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Kahnbeinbruch - Die Operation (Teil 1)

Vorbereitung zur Operation: Der Patient wird in seinem Bett von der Stationsschwester in die Schleuse des Operationssaals gefahren. Dort erfolgt die Umlagerung auf den entsprechenden OP-Tisch. Anschließend werden im Operationssaal diverse Vorbereitungen getroffen (Blutdruckmanschette,  Sauerstoffmessung, Zugang für die intraoperative Medikamentengabe). Es wird ein zusätzlicher Armtisch am Operationstisch befestigt, auf dem der zu operierende Arm gelagert wird. Am Oberarm wird eine Blutdruckmanschette befestigt, die während der Operation mit Druckluft aufgeblasen wird, um Blutungen im Operationsgebiet zu verhindern. Hat der Patient behaarte Unterarme, so wird eventuell ein Teil davon präoperativ rasiert, damit keine Haare ins Operationsgebiet gelangen.

Narkose: Hat sich der Patient für eine Teilnarkose entschieden, so wird vom Narkosearzt in einem Vorbereitungsraum der Arm betäubt. Hierbei wird ein Betäubungsmittel in die Nähe der Nerven, die in der Achselhöhle verlaufen, eingespritzt (Plexusanästhesie).

Bei einer Vollnarkose wird der Patient direkt in den Operationssaal gefahren. Hier werden dann vom Narkosearzt bzw. der/dem Anästhesieschwester/-pfleger die entsprechenden Medikamente über eine Vene verabreicht, die den Patienten schlafen lassen.

Das OP-Team: Anwesend sind der Operateur, ein Assistenzarzt, ein Narkosearzt, eine Anästhesieschwester oder Pfleger, die/der dem Narkosearzt zuarbeitet, ein(e) Operationsschwester/- pfleger und ein Springer (Operationsschwester/- pfleger), die/der der Operationsschwester zuarbeitet bzw. das Röntgengerät bedient.

Dauer der Operation: Die eigentliche Operation dauert je nach Eingriff (stabiler/instabiler Bruch) zwischen 10 und 45 Minuten. Die prä- und postoperativen Maßnahmen (wie z.B. Gipsanlage) nehmen nochmals ca. 15 min in Anspruch.

Kahnbeinbruch - Die Operation (Teil 2)

Die Operation bei Kahnbeinbruch: Die operative Technik zur Stabilisierung einer Kahnbeinfraktur ist durch den Zugangsweg und die Art des Osteosynthesematerials gekennzeichnet. Der Zugang richtet sich nach der Lokalisation des Bruches.

Einigkeit besteht darin, dass Frakturen im körpernahen Drittel von streckseitig verschraubt werden. Ein offenes Vorgehen wird bevorzugt, da das Weichteiltrauma gering ist und im Gegensatz zur minimalinvasiven Technik hierdurch eine gute Übersicht über den Bruch und das kleine körpernahe Fragment gelingt. Die Schraube kann dann durch das körpernahe Fragment exakt platziert werden. Der Hautschnitt erfolgt schräg über dem speichenseitigen Gelenkabschnitt auf der Streckseite des Handgelenkes. Nach Darstellung des Retinaculum extensorum (Bandstruktur, die die Strecksehnen umfasst) wird das zweite und dritte Strecksehnenfach im körpernahen Anteil eröffnet. Zwischen speichenseitigen und ellenseitigen Handgelenksstreckern wird der körpernahe Kahnbeinanteil dargestellt. Hierzu ist die maximale Beugung des Handgelenks von entscheidender Bedeutung, um eine gute Übersicht über den Bruch zu erzielen. Als Implantat eignet sich die Mini-Herbert-Schraube, da sie der Größe des Fragmentes angepasst ist und unter dem Knorpel versenkt werden kann. Als Zielorientierung für den Führungsdraht ist die Verlängerung des Daumenstrahls (bei abgespreiztem Daumen) hilfreich, über welchen dann bei exakter Lage die stabilisierende Schraube eingebracht wird.

Frakturen im mittleren Drittel können ebenfalls über einen streckseitigen oder beugeseitigen Zugang versorgt werden. Mit beiden Methoden kann eine korrekte intraossäre (im Knochen versenkte) Schraubenplatzierung erzielt werden. Der beugeseitige Zugang mit Überstreckung des Handgelenkes wird bevorzugt, da die Beurteilung im Röntgen einfacher ist und kein Risiko für eine Abkippung des körperfernen Knochen-Fragments nach beugeseitig besteht, wie es beim dorsalen Zugang in Beugung auftreten kann, und der kräftigere Schraubenkopf im besser durchbluteten körperfernen Areal zu liegen kommt. Auch hier wird eine kanülierte Schraube über den zuvor im Knochen platzierten Draht zur Stabilisierung des Bruches eingebracht.

Verschobene Brüche, die geschlossen nicht reponiert werden können, erfordern die Reposition nach der „joy stick“-Methode (die beiden Knochenfragmente werden mit Hilfsdrähten aufgerichtet). Liegt eine Trümmerzone mit Verkürzung vor, sollte zur Abstützung eine primäre Spongiosaplastik (Knochen aus der Speiche oder vom Beckenkamm) mit Aufrichtung durchgeführt werden. Kanülierte Schrauben werden über einen Führungsdraht in Freihandtechnik platziert.

Die Mehrheit der Brüche kann minimalinvasiv versorgt werden. Hierbei wird über einen kurzen Hautschnitt (1 cm) in Höhe des beugeseitigen Handgelenkes unter Röntgenkontrolle ein Führungsdraht in der Längsachse des Kahnbeins eingebracht. Wichtig ist die Lagekontrolle in der seitlichen Projektion, da bei zu flachem Verlauf eine unzureichende Fixation resultiert und bei zu steilem Verlauf das köpernahe Fragment nicht ausreichend gefasst wird und die Schraube streckseitig überstehen kann.

Der Durchmesser des Drahtes beträgt je nach Schraube 0,8–1,1 mm. Es wird eine Schraube in kanülierter Form (1,1 mm) mit dem Design der ursprünglichen Herbert-Schraube (HBS- System) eingebracht. Es empfiehlt sich, den Röntgenapparat während des gesamten Eingriffs gegenüber dem Operateur zu platzieren, um jederzeit eine Röntgenkontrolle zu ermöglichen, da das korrekte Einbringen des Führungsdrahtes hiermit erleichtert wird. Ebenso bedarf es einer dünnen Führungshülse, um speichenseitig tief genug in das angrenzende Gelenk zu gelangen. Ist der Führungsdraht richtig platziert, erfolgt noch die Messung der Länge der zu wählenden Schraube. Anschließend kann diese selbstschneidend oder nach einer Vorbohrung in das Kahnbein über den Führungsdraht eingebracht werden und somit der Bruch fixiert und stabilisiert werden. Anschließend erfolgt die Hautnaht und somit der Verschluss der Operationswunde.

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