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Vor der Operation - Der richtige Arzt und Vorbereitungen

Das Arzt-Patienten-Gespräch und die Wahl des richtigen Operateurs: Die Nephrektomie und insbesondere die nierenerhaltenden Operationen sind anspruchsvolle Operationen, die nicht von jedem Operateur gleichgut durchgeführt werden können. Neben einem ausführlichen Aufklärungsgespräch über die geplante Operation, sollte der Operateur erklären können, warum er die gewählte Operationsmethode vorschlägt und warum keine nierenerhaltende Operation möglich ist, wenn er diese nicht anbietet, wobei die Lage eines Tumors dabei keinen Ausschlag geben sollte. Zudem sind entscheidende Qualitätsmerkmale der durchschnittliche Blutverlust, die durchschnittliche Operationsdauer und die Rate an primären kompletten Resektionen (>98%). Zudem sollte das Zentrum des Operateurs mindestens 80 Eingriffe pro Jahr ausführen. Der Operateur sollte mindestens 100 derartige Operationen selbst durchgeführt haben.

Was muss der Patient über den behandelnden Arzt also unbedingt wissen? Hier einige hilfreiche Tipps: Operationen an der Niere können extrem schwierig sein. Insbesondere bei weit fortgeschrittenen Stadien sowie Tumoren, die im Zentrum der Niere liegen und eine Nierenteilresektion erschweren, ist das Ergebnis sehr von der Erfahrung des Operateurs abhängig. Die Überlebensrate steigt mit der Erfahrung des Operateurs sowie der Anzahl der durchgeführten Eingriffe am jeweiligen Zentrum. Der Patient sollte sich also vom Operateur die Anzahl der jährlich durchgeführten (mindestens 50-150 pro Jahr) und der bislang in seinem Berufsleben durchgeführten Eingriffe an der Niere nennen lassen. Der Patient sollte insbesondere auch die Komplikationsrate erfragen. Sollte bei einem Tumor kleiner 7 cm kein nierenerhaltendes Verfahren angeboten werden, rentiert es sich, an einem operativen Zentrum eine zweite Meinung einzuholen. Zudem sollte bei einer Nierenteilresektion vom Operateur die Klemmzeit abgeschätzt werden können. Sollte diese über 25 Minuten liegen, so ist in Erwägung zu ziehen, ob sich der Patient nicht einen anderen Operateur sucht. Dies gilt insbesondere auch bei Tumoren, die in die Hohlvene oder Nierenvene eingebrochen sind. Hier ist die Versorgung an einem interdisziplinären Zentrum mit Zugriff auf Gefäßchirurgie und gegebenenfalls Herzchirurgie notwendig. Aber auch bei partiellen Nephrektomien ist die Erfahrung eines Zentrums, insbesondere bei in der Mitte der Niere gelegenen Tumoren, hilfreich.

Tests und Voruntersuchungen / Informationen für den behandelnden Arzt: Für Nierentumore gibt es keine speziellen Blut- oder Urintests. Die Durchführung der Computertomographie (CT) oder einer Kernspintomographie (MRT) sollte in mehreren Phasen erfolgen, so dass eine Aussage insbesondere in Bezug auf die Lageanzahl der venösen und arteriellen Gefäße möglich ist und ein Tumoreinbruch in das Gefäßsystem sicher auszuschließen ist. Zudem sollte die Kontrastmittelaufnahme des Tumors im Vergleich zur ohne Kontrastmittel durchgeführten Untersuchung beschrieben sein. Die Bilder sollten unbedingt von einem erfahrenen Operateur vor Beginn der Operation gesehen und mit Ihnen besprochen worden sein. Am Aufnahmetag vor der Operation wird der Operateur nochmals die wichtigsten Blutwerte, ein EKG und gegebenenfalls eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes veranlassen. Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren sollte auch eine Computertomographie des Brustkorbes durchgeführt werden und gegebenenfalls der Schädel mit abgeklärt werden.

