Lumbale Spinalkanalstenosen – Symptome und Ursachen

Symptome: Die typische Symptomatik der Spinalkanalstenose ist die
sogenannte Claudicatio spinalis, d. h. die Patienten geben an, dass sie nur
noch eine bestimmte Gehstrecke schmerzfrei bewältigen können. Dann kommt es
nach 50, 100 oder 150 m zum Einsetzen einer typischer Weise primär im Bereich
des Rückens eskalierenden Schmerzsymptomatik, die dann auf die Beine
übergreift. Es können Taubheitsgefühle entstehen bis hin zu Lähmungen.
Typischerweise wird von den Patienten immer wieder angegeben, dass sie beim
Radfahren keinerlei Beschwerden haben, lediglich beim Laufen. Im Anfangsstadium
der Erkrankung sind die Patienten häufig im Ruhezustand schmerzfrei. Mit
zunehmender Verengung des Spinalkanals kommt es dann auch zu ausgeprägten
Schmerzzuständen in Ruhe. Mitunter können einzelne Nervenwurzeln komprimiert
werden, sodass dann eine echte radikuläre Symptomatik, also Schmerzen,
Gefühlsstörungen oder Lähmungen auftreten können.

Ursachen: Die Ursachen der Spinalkanalstenose sind in der Regel
degenerative Prozesse, die mitunter schon in der 5. Lebensdekade zu Ausfällen
führen können. Nicht selten durch einen primären Verschleiß der Bandscheiben
kommt es zu einer Mehrbelastung der kleinen Wirbelgelenke mit daraus
resultierender Hypertrophie, Knochenanbau und letztendlich Verdickung des
gelben Bandes. Nicht selten werden die Spinalkanalstenosen erst dann
symptomatisch, wenn noch ein zusätzlicher Bandscheibenvorfall mit ins Spiel
kommt.

Aufnahmen von CT und MRT (ohne und mit Spinalkanalstenose)

Lumbale Spinalkanalstenosen – Diagnose und Differenzialdiagnose

Diagnose: Die Diagnose einer lumbalen Spinalkanalstenose wird in der Regel durch ein MRT gestellt. Bei Patienten mit Schrittmachern, die für
eine MRT-Untersuchung nicht geeignet sind, lässt sich der Befund auch aufgrund
eines CT erheben. Bei speziellen Fragestellungen, insbesondere bei
Spinalkanalstenosen in mehreren Höhen, kann es erforderlich werden, eine
sogenannte Myelographie durchzuführen. Dabei wird über eine lumbale Punktion
ein Kontrastmittel appliziert. Anschließend wird der Patient noch einmal im CT
untersucht. Im Postmyelo-CT lässt sich sehr häufig die Symptomatik des
Patienten auf eine Höhe reduzieren.

Differenzialdiagnose: Differenzialdiagnostisch können die gleichen Beschwerden
natürlich auch durch einen großen Bandscheibenvorfall hervorgerufen werden. Dies
lässt sich aber mit der beschriebenen Bildgebung in jedem Fall klären. Bei eher
unauffälligen radioloigschen Befunden muss auch an eine periphere
Gefäßerkrankung gedacht werden, die eine ähnliche Symptomatik hervorrufen kann.

Gerade wenn die Taubheitsgefühle (Hypästhesien) im Bereich der
Unterschenkel strumpfförmig angegeben werden, kann die Symptomatik der Spinalkanalstenose
durch die Symptomatik einer sogenannten Polyneuropathie (PNP) überlagert werden.
Dies sollte durch eine neurologische Zusatzuntersuchung ausgeschlossen werden.

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