Blasenkrebs / Blasenkarzinom / Harnblasenkarzinom – Ursachen

Verschiedene
kanzerogene (krebserregende) Stoffe werden für die Entstehung von Harnblasenkarzinomen
verantwortlich gemacht:

Nikotinkonsum: Zigarettenkonsum
ist der wesentliche Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs; auch
Passivrauchen trägt zur Steigerung des Risikos bei. Das Rauchen
verursacht nahezu die Hälfte der durch Harnblasentumor bedingten Todesfälle bei
Männern (48 %) und etwas weniger als ein Drittel bei Frauen (28 %). Bestimmte
krebserregende Stoffe, welche sich im Zigarettenrauch finden lassen, werden von
der Lunge absorbiert und gelangen im Anschluss in die Blutbahn. Sie werden dann
von den Nieren gefiltert und im Urin weiter konzentriert. Diese
Karzinogene können die Zellen, welche die Harnwege von innen auskleiden (das
Urothel), schädigen. Dies begünstigt die Entstehung von malignen Entartungen
der Zellen.

Aromatische Amine: Bereits Anfang
des letzten Jahrhunderts konnte der Nachweis geführt werden, dass aromatische
Amine die Entwicklung von Blasenkarzinomen begünstigen. Die Zeit zwischen der
Einwirkung des Karzinogens und der Tumorentstehung wird im Allgemeinen mit 10–40
Jahren angegeben. Die
Blasentumorerkrankung kann bei Exposition mit aromatischen Aminen in
entsprechenden Betrieben (Textil-, Leder- und Farbstoffindustrie etc.) als
Berufskrankheit nach Nr. 1301 der Berufskrankheitenverordnung bei
entsprechender Prüfung anerkannt werden. Durch
aromatische Amine verursachte Schleimhautveränderungen, Karzinome oder andere
Neubildungen sind jedoch weder klinisch noch histologisch von solchen
Erkrankungen anderer Ursache zu unterscheiden; daher ist für die ärztliche
Beurteilung eine eingehende Arbeitsanamnese von besonderer Bedeutung.

Medikamente: Ein bekanntes
Medikament, das sog. Phenacetin, führt neben der interstitiellen Nephritis
(Analgetika-Nephropathie), bevorzugt im oberen Harntrakt, zur Entstehung von
Urothelkarzinomen. Das kanzerogene Potential des Zytostatikums
(Chemotherapeutikum) Cyclophosphamid konnte durch die Einführung der
Zystitisprophylaxe mit Mesna reduziert werden.

Chronische Harnwegsinfekte: Insbesondere bei
jahrelanger Verwendung von Blasendauerkathetern kann es zur Bildung von
Plattenepithelkarzinomen kommen. Die Bilharziose
(parasitäre Erkrankung) ist in weiten Teilen Afrikas und arabischen Ländern
weit verbreitet. Im Rahmen der chronischen Infektion kann es zur Entstehung von
Plattenepithelkarzinomen der Blase kommen.

Wichtige Risikofaktoren

Nikotinkonsum: Wichtigster
Risikofaktor
Alter: Steigendes Risiko
mit zunehmendem Alter, über 70 % der Patienten mit Harnblasentumor sind älter
als 70 Jahre
Geschlecht: Männer :
Frauen = 2,5 : 1
Rasse: Weise
: Schwarze = 2 : 1
Geographie: Südafrika[gt] Europa [gt] Asien

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