Mediane Halszyste / Laterale Halszyste – Ursachen und Symptome

Ursachen: Die Ursache für eine Halszyste ist eine angeborene, anlagebedingte Fehlbildung. Hierbei kommt es während der Embryonalentwicklung zur Versprengung von Gewebe, das normalerweise Körperaußenseiten auskleidet (Epithel), in den Halsweichteilen. Es werden zwei Formen unterschieden:

Bei der ersten Form, der medianen Halszyste, besteht die Ursache in einem nicht vollständig zurückgebildeten Gang, entlang dem die Schilddrüse bei der Entwicklung des Halses von ihrer ursprünglichen zur Zielposition oberhalb der Schlüsselbeine wandert. Bei der zweiten Form, der lateralen Halszyste, besteht das versprengte Epithel an der Stelle, an der bei unseren Vorfahren, den Amphibien und Fischen, der Kiemenapparat gelegen ist.

Symptome: Die Symptomatik bei beiden Formen der Halszysten besteht in einer unnatürlichen Schwellung, die häufig zusammen mit einer banalen Erkrankung plötzlich auftritt. Dabei ist das Alter, bei dem die Zyste erstmals bemerkt wird, bei lateralen Halszysten (häufig nach der Pubertät) typischerweise später als bei der medianen Halszyste (häufig im Kindesalter). Die Schwellung kann dabei erheblich sein und von außen sichtbar werden und zu Schluckstörungen führen. Wenn sich der Zysteninhalt entzündet, besteht auch eine ausgeprägte Schmerzhaftigkeit und möglicherweise Fieber.

Mediane Halszyste / Laterale Halszyste – Diagnose

Diagnose / Differenzialdiagnose: Die Diagnose wird in der Regel durch den Hals-, Nasen-, Ohrenarzt gestellt. Hierbei erfolgt zunächst die Erhebung der Anamnese und es wird beispielsweise nach vorangegangenen Operationen oder anderen Erkrankungen in der Anamnese mit Halsschwellungen gefragt. Anschließend erfolgt eine klinische Untersuchung, wobei die Tonsillenregion und die Zungengrundregion inspiziert werden, weil beide Formen von Zysten hier ihren Ursprung nehmen. Anschließend wird eine Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile durchgeführt, diese kann mit einer Doppleruntersuchung kombiniert werden, um zu belegen, dass es sich einerseits um Zysteninhalt und andererseits um nicht mit Blut durchströmtes Gewebe handelt. Stark gefüllte Zysten können anschließend durch Punktion entlastet werden und das Punktatmaterial kann auch von einem erfahrenen Zytopathologen untersucht und eingeordnet werden, so dass die Diagnosestellung meistens sicher gelingt. Wichtigere Differenzialdiagnosen sind bösartige Tochtergeschwülste in Halslymphknoten oder bösartige Krankheiten der Halslymphknoten selbst (Lymphom). Die mediane Halszyste kann außerdem mit einer Schilddrüsenzyste von einem in der Mitte lokalisierten Schilddrüsenlappen verwechselt werden.

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