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Colitis ulcerosa und FAP / Proktokolektomie - Definition und Fakten

Operationsname, Definition: Das Prinzip der „Proktokolektomie mit ileoanaler J-Pouch-Anlage“ besteht in einer kompletten Entfernung des Dickdarms und Enddarms. Der Enddarm umfasst die letzten 16 cm bis zum Anus und wird auch "Mastdarm" genannt. Aus dem letzten Abschnitt des Dünndarms, dem Ileum, wird ein Reservoir gebildet, ein sogenannter Pouch. Meist hat der Pouch die Form eines „J“, daher die Bezeichnung J-Pouch. Dieser wird am Analkanal angeschlossen. Durch diese Operationstechnik bleibt dem Patienten ein dauerhafter künstlicher Darmausgang erspart.

Die Operation wird angewendet bei Colitis ulcerosa und bei FAP. Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Unter der familiären adenomatösen Polyposis coli (FAP) ist eine erbliche Erkrankung zu verstehen, bei der sich unzählige Polypen im Dickdarm bilden.

Hintergrundinformationen / Herkunft und Entwicklung: Eine komplette Entfernung des Dick- und Enddarms war lange Zeit nur möglich, indem der Dünndarm als endgültiger künstlicher Darmausgang (Anus praeter) ausgeleitet wurde. Eine direkte Nahtverbindung zwischen Dünndarm und Anus war nicht möglich, da der dünne Dünndarmstuhl zu einem nicht tolerierbaren ständigen Durchfall führen würde. 1978 entwickelten Parks and Nicholls die Methode der Pouch-Bildung. Dabei bildeten sie aus dem Dünndarm ein Reservoir (Pouch) und nähten dieses an den Analkanal. Das Reservoir ermöglichte eine gewisse Speicherfunktion, ähnlich dem Enddarm, so dass die Stuhlhäufigkeit pro Tag auf etwa 5-7 reduziert werden konnte. Im Laufe der Jahre gab es kontinuierliche Verfeinerungen der Technik. Durchgesetzt hat sich dabei der J-förmige Pouch. Heutzutage wird die Naht zwischen Anus und Dünndarmpouch meist mit einem Klammernahtgerät durchgeführt (Stapler-Anastomose). Die Operation ist auch laparoskopisch möglich.

Facharzt dieser Operation: Die Proktokolektomie mit ileoanaler Pouchanlage wird vom Facharzt für Viszeralchirurgie oder Allgemeine Chirurgie durchgeführt.

Häufigkeit pro Jahr: Eine Proktokolektomie bei Colitis ulcerosa wird in den USA bei etwa 12 / 1.000.000 Einwohnern und Jahr durchgeführt (Nguyen, Inflamm Bowel Dis 2007), so dass in Deutschland etwa 900 Proktokolektomien zu erwarten sind. Nicht bei allen Proktokolektomien wird eine Pouch-Anlage durchgeführt. Genaue Daten liegen für Deutschland aktuell nicht vor.

Stationär / Ambulant: Die Proktokolektomie mit ileoanaler Pouchanlage wird stationär durchgeführt.

Kosten der Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Die Kosten der OP werden im Rahmen des sog. DRG-Systems abgerechnet. Die Höhe hängt hier u.a. von Vorerkrankungen des Patienten ab. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Operation.

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