Weiterhin wird vor der Operation noch einmal eine ausführliche Operationsaufklärung erfolgen.

Die Vorerkrankungen eines Patienten, sowie ggf. Voroperationen müssen dem behandelnden Arzt bekannt sein. Zudem sollte er wissen, ob der Patient Medikament einnimmt.

Eine Eigenblutspende ist in der Regel bei Nierentumoren nicht sinnvoll, da die Dringlichkeit der Operation vor der zeitlichen Verzögerung durch die Blutspende zu sehen ist. In guten chirurgischen Zentren liegt die Transfusionsrate so niedrig, dass eine Eigenblutspende ebenfalls nicht sinnvoll erscheint, zudem ist in der Regel, wenn es zu heftigen Blutungen kommt, die Menge des durch Eigenblut zu ersetzenden Blutvolumens meist zu niedrig, so dass Fremdblut zugeführt werden muss.

Einzureichende Unterlagen: Vor einer Operation müssen die Anamnese, die Bilder einer Schnittbildgebung (CT/MRT), die einen Nierentumor vermuten oder beweisen lassen, vorliegen. Ebenso müssen die OP-Einwilligung und die Narkose-Einwilligung vorliegen. Sollte der Patient Allergien haben, so sollten diese bekannt gegeben worden sein und in der Akte als Ausweis bzw. in der Patientenanmnese (Vorgeschichte) festgehalten sein.

Einnahme von Medikamenten: Üblicherweise werden fast alle Medikamente die der Patient einnimmt, auch weiterhin eingenommen. Ausnahmen bilden blutverdünnende Medikamente und einige Diabetesmedikamente. Die meisten müssen nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt abgesetzt und durch andere ersetzt werden. Dabei ist die Operation auch unter Aspirin-100-Einnahme möglich, in Einzelfällen auch unter Plavix-Einnahme. Hier ist es aber notwendig, unbedingt zuvor mit dem Operateur die Situation genau zu erörtern und das weitere Vorgehen in Bezug auf die blutverdünnenden Medikamente abzustimmen.

Hinweise vor der stationären Operation

Der Gesetzgeber fordert, dass vor elektiven (planbaren) Operationen der Patient mindestens ein Tag vor der Operation mündlich und schriftlich aufgeklärt wird, d. h. die Operation nochmals genau durchgesprochen wird. Die Aufklärung muss vom Patienten und vom aufklärenden Arzt unterschrieben werden. Weiterhin bespricht der Patient mit dem Anästhesisten die für die entsprechende Operation möglichen Narkoseformen und deren spezifische Vor- und Nachteile. Für die meisten Patienten mit offener Operation ist eine Spinalanästhesie zur postoperativen Schmerzkontrolle sinnvoll. Je nach Konstitution des Patienten, der Art des Zugangs und der Distanz zur Wohnung beträgt der stationäre Aufenthalt zwischen fünf und zehn Tagen, durchschnittlich acht Tage. Normalerweise verbringt der Patient nach der Operation einige Stunden im Aufwachraum. Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist nur in Ausnahmefällen notwendig, insbesondere bei großen Tumoren oder interdisziplinären Operationen. Zudem gehen hier auch die Vorerkrankungen des Patienten mit ein, so dass auch bei unkompliziertem Operationsverlauf ein Aufenthalt auf der Intensivstation, beispielsweise wegen einer vorausgegangenen Herzerkrankung, notwendig sein kann.

Angstpatienten: Jede Operation birgt ein Risiko, so dass die Angst vor einem Eingriff verständlich, nachvollziehbar und eigentlich unvermeidlich ist. Sprechen Sie als Patient mit Ihren Angehörigen, aber auch mit dem behandelnden Arzt und den Pflegekräften über Ihre Angst. Meist findet sich im persönlichen Gespräch eine Möglichkeit beruhigend auf Sie einzugehen.

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Autoren:

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