachschwester informiert den Patienten über die Möglichkeit und die Auswirkungen eines künstlichen Darmausgangs (Stoma).

Die Angehörigen sind einzubinden – wie bei anderen großen Operationen auch – und sollten die Möglichkeit bekommen, mit dem Arzt zu sprechen. Der Patient muss mit seinen Angehörigen über Ausmaß, Komplexität und Folgen aufgeklärt sein. Die Besprechung mit der Stoma-Fachschwester ist obligat.

Es sollte eine Anschlussbehandlung (Rehabilitation) mit dem Sozialdienst ins Auge gefasst werden. Über die spezifische Tumornachsorge wird erst nach Erhalt der pathologischen Untersuchung und Wiedervorstellung des Falles in der Tumorkonferenz gesprochen. Hier wird auch die Weiterbehandlung festgelegt. Wenn die Anlage eines künstlichen Darmausganges geplant ist, muss die Stoma-Fachschwester vor der Operation die optimale Position an der Bauchdecke anzeichnen.

Zudem sollte die Stoma-Schwester schon vor der Operation über die Probleme und das Management eines Stomas aufklären. Die lückenlose Nachbetreuung nach der Operation im Krankenhaus und im ambulanten Sektor muss gewährleistet sein.

Angstpatienten: Es handelt sich um eine große Operation, aber die Angst wird meist von der Krebs-Angst verdrängt. Angst ist prinzipiell eine völlig natürliche Reaktion, die eingestanden werden sollte.  Eine einfühlsame offenlegende Aufklärung durch Schwestern und Ärzte und der enge Zusammenhalt mit Partnern und Familie sind der Schlüssel zum Erfolg. Große Kliniken verfügen über einen Psychoonkologen, der eine psychologische Betreuung gewährleisten kann. Der Patient sollte danach fragen.

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