Cholesteatom – OP (Teil 1)

Vorbereitung zur Operation: In Absprache mit den Narkoseärzten muss Nüchternheit vor der Operation, in der Regel ab 22 Uhr abends, eingehalten werden.

Narkose: Operationen bei Cholesteatomen erfolgen meist in Vollnarkose. Etwa 2 bis 3 Stunden nach Beendigung der Operation wacht der Patient aus der Narkose auf und wird, wenn alles gut abgelaufen ist, wenig von der durchgeführten Operation verspüren.

Das OP-Team: Operateur und Pflegepersonal zur Instrumentierung sind während der OP erforderlich. Weiterhin sind ein Narkosearzt und eine Anästhesiepflegekraft im Operationssaal anwesend.

Dauer der Operation: Operationen zur Behandlung von Cholesteatomen können zeitaufwändig sein, weil eine Komplettentfernung der Perlgeschwulst und eine Schonung der benachbarten Innenohr- und der nicht betroffenen Mittelohrstrukturen angestrebt wird. Daher ist es durchaus möglich, dass die Operation 3 oder 4 Stunden oder sogar längere Zeit in Anspruch nimmt. Re-Operation bei Cholesteatomen, beispielsweise zur Nachkontrolle (Second-look), können jedoch auch nach einer weniger als 30-minütigen Operationsdauer zu Ende gebracht werden.

Cholesteatom – OP (Teil 2)

Die Operation: Der Hautschnitt kann hinter oder vor dem Ohr durchgeführt werden, und es wird der Gehörgang von seiner Haut befreit und das Trommelfell, soweit es intakt ist, geschont und nach vorne vorverlagert. Hiernach wird die Perlgeschwulst und der das Cholesteatom umgebende Knochen schrittweise mit Bohrer oder Kratzlöffelchen entfernt und die Perlgeschwulst schrittweise aus den befallenen Anteilen des Mittelohres oder der Felsenbeinspitze herausoperiert. Sollten Gehörknöchelchen von der Perlgeschwulst angegriffen worden sein, werden diese ebenfalls entfernt. Nach der Entfernung aller Cholesteatomanteile wird der Operateur entweder eine so genannte Radikalhöhle anlegen oder die Rekonstruktion des Mittelohrs, soweit dies möglich ist, durchführen. Hierbei können Mittelohrprothesen, die meist aus Titan gefertigt sind, die betroffenen Gehörknöchelchen ersetzen und zur Anwendung kommen. Nach Verschluss der Operationswunde wird der Gehörgang mit Tamponadematerial aufgefüllt, dieses kann dann nach einem Zeitraum zwischen 1 und 3 Wochen ambulant entfernt werden, dann kann das erreichte Hörergebnis der Operation kontrolliert werden. Grundsätzlich folgen Cholesteatome keinem vorhersehbaren Wachstumsmuster. Daher ist eine Besonderheit der Operation, dass über die detaillierten Abläufe der Operation zur Beseitigung des Cholesteatoms und zur Wiederherstellung der Mittelohrfunktion keine genauen Vorhersagen getroffen werden können – weil eben jedes Cholesteatom sich intraoperativ anders präsentieren kann, als zuvor vermutet.

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