Tropenmedizin (Tropenkrankheit) – Medizinisches Glossar

Als Tropenmedizin bezeichnet man jenen Fachbereich der
Medizin, der sich mit (Infektions-) Krankheiten beschäftigt, die vornehmlich
oder ausschließlich in den Tropen und Subtropen vorkommen. Ursprünglich stellte
die Tropenmedizin dabei ein Teilgebiet der Infektiologie dar. Heute
beschäftigen sich Fachärzte und Institute für Tropenmedizin zunehmend auch mit
allen anderen Krankheiten aus diesen Regionen. Bekannte „Tropenkrankheiten“
umfassen zum Beispiel Gelbfieber oder Malaria, die beide durch jeweils
spezifische Mücken übertragen werden. Gegen Gelbfieber gibt es einen Impfstoff;
für die Einreise in einige Ländern besteht sogar eine Impfpflicht.

Warum Tropenkrankheiten heute weltweit vorkommen

In globalen Zeiten werden Krankheiten, die ursprünglich auf
tropische und subtropische Regionen beschränkt waren, zunehmend weltweit
verbreitet. Der Tourismus nimmt stetig zu, die Reiselust ebenfalls. Zusätzlich
werden auch immer entlegenere Regionen zugänglich gemacht. Hiermit einher geht
aber auch die Verbreitung bisher seltener oder regional begrenzter
Krankheitserreger – nicht alle, aber etliche sind dabei auch für andere
ansteckend. Andere, wie die Malaria, werden nur direkt übertragen und stellen
in erster Linie für den Betroffenen selbst eine Gefahr dar.

Wo Reisen für viele Menschen ganz normal geworden ist –
egal, ob geschäftlich oder privat-, fehlt es oft am Bewusstsein für diese
potentiellen Risiken. Während Expeditions- und andere Fernreisen früher von
langer Hand geplant und vorbereitet wurden, auch zum Beispiel durch
entsprechende Impfungen gegen Tropeninfektionen, ist dies heute zunehmend
seltener der Fall.

Tropenmediziner: Was tun bei Verdacht auf Tropenkrankheit?

Bei Krankheiten und Infektionen, die vorwiegend in den
Tropen vorkommen, gilt wie für alle: Vorbeugen ist besser als Nachsorgen. Wer
in tropische Gegenden reist, sollte also am besten vorab auf einen
ausreichenden Impfschutz sowie eine speziell angepasste Reiseapotheke achten.
Erster Ansprechstelle ist hier ein Facharzt für Tropenmedizin oder ein
entsprechendes Institut.

Infektionen können bisweilen auch erst Tage oder Wochen nach
Rückkehr von der Reise auftreten. In diesem Fall sind erfahrene Tropenmediziner
ebenfalls die richtige Adresse für eine sichere Diagnose und passende
Behandlung. Natürlich können bei allgemeinen Krankheitssymptomen wie Fieber oder
Unwohlsein auch der Hausarzt oder in dringenden Fällen der Notdienst
kontaktiert werden. Bei unklarem Verdacht müssen diese dann gegebenenfalls
ebenso Rücksprache mit tropenmedizinisch bewanderten Kollegen halten.
Unabhängig davon sollte sobald als möglich mit der symptomatischen Behandlung
begonnen werden, da sich etliche Tropenkrankheiten schnell auf den gesamten
Organismus auswirken.

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