Vor der Brustverkleinerung – Arztwahl, Vorbereitungen und Tests

Wahl des richtigen
Operateurs:
Vorinformationen
über den gewählten Operateur sind am ehesten über das Internet oder durch
persönliche Empfehlungen bereits operierter Patientinnen oder ärztlicher
Kollegen zu finden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich über die Ärztekammer oder Fachverbände über
den jeweiligen Arzt zu erkundigen, der
dort gelistet und als Spezialist bekannt sein sollte. Der Chirurg sollte
Mitglied in entsprechenden nationalen bzw. internationalen Fachorganisationen
sein, die das Gebiet der plastischen und rekonstruktiven Brustchirurgie mit
einschliessen.

Entscheidend ist vor allem das persönliche Informations-
und Aufklärungsgespräch für eine Mammareduktion. Hier kann sich die Patientin
am besten ein Bild von der Kompetenz, Seriosität, Sorgfalt und auch
persönlichen Art des Operateurs machen. Dies ist die wesentliche Grundlage
einer vertrauensvollen Patienten-Arzt-Beziehung. Das Beratungsgespräch
beinhaltet eine ausführliche Beschreibung des Vorgehens zur Brustverkleinerung
auch anhand von Bildmaterial. Die Patientin sollte eine Auswahl anonymisierter
Vorher-Nacher-Aufnahmen von Brüsten vor und nach einer Mammareduktion einsehen
können, die durch den gewählten Chirurg operiert wurden. Dies vermittelt einen ersten Eindruck über die Fertigkeiten
und das ästhetische Empfinden des Operateurs für eine Brustverkleinerung.

An das Beratungsgespräch schliesst sich üblicherweise die
körperliche Untersuchung und Befunderhebung an. Dazu gehören u.a.
neben der Beurteilung der Hautqualität ein sorgfältiges Abtasten der Brüste und
der Achselhöhlen und eine dreidimensionale Größenvermessung der Brüste mit u.a.
einer Bestimmung des Brustwarzen-Schlüsselgrubenabstandes. Durch eine behutsame
Grifftechnik kann der Patientin an ihrer Brust vor dem Spiegel ein grober
Eindruck über die Form und verbleibende Größe entsprechend ihrer Wunschvorstellung
simuliert werden. Die bei einer Mammareduktion zu entfernende Gewebemenge kann
dabei vom Operateur abgeschätzt werden.

Eine exakte Operationsplanung und die ausführliche
Besprechung der individuellen Wünsche der Patientin sind wesentliche Voraussetzungen
für ein optimales und ästhetisch ansprechendes Ergebnis nach der Brustverkleinerung.
Dazu sollte der Operateur neben seiner Facharztqualifikation über eine
langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Brustchirurgie verfügen. Die Klinik
sollte alle modernen Standards zur Operation und postoperativen Überwachung mit
der Möglichkeit zur stationären Aufnahme bieten können.

Informationen für
den behandelnden Arzt:
Neben den üblichen Grundinformationen, wie Körpergröße
und Gewicht, sind Angaben über möglicherweise stattgehabte Schwangerschaften,
Vorerkrankungen und regelmäßige Medikamenteneinnahme für den Operateur wichtig.
Die gelegentliche oder regelmäßige Einnahme blutverdünnender Medikamente, wie
z.B. Aspirin, sollte besprochen und mindestens 2 Wochen vor einer geplanten
Brustverkleinerung gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem Hausarzt abgesetzt
werden.

Tests und
Voruntersuchungen:
Im Rahmen der Brustkrebsvorsorge empfiehlt sich ab dem
40. Lebensjahr vor einer geplanten Mammareduktion in jedem Fall eine
mammographische Kontrolluntersuchung. Sonstige Voruntersuchungen, wie EKG,
Labor und Röntgen, sind bei gesunden Patientinnen unterhalb des 40. Lebensjahres
normalerweise nicht erforderlich. Bei Bedarf werden diese üblicherweise durch
den Narkosearzt angefordert. Vor als auch nach jeder Operation sollte eine
standardisierte photographische Befunddokumentation erstellt werden.

Einzureichende
Unterlagen:
Vor
einer Brustverkleinerung muss in jedem Fall ein Informations- und Beratungsgespräch
durch den Chirurgen erfolgen. Dieses beinhaltet auch das Auftreten möglicher
Komplikationen im Rahmen einer Mammareduktion. Dokumentiert wird dies durch den
chirurgischen Aufklärungsbogen, der sowohl durch den Arzt als auch durch die
Patientin zu unterzeichnen ist. Dies wiederum muss in einem zeitlich angemessenen
Rahmen vor einer geplanten Brustverkleinerung erfolgen, um der Patientin die
Gelegenheit zu geben, die erhaltenen Informationen solange gegeneinander
abzuwägen, bis alle möglichen Unklarheiten vollständig beseitigt sind.
Gelegentlich ist auch ein weiteres Informationsgespräch vor einer Operation
sinnvoll. Auch von Seiten des Narkosearztes ist eine solche Aufklärung vor
einer Brustverkleinerung durchzuführen und mit der Patientin zu dokumentieren.
Bereits vorhandene Untersuchungsbefunde nach einer Mammographie oder ein eventuell
vorhandener Allergiepass sollten günstiger Weise bereits zum Beratungsgespräch
mitgebracht werden.

Einnahme von
Medikamenten:
Vor
einer anstehenden Brustverkleinerung sollten insbesondere dem Narkosearzt alle
regelmäßig sowie unregelmäßig eingenommenen Medikamente mitgeteilt werden. Der
Operateur sollte vor allem über die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten
informiert werden, die mindestens 2 Wochen vor einem geplanten Eingriff nach Rücksprache mit dem sie verordnenden
ärztlichen Kollegen abgesetzt werden müssen.

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