Harnröhrenverengung und Harnröhre – Fakten zur Operation

Definition Krankheitsbild: Eine Harnröhrenstriktur ist ein narbiger Umbau der Harnröhre und des umgebenden Gewebes, der zu einer Verengung der Harnröhre mit Folgen für die Blasenentleerung führt.

Die Harnröhre wird dabei nach ihrem anatomischen Verlauf in unterschiedliche Abschnitte eingeteilt. Direkt unterhalb der Harnblase liegt die prostatische Harnröhre, die von der Prostata ummantelt wird. Die membranöse Harnröhre umfasst den innerhalb des Harnröhrenschließmuskels gelegenen Teil der Harnröhre. Der unmittelbar folgende Teil, der am Beckenboden mit Muskeln fixiert ist, heißt bulbäre Harnröhre, und der im freien Teil des Penis gelegene Anteil wird penile Harnröhre genannt. Die bulbäre und penile Harnröhre wird unmittelbar von einem schwammartigen Schwellkörpergewebe (corpus spongiosum) umgeben. Dieses Schwellkörpergewebe kann in den narbigen Prozess einer Harnröhrenstriktur in unterschiedlichem Ausmaß miteinbezogen werden.

 

Operationsname: Zum Krankheitsbild der Harnröhrenstriktur gibt es drei unterschiedliche Operationsmethoden.

  • Urethrotomia interna nach Sachse (Synonym Sachse-Urethrotomie)
  • Harnröhrenstrikturresektion mit End-zu-End-Anastomose
  • Harnröhrenrekonstruktion mit dorsaler Onlay-Plastik

Häufigkeit von Harnröhrenstrikturen: Die Häufigkeit von Harnröhrenstrikturen nimmt mit dem Alter zu. Über die Zahl der Betroffenen gibt es nur Schätzungen, die davon ausgehen, dass 0,6 % der Männer davon betroffen sind.

Facharzt dieser Operationen: Facharzt für Urologie

Herkunft und Entwicklung: Die Harnröhrenstriktur ist eine Erkrankung, die seit sehr langer Zeit bekannt ist. Bereits seit der ägyptischen Pharaonenzeit wurde diese Erkrankung mit Kathetern und anderweitigen Instrumenten zur Aufdehnung behandelt. Somit war die Harnröhrenenge über mehrere Jahrtausende eine Erkrankung, die wegen ihrer Spätfolgen, die wir heute praktisch nicht mehr kennen, zu erheblichem Leid und häufig zum Tode geführt hat.

Nach einigen erfolglosen Versuchen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Engen nicht aufzudehnen, sondern aufzuschneiden, wurde die Sachse-Urethrotomie von ihrem Namensgeber, dem Nürnberger Urologen Hans Sachse erst im Jahr 1971 in die Klinik eingeführt. Das damals mit der Firma Karl Storz entwickelte Instrument – das Sachse- Urethrotom – wird noch heute in mehr oder weniger unveränderter Form genutzt.

Die erste Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose erfolgte 1883 durch Huesner. Wegen technischer Probleme und Probleme bei der Indikationsstellung wurden die heute beschriebenen exzellenten Operationsergebnisse aber erst seit den späten 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erreicht.

Die offene Harnröhrenchirurgie wurde mit einer Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose 1883 durch Huesner eingeführt. Die Onlayplastik wird seit 1963 angewendet. Die Modifikation zur dorsalen Onlayplastik stammt aus den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts (durch Barbagli).

Stationär / Ambulant: Die Sachse-Urethrotomie wird in der Regel in Allgemeinanästhesie durchgeführt. Ein stationärer Aufenthalt hat dabei Vorteile, ist dafür aber nicht zwingend nötig. Die Operationen Harnröhrenrekonstruktion mit dorsaler Onlay-Plastik und Harnröhrenstrikturresektion mit End-zu-End-Anastomose werden in Allgemeinanästhesie – im Rahmen eines stationären Aufenthaltes – durchgeführt.

Kosten der Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse:

  • Urethrotomia interna nach Sachse (Synonym Sachse-Urethrotomie): für Privatpatienten 4.900 Euro / für Allgemeinpatienten 2.200 Euro
  • Harnröhrenstrikturresektion mit End-zu-End-Anastomose: für Privatpatienten 10.100 Euro / für Allgemeinpatienten 5.600 Euro
  • Harnröhrenrekonstruktion mit dorsaler Onlay-Plastik: für Privatpatienten 10.100 Euro / Allgemeinpatienten 5.600 Euro

In jedem Fall ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse gewährleistet.

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