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Hammerzeh / Krallenzeh - Nach der Operation (Nachsorge und Rehabilitation)

Ergebnis: Zunächst besteht postoperativ eine gewisse Schwellneigung des Vorfußes und gelegentlich auch eine Hämatombildung. Die Fehlstellung der operierten Zehen ist postoperativ in der Regel vollständig behoben.

Kontrolltermine: Der erste Kontrolltermin nach der Operation findet am Tag nach der Operation statt. Im weiteren Verlauf finden zwei Mal pro Woche Verbandswechsel statt. Dabei erfolgt jeweils die Anlage eines speziellen Kompressionsverbandes. Die Entfernung des Nahtmaterials findet üblicherweise 10-14 Tage nach der Operation statt. In der ersten Woche nach der Operation erfolgt die Anfertigung eines Röntgenbildes in zwei Ebenen zur Dokumentation des Operationsergebnisses. 2-3 Wochen nach der Operation wird der Draht in der Regel ohne wesentliche Schmerzen entfernt (gezogen).

Einschränkungen nach der Operation: Die Patienten tragen für 2-3 Wochen postoperativ einen sogenannten Vorfußentlastungsschuh. Eine Woche postoperativ empfiehlt es sich, zunächst Unterarmgehstützen zu verwenden. In dem Vorfußentlastungsschuh ist grundsätzlich eine Vollbelastung möglich. Die Belastung des Fußes findet dabei lediglich auf dem Rückfuß statt. Für die erste Woche nach Operation sind die Wegstrecken auf das Notwendigste zu reduzieren, um Schmerzen und Schwellungen im Rahmen zu halten. Das operierte Bein soll postoperativ regelmäßig hoch gelegt werden. Regelmäßige Eisbehandlungen sind wünschenswert.

Tipps: Der Patient ist 2-3 Wochen nach der Operation in der Regel mit einem sogenannten Vorfußentlastungsschuh mobilisiert. Aufgrund der Schmerzen und Schwellneigung sind 1 Woche nach der Operation nur kurze Gehstrecken empfehlenswert. Es hat sich als hilfreich erwiesen, für die ersten 2 Wochen nach der Operation im Haushalt oder bei Tätigkeiten, wie z. B. Einkaufen, eine Unterstützung zu bekommen.

Schmerzen und Narben nach der Operation: Die Patienten haben aufgrund des sogenannten Fußblocks (Betäubung von Fußnerven) in aller Regel direkt nach der Operation keine oder kaum Schmerzen. Die Wirkung des Fußblocks lässt in der Regel ab dem ersten postoperativen Tag nach. Mit sogenannter oraler Schmerzmedikation, bestehend aus einer Kombination unterschiedlicher Schmerzmedikamente, sind die Schmerzen sehr gut behandelbar. Nach der ersten Woche sind die Beschwerden in aller Regel schnell rückläufig. Schmerzmedikamente werden üblicherweise für ca. 1 Woche nach der Operation benötigt. Die Lokalisation der Schmerzen ist auf das Operationsgebiet beschränkt. Nach der Operation bleibt eine ca. 2cm lange Narbe über dem Mittelgelenk der operierten Zehe zurück. Die Narben sind in aller Regel nach 6 Monaten kaum noch sichtbar.

Medikamente nach der Operation: Der Patient muss nach der Operation ca. 1 Woche Schmerzmedikamente zu sich nehmen. Aufgrund der Knochendurchtrennung entstehen insbesondere bis 1 Woche nach der Operation Schmerzen. Die Art der Schmerzmedikation richtet sich nach den individuellen Gegebenheiten der Patienten. Bei bekannten Unverträglichkeitsreaktionen müssen im Einzelfall modifizierte Schmerztherapieschemata entwickelt werden. Liegen keine Unverträglichkeitsreaktionen vor, hat sich eine Basismedikation mit z. B. Ibuprofen 600 bis 3x1 und Novaminsulfon Tropfen bei Bedarf bewährt. Die Schmerzmedikamente werden schmerzadaptiert in absteigender Dosierung gegeben. Neben der Schmerzmedikation ist eine Thromboseprophylaxe notwendig. Diese wird in aller Regel mit einer täglichen Spritze unter die Haut z. B. im Bauchbereich gegeben. Die Thromboseprophylaxe wird bis zur Vollbelastung gegeben. Zur Vermeidung von Magenschleimhautreizungen durch die Schmerzmedikation ist begleitend ein Magenschutzpräparat sinnvoll.

