Glinide – Medizinisches Glossar

Glinide sind oral einzunehmende Medikamente, die zur
Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 zum Einsatz kommen. Nicht zu verwechseln
sind sie mit den Glitazonen, die ebenfalls eine Gruppe von Antidiabetika
darstellen. dSeit Juli 2016 dürfen sie in Deutschland nur noch in begründeten
Einzelfällen verordnet werden, zum Beispiel bei Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion. Auch zuvor waren sie bereits Arzneimittel zweiter Wahl, die
erst dann verordnet wurden, wenn eine alleinige Behandlung mit dem
Hauptmedikament Metformin nicht den gewünschten Erfolg brachte.

Wirkungsweise von Gliniden

Glinide, darunter Repaglinid und Nateglinid, wirken auf die
Rezeptoren an den Kaliumkanälen der Bauchspeicheldrüse. Hierdurch kommt es zu
einer kurzfristigen Freisetzung von körpereigenem Insulin – die Wirkung der
Medikamente tritt sehr schnell ein, die Halbwertszeit ist gering, weshalb sie
unmittelbar vor einer Hauptmahlzeit eingenommen werden sollen. Repaglinid kann
dabei auch als alleiniges Medikament, Nateglinid nur in Kombinationstherapie
mit Metformin verordnet werden.

Verordnungseinschränkungen wegen nicht ausreichend belegtem
Nutzen

2010 stellte der Gemeinsame Bundesausschuss einen Antrag,
dem zu Folge Glinide nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenversicherungen
erstattet werden sollten. Als Begründung wurde ein nicht ausreichend belegter
Nutzen angegeben. Dieser Antrag wurde zunächst abgelehnt, nach einer Klage
gegen den Beschluss war der Ausschuss allerdings inzwischen erfolgreich. Seit
Juli 2016 dürfen Glinide entsprechend nur noch in begründeten Einzelfällen
(siehe oben) verordnet werden, zum Beispiel bei Patienten, bei denen Metformin
kontraindiziert ist.

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