Ileozökalresektion – Die Operation (Teil 1)

Vorbereitung zur Operation: Der Patient darf bis zum Vorabend normal essen und trinken. Am Operationstag bleibt er nüchtern. Nach Absprache mit dem Anästhesisten ist oft das Trinken von klaren Flüssigkeiten bis 2 Stunden vor der Operation noch erlaubt. Am Morgen der Operation duscht sich der Patient, und er erhält ein OP-Hemd. Schmuck und Uhren müssen abgelegt werden, evtl. vorhandener Nagellack muss entfernt werden.

Nachdem der Patient in den Operationstrakt gebracht wurde, werden verschiedene Überwachungsinstrumente angebracht, in der Regel eine Blutdruckmanschette, ein Pulsoxymeter-Fingerclip (zur Überwachung der Sauerstoffsättigung im Blut) sowie EKG-Elektroden. Es wird eine Infusionsnadel gelegt, über die nach Abschluss der Vorbereitungen die Narkose eingeleitet wird.

Narkose: Nach Abschluss aller Vorbereitungen wird die Narkose eingeleitet, die Operation findet unmittelbar im Anschluss statt. In der Regel wird der Eingriff in Vollnarkose durchgeführt. Die Narkose dauert etwas länger als die Operation.

Das OP-Team: In der Regel sind folgende Personen anwesend … Operateur, Assistent, instrumentierende OP-Schwester/-Pfleger (diese Personen sind unmittelbar an der Operation beteiligt), eine weitere OP-Pflegeperson (sogenannter „Springer“, reicht bei Bedarf Materialien an), ein Anästhesist und eine Anästhesie-Pflegekraft.

Dauer der Operation: Der Eingriff dauert, je nach Umfang und Schwierigkeit des Eingriffs, etwa 1-2 Stunden. Bei Besonderheiten, wie z.B. starken Verwachsungen oder ausgedehnter Entzündung, kann der Eingriff aber auch länger dauern.

Ileozökalresektion – Die Operation (Teil 2)

Die Operation: Der Patient wird nach Narkoseeinleitung sorgfältig auf dem Rücken gelagert. Die Bauchhaut wird rasiert. Anschließend wird die Haut desinfiziert und mit sterilen (keimfreien) Tüchern abgedeckt. Die Operation kann offen oder laparoskopisch („Schlüssellochtechnik“) durchgeführt werden.

1) Offene Operation: Dabei wird zunächst ein Bauchschnitt in der Mittellinie, in der Regel unterhalb des Nabel durchgeführt. Eventuelle Verwachsungen im Bauchraum werden gelöst, und es wird eine sorgfältige Untersuchung des gesamten Darmes durchgeführt. Dabei werden entzündete Bereiche, mögliche Eiterherde, Fisteln sowie Engstellen identifiziert. Der zu entfernende Bereich von Dünndarm (Ileum) und Dickdarm (Zökum) wird festgelegt und mit Gummizügeln markiert. Der Übergangsbereich von Dünn- auf Dickdarm (Ileozökalregion) wird beweglich gemacht, indem die Verklebungen des rechtsseitigen Dickdarms mit der Bauchwand und dem Bauchfell gelöst werden. Dabei werden der rechte Harnleiter und der Zwölffingerdarm geschont, die nah unter dem Dickdarm verlaufen. Der zu entfernende Darmanteil wird schrittweise von seinem Aufhängeband (dem „Mesenterium“) abgelöst, in dem die Blutgefäße verlaufen. Die Blutgefäße werden mit Unterbindungen oder Nähten verschlossen. Nach Durchtrennung des Mesenteriums werden Dünn- und Dickdarm an den markierten Stellen durchtrennt und der erkrankte Darmanteil entnommen (letztes Stück Dünndarm und Beginn des Dickdarms: Ileozökalregion). Das Präparat wird abseits des Operationstisches aufgeschnitten und auf mögliche Besonderheiten untersucht (Tumore, Fisteln, Engen u.a.). Anschließend werden die beiden Darmenden wieder angeschlossen, mittels einer „Anastomose“. Dabei werden Dünn- und Dickdarm meist seitlich eröffnet und aneinander genäht (Seit-zu-Seit-Anastomose). Dies kann von Hand oder mit einem speziellen Klammernahtapparat erfolgen. Anschließend wird auch das Mesenterium vernäht. Nach ausgiebiger Spülung der Bauchhöhle und Ausschluss einer Blutung wird der Bauch mit einer Naht der Bauchdecke verschlossen. Die Haut wird mit einer Naht verschlossen. Ein steriler Pflasterverband wird auf die Wunde aufgebracht.

2) Laparoskopische Operation: Statt eines größeren Bauchschnittes werden 3 kleine Schnitte angebracht (einer am Nabel). In alle Öffnungen werden Hülsen, sogenannte Trokare eingeführt. Über den Nabeltrokar wird das Laparoskop (eine Kamera) eingebracht, nachdem die Bauchhöhle mit Luft gefüllt wurde. Über die beiden anderen Trokare können Arbeitsgeräte eingeführt werden (Zangen, Klemmen, elektrisches Messer, u.v.m.). Die Operationsschritte sind im Prinzip wie bei der offenen Operation. Die Ileozökalregion wird beweglich gemacht. Anschließend wird der Schnitt am Nabel etwas erweitert, eine Schutzfolie eingelegt, und der nun bewegliche erkrankte Darm über den Schnitt vor die Bauchdecke gezogen. Vor der Bauchdecke erfolgen dann die oben beschriebene Darmteilentfernung und die Anastomose. Anschließend lässt man den Darm wieder in die Bauchhöhle gleiten. Zum Abschluss werden die kleinen Öffnungen der Bauchdecke mit Nähten verschlossen, die Haut vernäht und sterile Pflaster aufgebracht.

3) Single Incision Laparoscopic Surgery (SILS): Hier handelt es sich um eine Weiterentwicklung der laparoskopischen Technik. Dabei wird nur noch ein Trokar am Nabel eingeführt. Der resultierende Schnitt im Bereich des Nabels ist dabei etwa 4 cm lang. Der Spezialtrokar enthält drei Arbeitskanäle (für Kamera sowie zwei Arbeitsinstrumente). Der Ablauf der Operation ist ansonsten wie bei der laparoskopischen Operation. Der beweglich gemachte Darm wird auch bei diesem Verfahren über den Nabelschnitt vor die Bauchdecke gebracht, wo dann die Darmteilentfernung stattfindet.

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