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Prostatakrebs / Prostatakarzinom / Radikale Prostatektomie - Überblick

Auszug: Das Prostatakarzinom bzw. der Prostatakrebs ist der mit großem Abstand häufigste bösartige Tumor des Mannes. Es entsteht aus den Drüsenzellen der Prostata. Die Prostata ist eine kleine Drüse, die die Harnröhre des Mannes unterhalb der Harnblase wie ein Ring umschließt und einen großen Teil der Samenflüssigkeit bildet. In Deutschland werden pro Jahr ca. 58.000 Erkrankungen neu diagnostiziert und es sterben ca. 11.000 Männer an Prostatakrebs. Prostatakrebs macht keine Beschwerden! Erst im Spätstadium treten Schwierigkeiten beim Wasserlassen (z.B. abgeschwächter Harnstrahl, häufiger Harndrang), Blut im Urin und/oder Sperma oder Schmerzen durch Knochenmetastasen (bösartige Tochtergeschwülste) auf. Die Operation Radikale Prostatektomie wird ausschließlich durch Fachärzte für Urologie und stationär durchgeführt. Die Bezeichnung ‚Radikale Prostatektomie’ bedeutet eine Komplettentfernung des gesamten Organs. Der stationäre Aufenthalt beträgt üblicherweise zwischen 3 und 10 Tagen. Je nach Erfahrung und Geschick des Operateurs und nach Ausdehnung des Prostatakrebses dauert die radikale Prostatektomie zwischen einer und drei Stunden. Die Narkosezeit ist etwas länger als die Operationszeit und beträgt ebenfalls ca. 2 bis 3 Stunden.

In den folgenden Kapiteln wird der Prostatakrebs und die Radikale Prostatektomie ausführlich erklärt.

Operationsname und Prostatakrebs Definition: Radikale Prostatektomie / Das Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist der mit großem Abstand häufigste bösartige Tumor des Mannes. Es entsteht aus den Drüsenzellen der Prostata. Die Prostata ist eine kleine Drüse, die die Harnröhre des Mannes unterhalb der Harnblase wie ein Ring umschließt und einen großen Teil der Samenflüssigkeit bildet.

Hintergrundinformationen: Die Bösartigkeit des Prostatakrebses (‚Grading’) wird nach dem amerikanischen Pathologen Gleason in 5 Stadien eingeteilt: 1 = wenig bösartig, 5 = extrem bösartig. Da Prostatakrebs oft an verschiedenen Stellen in der Drüse entsteht, die unterschiedlich sein können, wird die Bösartigkeit zumeist als‚Gleason-Score’ angegeben; hier werden die beiden häufigsten Stadien zusammengezählt. Je höher der ,Gleason-Score’ ist, desto aggressiver ist das Prostatakarzinom / der Prostatakrebs, umso schneller wuchert er, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Metastasen (Tochtergeschwülsten) und desto kürzer ist die Überlebenszeit, wenn keine Behandlung erfolgt.

Facharzt dieser Operation: Die Operation bei Prostatakrebs führen ausschließlich Fachärzte für Urologie durch.

Häufigkeit pro Jahr: Das Prostatakarzinom bzw. der Prostatakrebs ist der häufigste, bösartige Tumor des Mannes - in den meisten entwickelten Ländern des Westens. In Deutschland werden pro Jahr ca. 58.000 Erkrankungen neu diagnostiziert und es sterben ca. 11.000 Männer an Prostatakrebs. Die Operation ist die primäre Behandlung des auf die Prostata beschränkten (d.h. keine Organüberschreitung, keine Tochtergeschwülste) Krebses. Somit wird die Operation viele tausend Mal im Jahr durchgeführt. Exakte Statistiken hierüber gibt es allerdings nicht.

Herkunft und Entwicklung: Die Bezeichnung ‚Radikale Prostatektomie’ bedeutet Komplettentfernung des gesamten Organs. Hiervon abzugrenzen ist die „einfache“ Prostatektomie, bei der nur ein gutartig wuchernder Teil des Organs (BPH) entfernt wird. Die „radikale“Prostatektomie ist somit eine Krebsoperation (d.h. die Operation wird in dieser Technik nur bei Prostatakrebs / Prostatakarzinom angewandt) und die „einfache“ Prostatektomie eine Operation bei gutartiger Wucherung des Organs.

Die erste Radikalentfernung der Prostata wurde von dem amerikanischen Urologen Hugh Hampton Young (Baltimore) 1904 als perineale Prostatektomie (Dammschnitt) durchgeführt. Die anatomischen Grundlagen der heutigen radikalen Prostatektomie gehen auf Studien von Dr. Patrick Walsh (Baltimore) Anfang der 80er Jahre zurück. Erst seitdem kann die Operation als standardisiertes Verfahren betrachtet werden, das kontinuierlich weiterentwickelt und verfeinert wurde.

Die Operation kann „nervenerhaltend“ und „nicht nervenerhaltend“ durchgeführt werden. Wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Grenzbereiche der Prostata tumorbefallen sind oder sogar das Krebswachstum über die Organgrenzen hinausgeht, wird „nicht nervenerhaltend“ operiert. Das bedeutet, dass auch die- die Prostata umschließenden - Faszien (bindegewebige Hüllen) mitentfernt werden müssen. Innerhalb dieser Hüllen verlaufen aber auch die für die Erektion verantwortlichen Nervengeflechte, d.h. in diesem Fall ist der Patient nach der Operation impotent. Allerdings besteht bei vielen Patienten mit ausgedehntem Tumorbefall schon zuvor eine meist deutliche Einschränkung der Erektionsfunktion.

Durch die bessere Früherkennung wird der Prostatakrebs heute allerdings bei den meisten Betroffenen so früh entdeckt, dass es noch nicht durch die Prostatakapsel durchgebrochen ist und noch keine Metastasen gebildet hat. Dadurch kann die Prostata hier sehr schonend (d. h. ‚nervenerhaltend’) entfernt werden und das Erektionsvermögen bleibt erhalten.

Stationär / Ambulant: Die ‚radikale Prostatektomie’ wird stationär durchgeführt. Der stationäre Aufenthalt beträgt üblicherweise zwischen 3 und 10 Tagen.

Kosten der Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Der gesamte stationäre Aufenthalt kostet ca. 6.600 Euro; die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Die Privatliquidation der Operation alleine beträgt ca. 1.650 Euro, der gesamte stationäre Aufenthalt kostet ‚urologisch privat’ ca. 2.250 Euro.

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