Kreuzbandriss - Alternativen und Heilungschancen
Das Ziel: Das Ziel der Operation ist eine Stabilisierung des Kniegelenkes und der Ersatz des gerissenen vorderen Kreuzbandes. Einige Studien haben gezeigt, dass ein kleiner Teil der Patienten eine Kreuzbandruptur (Kreuzbandriss) muskulär kompensieren kann. Die Indikation zur vorderen Kreuzbandplastik bleibt immer eine individuelle Entscheidung.
Patienten und Sportler, die nicht bereit sind, ihre Aktivität zu modifizieren und die eine gewisse Instabilität aufweisen, sind geeignete Kandidaten für eine operative Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes. (Kreuzbandplastik) Für eine vordere Kreuzbandplastik spricht auch das Vorliegen eines Risikos für Sekundärschäden wie Meniskus‐ oder Knorpelschäden durch eine Instabilität des Gelenkes.
Auch bei Kindern und Jugendlichen sollte aufgrund der hohen Gefahr von sogenannten Sekundärschäden die Indikation zur Kreuzbandoperation großzügig gestellt werden. Ein Lebensalter über 40 Jahre ist im Gegensatz zu früheren Darstellungen kein Ausschlusskriterium für eine Kreuzbandoperation.
Heilungschancen: Die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (Kreuzbandplastik) ist eine standardisierte Operationstechnik. Es gibt eine Vielzahl von aktuell erhältlichen Verankerungssystemen für die Kreuzbandplastik. Nicht in allen Fällen kann die Mechanik des Kniegelenkes langfristig identisch wieder hergestellt werden. Anhand der aktuellen Literatur ist davon auszugehen, dass heutzutage ca. 3‐10 % der vorderen Kreuzbandrekonstruktionen (Kreuzbandplastiken) nicht optimal gelingen. In allen anderen Fällen kann durch den Ersatz des vorderen Kreuzbandes - durch ein körpereigenes Band - die Kniegelenksstabilität wieder vollständig hergestellt werden und damit Folgeschäden des Kniegelenkes verhindert werden und eine volle Sporttauglichkeit erreicht werden.
Alternativen zur Operation: In einigen Fällen ist es möglich durch eine konservative Behandlung mit intensivem Muskelaufbau und Stabilisationsübungen eine ausreichende Stabilität für das Kniegelenk zu erreichen (siehe auch » weitere Operationen am Knie / Kniegelenk).
Entscheidung für die Kreuzbandplastik: Bei Instabilität des Kniegelenkes, bei Begleitschäden (Knorpelschaden, Meniskusschaden), bei begleitenden anderen Bandverletzungen und bei Patienten mit hohem Aktivitätsniveau sollte eine vordere Kreuzbandplastik durchgeführt werden (siehe auch » Kreuzbandplastik - Operation im Detail).
Risiken bei der Kreuzbandoperation (Kreuzbandplastik)
Aufklärung über die Risiken: In der Patientenaufklärung sollte über eine mögliche verbleibende Instabilität aufgeklärt werden. Darüber hinaus sollte über Einschränkung der Sportfähigkeit, Erfordernisse der Nachbehandlung (Aufbauprogramm, intensive Übungstherapie), Verletzung eines Nervs im Bereich der Innenseite des Kniegelenkes, Einschränkung der Beweglichkeit nach der Operation und evtl. Folgeeingriffe (Punktion, Gelenkmobilisation) aufgeklärt werden. Es bestehen die sogenannten allgemeinen Operationsrisiken wie Infektion, Gefäß‐Nervenverletzung, Verletzung angrenzender Strukturen und Wundheilungsstörungen.
Die Operation kann in Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt werden. Beide Narkoseformen haben Vor- und Nachteile bzw. sind mit Risiken verbunden (abhängig von der Art der Operation / der Erfahrung des Anästhesisten etc.). Diesbezüglich wird der Narkosearzt im persönlichen Gespräch aufklären.
Eine Operation wird verhindert durch Begleiterkrankungen, die eine Narkose unmöglich machen. Darüber hinaus ist eine erhebliche Arthrose des Kniegelenkes eine sogenannte Kontraindikation. Unzureichende Kooperationsmöglichkeit in der Nachbehandlung (Alter, Mitarbeit, Einsichtsfähigkeit) gefährden den Erfolg der Operation und stellen gelegentlich eine Kontraindikation dar. Eine aktuelle Infektion im Bereich des Kniegelenkes muss erst ausgeheilt sein (siehe auch » nach der Operation zur Einbringung der Kreuzbandplastik).
Artikelinformationen
Inhaltsverzeichnis
Letzte inhaltliche Änderung:
20.10.2011
Beirat:
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Prof. Dr. med. Maximilian Rudert
97074 Würzburg
Ärzte & Kliniken für Sie:
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Prof. Dr. Christoph Alexander Lill
80331 München
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Isar Medizin Zentrum
80331 München
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Dr. med. Andreas Fottner
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