Legionellen – Medizinisches Glossar

Als Legionellen bezeichnet man eine Gruppe von
stäbchenförmigen Bakterien, die beim Menschen zum Teil lebensbedrohliche
Erkrankungen wie die Legionärskrankheit hervorrufen können. Legionellen selbst
leben in Wasser, die Kontamination erfolgt zum Beispiel durch ganz normales
Leitungswasser. Gefährlich werden sie für den Menschen aber erst, wenn dieser
entsprechend verseuchte, feuchte Luft einatmet. Dies kann zum Beispiel durch
Duschen oder Klimaanlagen, Springbrunnen, Whirlpools und ähnliche Anlagen
geschehen. Auch die Erwärmung des Trinkwassers zum Beispiel in
Warmwasseranlagen erhöht die Konzentration der Bakterien. Tendenziell besonders
gefährdet sind Orte, an denen sich viele Menschen zugleich aufhalten – also zum
Beispiel Wohnheime, Hotels oder Krankenhäuser. Da sich in letzteren mehr
immungeschwächte Menschen als anderswo aufhalten, ist eine Verseuchung mit
Legionellen hier oft besonders verheerend.

Gefahr durch
Legionellen

Dass krankheitserregende Bakterien auch in westlichen
Regionen mit in der Regel gutem Hygienestand nicht unterschätzt werden sollten,
zeigt sich an Ausbrüchen wie denen 2013 in Warstein oder 2010 in Ulm: In beiden
Fällen sind etliche Menschen zum Teil schwer erkrankt und mehrere verstorben.
Zwar sind auf Grund der Krankheitsbilder Legionellen als Auslöser ermittelt.
Die genauen Umstände, durch die jene massenhaft Menschen befallen konnten, sind
jedoch nicht endgültig geklärt.

Durch strenge Vorschriften, insbesondere die deutsche
Trinkwasserverordnung, soll die Ausbreitung von Legionellen möglichst schon im
Vorfeld verhindert werden. Regelmäßige Untersuchung der Wasserproben auf diese
Bakterien ist deshalb für alle Versorger Pflicht. Dabei gibt es
unterschiedliche Verfahren, um die Legionellenkonzentration im Trinkwasser
deutlich zu minimieren.

Die
Legionärskrankheit oder Legionellose

Die bekannteste durch Legionellen hervorgerufene
Infektionskrankheit heißt Legionellose, wobei die Legionärskrankheit eine Form
darstellt. Sie wird durch Tröpfcheninfektion, also durch Einatmen von
kontaminiertem Wasser hervorgerufen. Während das Pontiac-Fieber milder
verläuft, zeigt sich die Legionärskrankheit durch eine Lungenentzündung oft mit
hohem Fieber, die lebensgefährlich verlaufen kann. Darüber hinaus können
Legionellen seltener auch andere Regionen des Organismus befallen und hier für
Entzündungen sorgen.

Die Behandlung erfolgt in allen Fällen durch geeignete
Antibiotika. Je nach aktueller Lage und Region kommen hierfür verschiedene
Mittel in Frage. Daneben spielt je nach Beschwerden und deren Schweregrad auch
die Linderung der Symptome eine Rolle.

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