Rehabilitation / Physiotherapie: Eine stationäre/teilstationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme ist in aller Regel nicht erforderlich. Die Kosten werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Nach der operativen Korrektur eines Krallen-/Hammerzehs sind in der ersten postoperativen Phase vor allem sogenannte manuelle Lymphdrainage und lokale Kälteanwendungen sinnvoll. Sobald es die Beschwerden zulassen, ist nach Entfernung des Drahtes eine krankengymnastische Beübung des operierten Zehs mit Traktionsbehandlung wünschenswert. Die erlernten Übungsbehandlungen sind für mindestens 3 Monate von dem Patienten selbständig weiter zu führen, um eine Einsteifung des Zehengelenks zu vermeiden.

Dauer der Abheilung: Die Wundheilung ist ca. 2 Wochen nach der Operation abgeschlossen. Nach Entfernung des Drahtes, nach 2-3 Wochen, kann der Patient auch Anwendungen im Wasser durchführen und mit schmerzadaptierter Vollbelastung zunächst in weichem und bequemem Schuhwerk mobilisiert werden.

Die volle Belastbarkeit des operierten Fußes ist ca. 3 Wochen nach der Operation gegeben. In bequemem Schuhwerk mit weicher Sohle ist ab diesem Zeitpunkt eine normale Mobilisation möglich. Weitere Gehstrecken, wie z. B. Wanderungen, sind in aller Regel nach 6 Wochen nach der Operation möglich. Sportliche Belastungen für den operierten Fuß, wie z. B. Fahrrad fahren, sind nach 4 Wochen nach der Operation möglich. Belastungen, wie Joggen oder andere Laufbelastungen, sollen langsam gesteigert werden (ab 6 Wochen nach der Operation).

Krankschreibung: Die Dauer der Krankenschreibung variiert stark je nach beruflicher Belastung. Patienten mit Bürotätigkeit können nach 2 Wochen ihren Beruf aufnehmen. Patienten in Stehberufen (z. B. Verkäuferinnen) sind in aller Regel ca. 4 Wochen krank geschrieben. In Einzelfällen ist eine sogenannte stufenweise Eingliederung in den Arbeitsprozess möglich und sinnvoll. Dabei wird individuell die Arbeitszeit wochenweise erhöht, sodass die Patienten z. B. zunächst 2 Stunden pro Tag arbeiten, dann 4 Stunden, dann 6 Stunden und dann voll.

Hinweis für ein optimales Operationsergebnis: Ein wesentlicher Anteil an dem Erfolg einer Operation liegt auch in den Händen der Patienten. Sollte sich der Patient nicht an die Vorgaben des Arztes zur Nachbehandlung halten, ist das Operationsergebnis insgesamt gefährdet. Bei zu früher und intensiver Belastung kann es zu massiven Schwellungen und Wundheilungsstörungen kommen. Im Extremfall kann der Draht im Zeh locker werden. Werden die Mobilisationsübungen nach der Operation nicht in ausrechendem Umfang durchgeführt, kann zu einer vorübergehenden oder dauerhaften Einsteifung des operierten Zehengelenkes mit entsprechenden Beschwerden kommen. Sollten die Patienten zu früh auf zu enges und spitzes Schuhwerk wechseln, ist auch ein erneutes Auftreten der Krallen-/Hammerzehe nicht auszuschließen.

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