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Hüftgelenk OP - Reha und Nachsorge nach der Operation

Ergebnis: Nach der Hüftgelenk OP besteht im operierten Bein bzw. im operierten Hüftgelenksbereich eine gewisse Schwellneigung und ggf. auch eine Hämatombildung (Bluterguss). Die Beweglichkeit im Hüftgelenk ist direkt nach der Operation für einige Tage eingeschränkt. In über 90% der Fälle stellt sich als Endresultat ein schmerzfreies Hüftgelenk dar. In den allermeisten Fällen ist problemloses Treppensteigen und ein hinkfreies Gangbild gewährleistet. Ca. 2 Monate nach der Hüftgelenk OP ist die freie Beweglichkeit des Hüftgelenkes in der Regel gegeben.

Kontrolltermine: Am Tag nach der OP wird der Patient in aller Regel vom Operateur visitiert. Danach wird der Patient auf Station regelmäßig vom Operateur besucht. Nach Abschluss der 3wöchigen Rehabilitation hat der Patient einen Kontrolltermin beim Operateur. Ca. 14 Tage nach der Hüftgelenk OP kommt es normalerweise zur Entfernung des Nahtmateriales. Bei den Kontrollterminen kann bei Bedarf auch eine Röntgenkontrolle durchgeführt werden.

Einschränkungen nach der Operation: Nach der Operation soll das Bein in einer speziellen Schiene gelagert werden. Der Patient führt lokale Eisbehandlungen durch und nimmt entzündungshemmende Schmerzmedikamente ein. Am Tag nach der Operation wird der Patient mit Hilfe einer Physiotherapeutin mobilisiert. Er steht auf und geht die ersten Schritte. 2 Tage nach der Hüftgelenk OP werden in aller Regel die Drainageschläuche entfernt. Für eine Woche nach der Operation ist eine Teilbelastung an 2 Unterarmgehstützen mit Sohlenkontakt notwendig. Die Wegstrecken sind für die ersten 2 Wochen auf das Notwendigste zu reduzieren, um Schmerzen und Schwellungen zu vermeiden. Im Rahmen der krankengymnastischen Übungsbehandlung, die täglich stattfindet, werden isometrische Anspannungsübungen durchgeführt. Die Patienten erhalten Verhaltensmaßregeln zur Vermeidung einer Luxation (Ausrenkung) des Hüftgelenkes. Darüber hinaus wird eine systematische Kräftigung der Arm- und Beinmuskulatur durchgeführt. Durch Gangschulung in der Ebene und an der Treppe erfolgt eine zunehmende Mobilisation.

Nach der Hüftgelenk OP ist der Patient für eine Woche an 2 Unterarmgehstützen mobilisiert. Nach dieser Zeit werden die Unterarmgehstützen zunehmend abtrainiert. Nach Abschluss der Reha-Maßnahmen sind die Patienten in den allermeisten Fällen ohne Unterarmgehstützen mobil.

Im Rahmen der ambulanten Rehabilitation ist es sinnvoll, für den Zeitraum von 3-4 Wochen nach der Operation Unterstützung im Haushalt oder bei Tätigkeiten, wie dem Einkaufen z.B. durch Familienangehörige, zu bekommen.

Schmerzen und Narben nach der Hüftgelenk OP: Auf Grund eines minimalinvasiven Operationszuganges sind kaum oder gar wenig Hüftgelenksschmerzen postoperativ zu beklagen. Mit so genannter oraler Schmerzmedikation, die aus unterschiedlichen Schmerzmedikamenten bestehen, sind diese in der Regel moderat und die Beschwerden sehr gut behandelbar. Die Schmerzen treten v.a. im Bereich der OP-Narben und der umgebenden Muskulatur auf.

Nach der Operation verbleibt je nach Zugang eine Narbe am Hüftgelenk.

Medikamente nach der Operation: In den allermeisten Fällen nimmt der Patient ca. 2-3 Wochen nach der Operation Schmerzmedikamente ein. Die von Anfang an in aller Regel moderaten Beschwerden nehmen eine Woche nach der Hüftgelenk OP weiter ab. Die Art und Dosis der Schmerzmedikamente richtet sich nach den Beschwerden. Bei bekannten Unverträglichkeitsreaktionen müssen individuelle Schmerztherapieschemata aufgestellt werden. Als Basismedikation haben sich z.B. Ibuprofen 600 3x1 und Novaminsulfon-Tropfen bei Bedarf bewährt. Neben der bedarfsadaptierten Schmerzmedikation ist eine kontinuierliche Thromboseprophylaxe erforderlich. Die Thromboseprophylaxe erfolgt in den allermeisten Fällen mit einer täglichen Spritze unter die Haut, z.B. im Bereich des Oberschenkels oder des Bauches. Üblicherweise wird die Thromboseprophylaxe bis ca. 4-6 Wochen nach der Operation gegeben. In den meisten Fällen wird ein Magenschutzpräparat zur Vermeidung von Magenschleimhautreizungen durch die Schmerzmedikation verordnet.

