Prostatavergrößerung – Alternativen und Heilungschancen

Grund und Ziel der Operation: Ziel der transurethralen Resektion der Prostata ist die Beseitigung der obstruktiven und irritativen Miktionsbeschwerden mit Wiederherstellung eines optimalen Harnstrahls – bei restharnfreier Blasenentleerung und Wiederherstellung einer optimalen Lebensqualität.

Der Eingriff erfolgt stets im Hinblick auf eine sichere Schonung des Schließmuskelapparates.

Heilungschancen: Eine fach- und sachgerecht durchgeführte transurethrale Resektion der Prostata führt – bei zuvor fehlender irreversibler Schädigung der Blase oder gar der Nieren – nahezu immer zu einer deutlichen Besserung der vorbestehenden Miktionsbeschwerden. Der Erfolg der Operation hält in aller Regel über Jahre und Jahrzehnte an. Ein erneutes Wuchern von gutartigen Prostataanteilen nach Jahren ist aber nicht auszuschließen.

Alternativen zu dieser Operation: Eine konservative Therapie des benignen Prostatasyndroms ist möglich und geht fast immer, bei entsprechend gering ausgeprägter Symptomatik, der Operation voraus. Erst nach Versagen der konservativen, medikamentösen Therapie besteht die Indikation zur Operation.

Medikamente, die sich in placebokontrollierten Langzeitstudien als effektiv erwiesen haben, sind Alpha-1-Adrenorezeptor-Antagonisten (kurz Alphablocker), 5-Alpha-Reduktasehemmer und Muskarin-Rezeptor-Antagonisten. Obwohl Alphablocker nur geringe Effekte auf den Blasenauslasswiderstand haben, sind sie bei milden, moderaten oder starken und irritativen Beschwerden wirksam. Die Wirkung tritt schnell ein und hält über mindestens 4 bis 6 Jahre an. Alphablocker hemmen die Symptomprogression, aber nicht das Wachstum der Prostata. Deshalb verhindern sie langfristig auch nicht Komplikationen wie den akuten Harnverhalt oder die Notwendigkeit einer Prostataoperation.

5-Alpha-Reduktasehemmer (Dutasterid, Finasterid) unterbinden die Umwandlung von Testosteron in das biologische, aktive Dihydrotestosteron. Unter der Medikation kommt es zu einer Verkleinerung der Prostata, die mit einer Beschwerdelinderung der BPS-Patienten einhergehen. Basierend auf diesem Wirkmechanismus ist mit einer vollen, therapeutischen Wirkung erst nach 3 bis 6 Monaten zu rechnen. Die therapeutische Wirkung hält für mindestens 4 bis 6 Jahre an. Aber 5-Alpha-Reduktasehemmer haben erst ab einem Prostatavolumen von 40 ml aufwärts eine signifikante Wirkung auf die BPS-Symptomatik.

Muskarin-Rezeptor-Antagonisten hemmen die Blasenaktivität und werden in der Behandlung der BPS bei Patienten eingesetzt, bei denen die irritativen Miktionsbeschwerden im Vordergrund stehen.

Bei Pflanzenextrakten (Sägeplame, Brennnessel, Kürbis und Pollen von Roggen) fand sich bisher kein Hinweis auf eine Wirksamkeit, die über eine Placebowirkung hinausgeht.

Darüberhinaus ist auch eine Kombination der aufgeführten Medikamentengruppen möglich.

Weitere Alternativen sind: TUI-P, offene Operation, Laserverfahren, interstitielle Laserkoagulation, Holmiumlaserenukleation der Prostata, Laservaporisation der Prostata, transurethrale Mikrowellentherapie der Prostata, transurethrale Nadel-Ablation der Prostata, Prostatische Stents.

Entscheidung für die Transurethrale Resektion der Prostata: Nach Versagen der konservativen Therapieoptionen ist eine Operation anzuraten.

Absolute Operationsindikationen liegen vor bei: wiederkehrenden Harnverhalten, wiederkehrenden Harnwegsinfekten, konservativ nicht beherrschbare sichtbare Blutbeimengungen im Urin, Harnblasensteine, Stau des oberen Harntraktes (Nieren), eingeschränkte Nierenfunktion oder Niereninsuffizienz.

Aber auch hier besteht immer die Möglichkeit – z. B. bei alten, multipel vorerkrankten Patienten – einer Dauerableitung der Blase durch einen Blasenkatheter (entweder durch die Harnröhre oder durch die Bauchdecke eingelegt)

Risiken der Transurethralen Resektion der Prostata (Operation bei Prostatavergrößerung)

Relativ häufig finden sich postoperativ Mißempfindungen, welche durch den Blasenkatheter verursacht werden. Diese lassen sich in aller Regel gut medikamentös behandeln und verschwinden vollständig nach der Katheterentfernung. Häufiger finden sich nach Katheterentfernung in der postoperativen Nachsorge Harnwegsinfekte. Der niedergelassene Urologe wird den Urin auf Bakterien untersuchen und ggf. ein Antibiotikum verordnen. Nachblutungen finden sich selten, lassen sich aber mit einer elektrischen Nachverschorfung gut beherrschen. Während des Eingriffs wird mit einer Spülflüssigkeit gearbeitet, die selten in die Blutgefäße eingeschwemmt werden kann. Diese Komplikation kann meist, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, medikamentös gut beherrscht werden. Selten finden sich Monate oder gar Jahre nach dem Eingriff Harnröhrenengen.

Alle Männer, die sich dem Eingriff unterziehen, müssen damit rechnen, dass sich nach der Operation der Samenerguss in die Blase (retrograd) entleert. Eine den Samenerguss schonende Operationstechnik ist möglich und im Einzelfall mit dem Patienten zu besprechen.

Die Narkoserisiken werden in einem Vorgespräch mit dem Anästhesisten erörtert.

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