Laparoskopische Entfernung von Eierstockzysten bzw. Ovarialzysten – Die Operation (Teil 1)


Vorbereitung zur Operation:
 Eine Säuberung des Bauchnabels und ggf. eine Rasur des Unterbauches zwischen Nabel und Schamhügel kann nötig werden. Die Patientin muss 6-8h vor dem Eingriff weder gegessen, noch getrunken oder geraucht haben. Eine spezielle Darmvorbereitung ist nicht notwendig.

Narkose: Bei einer gynäkologischen Laparoskopie ist immer eine Vollnarkose erforderlich. Ein Narkosemittel wird unmittelbar vor dem Eingriff gespritzt, danach wird die Narkose mittels Gas oder Infusion aufrecht erhalten und die Narkosetiefe kontinuierlich geprüft. Ein Atemschlauch wird in die Luftröhre eingebracht und vor dem Erwachen wieder entfernt.

Das OP-Team: Operateur und Assistent, Narkosearzt und Assistent, Instrumentenschwester und Assistent.

Dauer der Operation: Der Eingriff dauert etwa 45 Minuten.

Laparoskopische Entfernung von Eierstockzysten bzw. Ovarialzysten – Die Operation (Teil 2)

Die Operation im Detail: Eine Sammlung spezieller minimalinvasiver Instrumente steht bereit, ebenso ein Licht-Kamera-System mit Bildschirm.

Der Anästhesist versetzt die Patientin mit geeigneten Mitteln in die Narkose. Nach dem Lagern der unbekleideten Patientin auf dem Operationstisch, bei dem die Beine in Beinhaltern wie auf dem gynäkologischen Stuhl gehalten werden, wird der Bauch zwischen Schambeinfuge und Brustbein dreimal mit einer Desinfektionslösung abgewischt, der Schambereich wird mit einer schleimhautverträglichen Desinfektionslösung gereinigt und ein Blasenkatheter in die Harnblase eingebracht. Jetzt führt der Operateur erneut eine gynäkologische Tastuntersuchung durch.

Mit einem kleinen Skalpell wird nun ein senkrechter, etwa 15 mm langer Schnitt aus der Tiefe des Bauchnabels heraus nach vorne geführt und eine Hohlnadel mit einem Sicherheitsmechanismus („Verres-Kanüle“) durch den Schnitt in die Bauchhöhle gestochen. Dabei verhindert der Sicherheitsmechanismus eine Darmverletzung. Um eine Verletzung zusätzlich sicher auszuschließen, wird sterile Kochsalzlösung durch die Nadel gespritzt und der Spritzenkolben erneut wieder angehoben, um die Abwesenheit von Blut oder Darminhalt an der Nadelspitze sicherzustellen. Nun wird Kohlendioxid-Gas in die Bauchhöhle geleitet. Zunächst nur wenig um sicherzustellen, dass das Gas in die richtige Höhle geleitet wird. Dies wird durch Beklopfen des Bauches bestätigt. Dann wird der Gasfluss erhöht und insgesamt ca. drei Liter eingebracht. Die Nadel wird entfernt. Jetzt kann ein angeschliffenes Hohlrohr mit einem 10 mm Durchmesser, der so genannte Optiktrokar, durch den Schnitt in die Bauchhöhle eingebracht und mit einer endoskopischen Kamera versehen werden.

Der Arzt betrachtet nun die inneren Organe des Ober-, Mittel und Unterbauches, fotografiert und beschreibt sie im Operationsbericht. Jetzt werden zwei weitere angeschliffene Hohlrohre („Arbeitstrokare“) mit einem geringeren Durchmesser, etwa drei Zentimeter mittig der knöchernen, vorderen oberen Darmbeinspitze jeweils rechts und links durch die Bauchdecke gestochen um dadurch kleine, lange Instrumente im Bauch einzusetzen. Dazu wird die Bauchhaut von innen mit einer an der Kameraspitze angebrachten Kaltlichtquelle durchleuchtet. So wird das Verletzen von Blutgefäßen vermieden.

Die endoskopischen Instrumente haben gemein, dass sie stabförmig sind und ihr Durchmesser dem Innendurchmesser der Hohlrohre („Trokare“) entspricht. So entweicht kein Gas aus der Bauchhöhle. An der Spitze der Instrumente sind Zangen, Scheren, Nadeln, Klemmen oder ähnliches ausgeführt. Jedem großen Instrument aus der klassischen Chirurgie ist ein endoskopisches Instrument nachgebildet. Die Beweglichkeit in der Bauchhöhle ist durch die mögliche Drehung um den Einstichpunkt in der Bauchdecke gewährleistet, da die Trokare dort nicht starr fixiert sind.

Der, die Zyste tragende Eierstock wird mit einer Zange ergriffen und vor die Kamera gehoben. Ein endoskopischer Bergebeutel wird in den Bauchraum eingebracht, unter das Operationsfeld geführt und dort entfaltet. Damit kann eine Verschleppung von Zellen aus der Zyste verhindert werden. Mit einer zweiten stumpfen Zange, die an ein elektrisches System angeschlossen ist, wird nun gezielt kauterisiert. Dabei wird das Gewebe auf einer wenige Millimeter großen Fläche durch thermische Schäden gezielt verbrannt. In diesem Bereich wird nun mit einer endoskopischen Schere die Zystenhaut eingeschnitten und gegebenenfalls die Flüssigkeit abgesaugt. Mit einer zweiten Zange wird der innere Teil der Zystenhaut ausgeschält, in den Bergebeutel verbracht und darin durch einen der Arbeitstrokare aus der Bauchdecke gezogen. Das geborgene Material wird nach der Operation feingeweblich untersucht, um die Diagnose zu bestätigen. Da durch das Wundbett kleine Blutgefäße die innere Zystenhaut versorgten und so auch die Flüssigkeit im Rahmen der Zystenbildung heran transportierten, kann sich dort eine Blutung bilden. Daher wird nun das Wundbett punktuell kauterisiert. Durch ein endoskopisches Saug-/Spülrohr wird nun sterile Kochsalzlösung auf die Wunde gespült, um Blutungen zu erkennen und Partikel abzuspülen, die beim Kauterisieren entstanden sein könnten. Diese Flüssigkeit wird mit demselben System wieder aus der Bauchhöhle gesaugt.

Die Arbeitstrokare werden wieder aus dem Bauchraum entfernt und danach die inneren Stichstellen begutachtet um eine Blutung auszuschließen. Letztlich wird das Gas abgelassen und auch Kamera und Optiktrokar entfernt. Die beiden kleinen Einstichstellen werden mit einem sterilen Heftpflaster verschlossen; der Schnitt im Bauchnabel mit selbstauflösenden Fäden vernäht. Der Katheter wird entfernt und der Eingriff ist beendet.

In der Regel wird die Patientin nun in ihr Bett gehoben und unter der Aufsicht des Anästhesisten das Bewusstsein wiedererlangen.

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