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Versteifung der Lendenwirbelsäule bzw. Fixateur interne und TLIF - Die Operation (Teil 1)

Vorbereitung zur Operation: Die Operation wird in Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) durchgeführt. Der Patient kann bis zum Vorabend essen, bis zu zwei Stunden vor der Narkose stilles Wasser trinken. Im OP-Saal werden bei Bedarf die Rückenpartien rasiert, an denen operiert wird.

Narkose: Unmittelbar vor dem Eingriff wird die Vollnarkose begonnen und für die Dauer des Eingriffes aufrecht erhalten, also in aller Regel drei bis vier Stunden.

Das OP-Team: Von neurochirurgischer Seite sind der Operateur und ein Assistent an der OP beteiligt. Der Anästhesist überwacht die Narkose. Unterstützung erhalten die Ärzte durch erfahrene OP- bzw. Anästhesieschwestern.

Dauer der Operation: Drei bis vier Stunden

Versteifung der Lendenwirbelsäule bzw. Fixateur interne und TLIF - Die Operation (Teil 2)

Die Operation im Detail: Nachdem der Patient in Allgemeinnarkose tief eingeschlafen ist, wird er auf dem Operationstisch in Bauchlage mit Kissen unter Becken und Brust gelagert, die Lagerung wird nochmals geprüft um jegliche Druckstellen zu verhindern. Anschließend werden an seinem Rücken mit Farbstiften unter Röntgen-Durchleuchtung Markierungen angebracht, die bestimmte Achsen und Strukturen des erkrankten Wirbelsäulenabschnittes bezeichnen und die Orientierung erleichtern.

Nach mehrfacher Hautdesinfektion und Abtrocknen wird das Operationsgebiet mit sterilen Tüchern abgedeckt, Operationsmikroskop und die beiden Röntgengeräte werden ebenfalls steril abgedeckt. Nach nochmaliger Röntgen-Durchleuchtung erfolgt der nur ca. drei bis vier Zentimeter große Hautschnitt für den ersten Teil des Eingriffes, knapp neben der Mittellinie des Rückens auf der Seite der stärkeren Beschwerden oder Veränderungen. Ein Draht wird unter Röntgen-Durchleuchtung in zwei Ebenen bis an das Wirbelgelenk geführt, dann wird der Zugangsweg mit mehreren, über den Draht geschobenen Metallhülsen schrittweise unter Röntgen-Durchleuchtung aufgedehnt. Dabei werden die Rückenmuskeln auseinandergeschoben und nur minimal verletzt. Darüber wird ein hülsenähnlicher Wundspreizer geschoben, der mit einem Haltearm am Operationstisch befestigt wird. Die Metallhülsen und der Draht werden entfernt.

Das jetzt durch diesen Tunnelspreizer im Operationsmikroskop sichtbar und zugänglich gewordene Wirbelgelenk wird nun mit kleinen Stanzen und Fräsen schrittweise entfernt, bis die darunterliegenden Strukturen dargestellt sind: die Nervenwurzeln, der Rückenmarksschlauch, die Bandscheibe und die angrenzenden Wirbelkörperanteile. Unter weiterem Einsatz des Operationsmikroskopes wird die Bandscheibe eröffnet und schrittweise vollständig entfernt. Die an sie angrenzenden, knöchernen Abschlussplatten der Wirbelkörper und das Bandscheibenfach werden sorgfältig gesäubert.

Unter Röntgen-Durchleuchtung wird das Bandscheibenfach mit Probestiften vermessen, um das optimale Implantat zu finden. Dieses sieht wie ein kleiner Käfig aus und besteht aus einem seit Jahrzehnten in der Medizin erprobten Kunststoff, der in Elastizität und Festigkeit einem gesunden menschlichen Knochen entspricht. Es wird mit Knochenstückchen gefüllt, die von dem entfernten Wirbelgelenk stammen. Weitere Knochenstückchen werden in das Bandscheibenfach eingefüllt. Anschließend wird der Käfig unter Röntgen-Durchleuchtung in das Bandscheibenfach unter Spannung in das Bandscheibenfach eingeführt, seine korrekte Lage und sichere Verankerung wird nochmals geprüft. Der Wundspreizer wird entfernt.

Nun wird im zweiten Teil der Operation über denselben Hautschnitt unter Röntgen-Durchleuchtung jeweils eine 3mm dicke Nadel auf dem Wirbelbogen genau über den knöchernen Bogenwurzeln (Pedikel) platziert. Über diese Nadeln und durch das Innere der Bogenwurzeln werden Drähte bis in das Innere der Wirbelköper geschoben. Dann wird nochmals die korrekte Lage der Drähte mittels Röntgen-Durchleuchtung kontrolliert. Die Nadeln werden entfernt, dann werden - über die in der Bogenwurzel und dem Wirbelkörper verbliebenen Drähte geführt - die passenden Schrauben in den Wirbel eingeschraubt, unter ständiger Kontrolle durch die Röntgen-Durchleuchtung in zwei Ebenen (Ansicht hinten-vorne und seitlich).

Die Drähte werden entfernt, dann werden auf der Gegenseite in gleicher Weise über kleine Hautschnitte mittels Nadeln und Drähten die beiden anderen Schrauben unter Röntgen-Durchleuchtung in die Wirbelkörper eingebracht. Nach Platzieren aller Schrauben werden die Verbindungsstäbe ausgemessen und in die Schrauben eingesetzt, dann erfolgt über Zug oder Druck an den Schrauben das „Aufrichten“ der Wirbel in eine möglichst natürliche = anatomisch richtige Position. Sobald das Ergebnis im Röntgenbild befriedigt, können die Verbindungsstäbe mittels kleinen Verankerungsschrauben fest mit den in die Wirbelkörper eingebrachten Schrauben verbunden werden. Nach abschließender Prüfung auf richtigen Sitz und Festigkeit werden alle Instrumente entfernt, die abschließende Blutstillung wird durchgeführt und die Wunden werden genäht und mit sterilen Pflastern abgedeckt.

Nach einer letzten Röntgenkontrolle in beiden Ebenen wird der Patient wieder vom Operationstisch in sein Bett umgelagert, die Narkose wird beendet, der Beatmungsschlauch entfernt. Nach seinem Aufwachen wird er - vom Narkosearzt begleitet - auf die Wachstation gebracht und dort für weiter überwacht, bis er ausreichend wach ist und wieder auf die Station verlegt werden kann.

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