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Entfernung eines Rückenmarkstumors - Nachsorge und Rehabilitation

Linkes Bild (© PD Dr. med. Siamak Asgari - klinikum-ingolstadt.de): Diese Abbildung zeigt ein postoperatives CT (Computertomographie) und einen der wiedereingesetzten Bögen mit der Titanfixierung.

Ergebnis: Der Tumor wurde nach mikrochirurgischen Kriterien komplett entfernt. Zu erwarten ist zunächst eine leichte Verschlechterung der Funktion von Armen und Beinen. Wichtig ist auch die Frage, ob der Patient ohne maschinelle Unterstützung nach dem Aufwachen atmen kann. Das Atemzentrum reicht deutlich bis in den operierten Bereich.

Kontrolltermine: Für den Rest des OP-Tages wird der Patient auf der Intensivstation betreut, wo er nach wenigen Stunden komplett aufwacht und der Beatmungsschlauch entfernt wird. Am Morgen des Folgetages werden routinemäßig ein MRT und ein CT der Halswirbelsäule durchgeführt, wobei sich hier ebenfalls kein Hinweis für restlichen Tumor zeigt. Allerdings befindet sich das Rückenmark, welches sich schon jetzt ausgedehnt hat, in einem mäßigen Schwellungszustand. Daher wird dem Patienten noch für eine Woche Cortison in Tablettenform verordnet (mit Magenschutztabletten). Das CT zeigt eine regelrechte Lage der wiedereingesetzten Wirbelbögen. Schon am ersten Tag nach der Operation kommt der Patient auf die Normalstation, wo er mobilisiert wird. Der Patient ist in der Lage, selbstständig zu gehen. Der rechte Arm ist deutlich schwächer als vor der Operation. Außerdem klagt er über ein deutliches Taubheitsgefühl in den Füßen. Der Patient trägt während der Mobilisation eine weiche Halskrawatte, um Extrembewegungen des Halses zu vermeiden (für 6 Wochen). Eine intensive krankengymnastische Betreuung wird schon jetzt durchgeführt. Am 8. Tag werden die Hautfäden entfernt. Die nächste MRT-Kontrolle findet in 3 Monaten statt, dann wieder nach 6 Monaten und von da ab jährlich.

Einschränkungen nach der Operation: Bei so ausgedehnten Tumoren wie im hier geschilderten Fall muss mit einer leichten neurologischen Verschlechterung gerechnet werden, welche durch intensive Physiotherapie in den nächsten Wochen korrigiert werden muss. Grundsätzlich können leichte sportliche Aktivitäten wie Jogging oder Radfahren nach 2 Monaten, und stärkere Betätigungen nach 3 Monaten angestrebt werden.

Rechtes Bild (© PD Dr. med. Siamak Asgari - klinikum-ingolstadt.de): Das MRT 3 Monate nach der Operation zeigt keinen Resttumor.

Schmerzen und Narben nach der Operation: Gerade bei Wetterwechsel kann auch nach Jahren über unspezifische Narbenbeschwerden berichtet werden, wie leichtes Ziehen im Nacken, was aber keinerlei medizinische Bedrohung darstellt. Aufgrund von Veränderungen in den Schmerzbahnen können chronische Schmerzen in Armen oder Beinen auftreten, welche mit bestimmten Medikamenten behandelt werden müssen (z.B. Lyrica). Die Narbe befindet sich in der Mitte des Nackens und ist mehrere cm lang (je nach Ausdehnung des Tumors). Sie ist in der Regel kaum von Dritten wahrnehmbar.

Medikamente nach der Operation:  Dexamethason (Cortison zum Abschwellen des Rückenmarkes) ab wenige Tage vor bis 1 Woche nach der Operation unter Magenschutz (z.B. Pantozol)

Rehabilitation / Physiotherapie: Eine stationäre spezifische Rehabilitationsbehandlung über 4 – 8 Wochen muss in jedem Falle durchgeführt werden, wie es auch im hier geschilderten Fall erfolgte.

Dauer der Abheilung: Nach 3 Monaten zeigt sich bei vielen Patienten eine Rückbildung von Schwächen, welche unmittelbar nach der Operation aufgetreten sind. Es besteht grundsätzlich ein Risiko von etwa 2 - 5 %, dass sich ein Tumorrezidiv (Wiederauftreten) entwickelt. Daher sollten die MRT-Kontrollen über wenigstens 10 Jahre beibehalten werden.

Krankschreibung: Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit oder auch eine spätere verbleibende Minderung der Erwerbsfähigkeit hängt im Wesentlichen vom Behinderungsgrad vor und unmittelbar nach der Operation ab! Kommt der Patient sehr spät zur Operation, ist eine Wiedererlangung seiner ursprünglichen Beanspruchung meist unwahrscheinlich. Umso wichtiger ist es im Vorfeld, frühzeitig die richtige Diagnose und den richtigen Operateur zu finden. Dem Patienten stehen auch bei neurologisch regelhaftem Zustand 6-8 Wochen Erholungszeit bzw. Arbeitsunfähigkeit zu. Selbstverständlich können sich Patienten mit überwiegend delegierender Funktion am Arbeitsplatz schon nach 2 Wochen in ihrem Unternehmen einbringen.

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