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Refertilisierung / Vasovasostomie - Fakten
Operationsname, Definition: Refertilisierung bzw. Refertilisierungsoperation (Synonyme: mikrochirurgische Vaso-Vasostomie, Tubulovasostomie) / Die Refertilisierungsoperation ist eine mikrochirurgische Operation, bei der eine Sterilisierung des Mannes (Vasektomie) rückgängig gemacht wird, indem die Samenleiterenden wieder zusammengenäht werden (Vasovasostomie) oder der Samenleiter an Samenkanälchen (Tubuli) im Nebenhoden angeschlossen wird (Tubulovasostomie).
Die Infertilität nach Vasektomie wird im Allgemeinen durch eine Vasovasostomie reversibel gemacht. Dieser Eingriff wurde bis in die siebziger Jahre zumeist in makroskopischer Technik, also mit dem bloßen Auge, durchgeführt. Mittlerweile hat sich die mikrochirurgische Technik durchgesetzt, wobei die meisten Operateure ein Operationsmikroskop verwenden, andere aber auch eine Lupenbrille mit 2- bis 8-facher Vergrößerung. Zunächst werden jeweils die beiden Samenleiterenden freigelegt und die Narbe zwischen den Enden reseziert. Anschließend wird die Durchgängigkeit der Samenleiter überprüft. Intraoperativ wird aus dem vom Nebenhoden kommenden Samenleiter jeweils eine Spermaprobe unter einem Mikroskop zum Nachweis von toten oder lebendigen Spermien untersucht.
Für die Wiederzusammenführung (Anastomose) der Samenleiterenden werden feinste Fäden und Nadeln verwandt für eine zweischichtige (teilweise sogar dreischichtige) Naht. Zunächst wird die innere Schleimhaut der Samenleiterenden zusammengenäht mit auf beiden Seiten mit Nadeln ausgestatteten Fäden (Fadendicke 10/0), anschließend werden die äußeren Muskelschichten zusammengenäht (Fadendicke 9/0).
Hintergrundinformationen zur Infertilität nach Vasektomie / Herkunft und Entwicklung: Häufigster Beweggrund für eine solche Maßnahme ist eine neue Partnerschaft mit erneut aufgekommenem Kinderwunsch.
Die ersten Vasovasostomien wurden nach dem zweiten Weltkrieg durchgeführt. Hierbei wurde versucht, Sterilisationen, die gegen den Willen der betroffenen Männer durchgeführt worden waren, rückgängig zu machen. Nachdem die Vasektomie in den sechziger Jahren zunächst in den USA und später dann auch in Europa eine bedeutende Rolle in der männlichen Konzeption eingenommen hatte, entstand entsprechend auch der Wunsch nach der Refertilisierung.
Erst der technische Fortschritt mit Entwicklung von Operationsmikroskopen und feinsten Nadeln und Fäden ermöglichte dann in den siebziger Jahren die Etablierung der zweischichtigen Vasovasostomie, mit deutlich verbesserten Durchgängigkeits- und Schwangerschaftsraten.
Die mechanische Durchgängigkeit der Samenleiter kann in einem Großteil der Fälle wiederhergestellt werden (>90%). Problem ist jedoch, dass der eigentliche Erfolg, also die Schwangerschaft, durch mehrere Faktoren beeinflusst wird. Bezüglich der Spermaproduktion ist der Abstand zwischen Vasektomie und Wiederherstellung der Durchgängigkeit entscheidend. Je größer dieser Abstand ist, desto weniger wahrscheinlich ist eine ausreichende Spermienzahl im Ejakulat nach Vasovasostomie. Entsprechend verringert sich auch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Bedingt ist dies V.a. durch den „Blow out“ in den kleinen Samenkanälchen (Tubuli) des Nebenhodens, also ein Einreißen bzw. Platzen, und dem damit verbundenen Austritt von Sperma in das umliegende Bindegewebe. Das Ausmaß dieses Geschehens ist von der Elastizität der Tubuli und der Dauer seit der Vasektomie abhängig. Man kann erst intraoperativ feststellen, ob eine Verstopfung der Tubuli vorliegt. Kann bei Operation aus dem vom Nebenhoden kommenden Samenleiterteil kein Spermaausfluss festgestellt werden, muss ein Anschluss an einen noch offenen Tubulus durchgeführt werden (Tubulovasostomie). Hierdurch verringern sich die Erfolgschancen der Refertilisierung. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Schwangerschaftsrate ist die Partnerin: Eine primäre Infertilität (Unfruchtbarkeit) besteht selten, vor allem muss aber das Alter der Frau berücksichtigt werden, da mit zunehmendem Alter die Fertilität der Frau abnimmt.
Die Schwangerschaftsrate nach Vasovasostomie liegt bei 40 bis 60%.
Facharzt dieser Operation: Eine Vasovasostomie bzw. Refertilisierung wird durch speziell in mikrochirurgischer Technik geschulte Urologen durchgeführt.
Häufigkeit pro Jahr: Jährlich lassen sich etwa 50.000 Männer in Deutschland vasektomieren. Im weiteren Verlauf besteht bei etwa 7% der Männer der Wunsch zur Refertilisierung. Letzten Endes wird bei 3,5% der Betroffenen eine Refertilisierungsoperation durchgeführt.
Stationär / Ambulant: Die Vasovasostomie wird sowohl unter ambulanten als auch unter stationären Bedingungen durchgeführt. Die Vorgehensweise ist von der durchführenden Abteilung abhängig. Für die ambulante Operation sprechen die geringeren Kosten.
Kosten der Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Die Vasovasostomie kostet zwischen 1.000 und 4.000€. Hinzukommen Anästhesiekosten zwischen 600 und 1.000€. Die gesetzlichen Krankenkassen kommen im Regelfall nicht für den Eingriff auf. Auch private Krankenkassen übernehmen die Kosten im Regelfall nicht.
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Artikelinformationen
Inhaltsverzeichnis
Letzte inhaltliche Änderung:
2011-10-20
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