Nach der Operation sollte der Patient die Basismedikation mit einem nichtsteroidalen Antiphlogistikum - z.B. dem o.g. Ibuprofen in den ersten 6-8 Tagen nach der Operation - einnehmen, damit neben der schmerzstillenden Wirkung auch die Bildung von Verkalkungen um das Hüftgelenk nach der Operation vermieden wird. Sollte die Einnahme aufgrund von Schäden an der Niere nicht möglich sein, ist eine Bestrahlung der Hüfte am Tag vor der Operation bis zum zweiten Tag nach der Operation eine Alternative.

Rehabilitation / Physiotherapie: Nach Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes ist eine Rehabilitationsmaßnahme für 3 Wochen anzuraten. Die Rehabilitation kann je nach persönlicher Patientensituation als stationäre oder als ambulante Behandlung erfolgen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die empfohlenen Reha-Maßnahmen beinhalten Gangschulung, Muskelkräftigung, Verbesserung der Beweglichkeit und Verbesserung der Koordination.

Dauer der Abheilung: 2 Wochen nach der Hüftgelenk OP ist die Wunde geheilt. Nach Entfernung des Nahtmaterials und wenn die Wunde nicht mehr nässt, ist eine Beübung auch im Wasser, z.B. im Bewegungsbad, möglich.

Die volle Belastbarkeit des operierten Hüftgelenkes ist nach ca. 4-6 Wochen nach der Operation gegeben. Wanderungen können ca. 8 Wochen nach der Hüftgelenk OP durchgeführt werden. Zu vermeiden sind dauerhafte sportliche Belastungen mit Stoß- und Stauchbelastungen sowie Bewegungen mit abruptem Richtungswechsel. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Skilanglauf, Wandern, Radfahren, Walking, Rudern und Schwimmen. Bedingt geeignet sind Sportarten wie bspw. Segeln, Leichtathletik, Jogging, Golf, Alpin-Ski und Kegeln. Nicht geeignete Sportarten sind Kontaktsportarten, Reiten, Tennis und Ballspiele. In der Regel sollte jede Sportart vor der Einschränkung durch die Arthrose beherrscht worden sein. Ungeübtes Betreiben von Sport ist immer riskant.

Krankschreibung: Je nach beruflicher Belastung kann die Dauer der Krankschreibung variieren. Patienten, die beispielsweise einer Bürotätigkeit nachgehen, können nach ca. 2 Monaten ihren Beruf wieder aufnehmen. Die Patienten in Stehberufen, wie z.B. Verkäuferinnen, sind in aller Regel ca. 3 Monate krankgeschrieben. In manchen Fällen ist es sinnvoll, eine so genannte stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess durchzuführen. Die Arbeitszeit wird dabei wochenweise gesteigert, so dass die Patienten zunächst beispielsweise 2 Stunden pro Tag arbeiten, dann 4 Stunden, dann 6 Stunden und dann vollschichtig arbeiten.

Hinweis für ein optimales Operationsergebnis: Wenn der Patient sich nicht an die Angaben des Arztes und das Nachbehandlungsschema hält, kann das Operationsergebniss insgesamt gefährdet sein. Sollte der Patient zu früh oder zu intensiv belasten, kann es zu Schwellungen im Operationsgebiet und zur Wundheilungsstörung oder Luxation (Ausrenkung) kommen. Führt der Patient wiederum die empfohlenen Bewegungsübungen nicht im ausreichenden Umfang durch, kann es zu einer länger andauernden Bewegungseinschränkung und Muskelschwäche im Hüftbereich kommen. Bei zu starker Belastung im Hüftgelenksbereich kann es zu einer vorzeitigen Abnutzung des Kunststoff-Inlays in der Pfanne kommen.

Bei übermäßigen Stoß- und Rotationsbelastungen kann es auch zu einer vorzeitigen Lockerung des Kunstgelenkes kommen. Allgemein empfehlenswert ist es, ca. einmal pro Jahr zu einer ärztlichen Kontrolle zu gehen (entweder beim Operateur, der das Operationsergebnis am besten beurteilen kann, oder beim behandelnden Facharzt), wo dann eine Röntgenkontrolle des Hüftgelenkes durchgeführt wird.

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