Kreuzbandriss und Kreuzbandplastik – Fakten

Operationsname, Definition:
Kreuzbandoperation (Synonym: Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes, vordere Kreuzbandplastik, freier Sehnentransfer vorderes Kreuzband, Ersatz vorderes Kreuzband). Die sogenannte arthroskopische vordere Kreuzbandplastik wird definiert als ein Kombinationseingriff aus einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) und einer arthroskopisch assistierten Einbringung einer körpereigenen Sehne zum Ersatz des gerissenen vorderen Kreuzbandes.

Facharzt dieser Operation:
Die Operation der Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (Kreuzbandplastik) wird durch Orthopäden und Unfallchirurgen, gelegentlich auch durch Chirurgen durchgeführt.

Häufigkeit pro Jahr:
In Deutschland kommt es jährlich zu ungefähr 50.000 Rissen des vorderen Kreuzbandes (0,5 – 1 Kreuzbandriss pro 1.000 Einwohner). Ca. 35.000 werden operativ behandelt. In den USA liegt die Zahl der Kreuzbandrekonstruktionen bei ca. 100.000 pro Jahr.

Herkunft und Entwicklung:
Die ersten Beschreibungen des vorderen Kreuzbandes gehen zurück bis in eine Zeit um 3.000 v. Chr., Hippokrates (460?370 v. Chr.) beschrieb als einer der Ersten eine Verletzung des Kniegelenks mit einem Kreuzbandriss. 1850 erscheinen erste Berichte über eine konservative Behandlung nach vorderem Kreuzbandriss mit einer Gipsimmobilisation. 1898 wurde erstmals eine Naht des vorderen Kreuzbandes durchgeführt. In den darauf folgenden 50?60 Jahren wurde eine Naht bei vorderem Kreuzbandriss empfohlen, war jedoch nicht unumstritten. Die schlechten Ergebnisse nach sogenannter primärer Naht bei Kreuzbandriss führten zur Entwicklung von neuen operativen Strategien. Es wurden verschiedene Transplantate aus unterschiedlichen Sehnen im Kniegelenksbereich aber auch Kunstmaterialien verwendet. Nach Einführung der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) dauerte es noch bis 1981 bis über die erste arthroskopisch assistierte Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes berichtet wurde. Seit dieser Zeit ergeben sich kontinuierlich operationstechnische Verbesserungen, aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten und besserem Verständnis der Biomechanik des Kniegelenkes. Bis in die 90er Jahre galt die Verwendung der Kniescheibensehnen (Patellarsehne) als Sehnentransplantat als sogenannter Goldstandard für die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes. In den letzten Jahren wurde die Verwendung der Beugesehnen aus der Oberschenkelrückseite immer populärer. Die Eigenschaften der Sehne und die reduzierten Probleme im Bereich der Entnahmestelle dieser Sehne sprechen für diese Technik.

Stationär / Ambulant:
Die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (Kreuzbandplastik) wird im Allgemeinen stationär durchgeführt. In geeigneten Fällen ist auch eine ambulante Operation möglich.

Kosten der Operation:
Die Operationskosten variieren deutlich, je nachdem ob die Operation ambulant oder stationär durchgeführt wird oder ob der Patient gesetzlich oder privat versichert ist. Die Kosten können bis zu 10.000 € betragen.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse:
Die gesetzliche oder die private Krankenkasse kommt für die Kosten dieser Operation auf.

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