Schmerzen in den Gelenken führen dazu, dass sich die Betroffenen in ihrer Bewegungsfreiheit häufig stark eingeschränkt fühlen. Die Arthrose ist eine Krankheit, die vor allem Knie und Hüfte betrifft und dadurch Gehen zu einem schmerzhaften Akt macht. Allerdings gibt es für viele Betroffene durchaus Hoffnung, dass die Schmerzen mit der richtigen Behandlung sinken und die Bewegungsfreiheit ansteigt.

Hilfe gegen die Schmerzen

Die Arthrose ist zwar keine gefährliche Krankheit, aufgrund der Abnutzung von Knorpel und Knochen am Gelenk treten jedoch im fortgeschrittenen Stadium starke Schmerzen bei Bewegungen auf. Selbst wenn die Betroffenen sich ausruhen, verschwindet später der Schmerz nicht mehr komplett. Mit Dauerschmerzen zu leben, ist nicht nur körperlich anstrengend, sondern belastet zusätzlich die Psyche.

Bei der Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, um Erleichterung zu finden und die Bewegungsmöglichkeiten zu steigern:

  • Haben die Betroffenen Übergewicht, sollten sie anfangen, es zu reduzieren. Je mehr eine Person wiegt, desto stärker drückt das Gewicht auf die Gelenke.
  • Mit verschiedenen Sportarten ist es möglich, das Gelenk stärker zu durchbluten und dadurch eine bessere Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen zu ermöglichen. Zwar bildet sich der Knorpel nicht mehr zurück, im positiven Fall findet der weitere Abbau jedoch nur verlangsamt statt. Es ist aber darauf zu achten, dass die Belastung auf die Knochen nur gering ist. Dies ist zum Beispiel beim Radfahren oder Schwimmen der Fall. Laufen oder Ski alpin sind hingegen zu vermeiden.
  • Die Betroffenen sind gut beraten, sich von einem Physiotherapeuten einige Übungen zeigen zu lassen, die sie zuhause durchführen können. Sie stärken dadurch die Muskeln, die Knie oder Hüfte umgeben und schaffen Stabilität.
  • Wärme empfinden viele oft als sehr angenehm. Nehmen sie durch die Schmerzen eine Schonhaltung ein, verspannen sich umliegende Muskeln. Sie lassen sich mit Wärmepackungen wieder lockern.
  • Das betroffene Gelenk lässt sich oft ebenfalls mit Wärme behandeln. Allerdings ist dies nur empfehlenswert, sofern das Knie nicht entzündet ist. Sobald es anschwillt und sich warm anfühlt, kann eine sogenannte aktivierte Arthrose vorliegen: Durch die Reibung des Knochens hat sich das empfindliche Gewebe entzündet und führt zu starken Schmerzen mit Schwellung und Überwärmung. Nun ist eher Kälte indiziert.
  • Um verspannte Muskeln zu lockern, helfen außerdem Massagen durch einen Physiotherapeut.

Behandlung beim Arzt

Um das Gehen zu erleichtern, bieten sich Gehhilfen an. Die Schuhe lassen sich vom Orthopäden so anpassen, dass die Bewegungen in ihnen leichter fallen. Um den Alltag möglichst gut bewerkstelligen zu können, sollten Haus oder Wohnung entsprechend angepasst sein, wie im folgenden Artikel näher erläutert. Vor allem das Treppensteigen ist für viele Arthrose-Patienten eine Qual. Die Belastung ist bei diesen Bewegungen erhöht, wodurch jede Stufe oft nur mit Schmerzen zu nehmen ist.

Um die Schmerzen zu lindern, bekommen die Betroffenen im Allgemeinen Medikamente. Einige Ärzte empfehlen außerdem Injektionen mit Hyaluronsäure ins Gelenk, um dort für eine bessere Gleitfähigkeit des Knorpels zu sorgen. Allerdings ist die Wirkung dieser Therapie umstritten und wird daher nicht durch die Krankenkasse finanziert. Bei einigen Patienten wirkt sie gut und hält über mehrere Monate an, andere hingegen verspüren keine Linderung der Beschwerden.

 Therapie mit Naturheilkunde

Neben den Methoden, die in der Schulmedizin im Angebot sind, kann es nicht schaden, sich in der Naturheilkunde umzusehen. Verschiedene Verfahren können sie zuhause alleine durchführen. Dazu gehören unter anderem:

  1. Das Reinigen des Körpers durch Fasten. Die Theorie besagt, dass dadurch einer Übersäuerung entgegen zu wirken ist, wie hier beschrieben ist.
  2. Bei chronischen Schmerzen und Muskelverspannungen hilft ein Kartoffelwickel.
  3. Ist das Gelenk entzündet, bietet sich ein kühlender Quarkwickel an.

Linderung durch Blutegel

Ebenfalls aus der Naturheilkunde kommt die Therapie mit Blutegeln. Auf den ersten Blick hört es sich für viele Menschen ekelig an, sich die blutsaugenden Tiere ansetzen zu lassen. Da die Wirkung dieser Therapie aber im Allgemeinen sehr gut ist, lohnt es sich, sich darauf einzulassen. Die Carstens-Stiftung hat ab dem Jahr 2000 ein Forschungsprojekt finanziell unterstützt, bei dem die Wirkung von Blutegeln auf Arthrose zu untersuchen war. Einer der beteiligen Forscher war Dr. med. Andreas Michalsen von der Klinik Essen Mitte.

Er hat die Erfahrung gemacht, dass drei von vier Patienten eine Besserung der Beschwerden im Anschluss an die Blutegel-Behandlung erlebten. Die Wirkung dauert mindestens drei Monate, bei einigen Patienten sogar ein Jahr. Als Grundlage dieser Ergebnisse dient die Auswertung von mehr als 500 Behandlungen des Knies. Warum die Tiere diese Wirkung erreichen, ist mittlerweile bekannt: In ihrem Speichel befinden sich dutzende Wirkstoffe, die die Schmerzen und Entzündungen hemmen. Außerdem führt es zu einer herabsetzten Blutgerinnung, wodurch mit jeder Behandlung ein kleiner Aderlass stattfindet.

Schmerzen entstehen bei der Behandlung nicht. Wenn der Heilpraktiker oder Arzt die Tiere ansetzt, ist ein leichter Stich oder ein Ziehen zu bemerken, das aber schnell nachlässt. Da die Egel im Vorfeld ihres Einsatzes keine Nahrung erhalten haben, sind sie nun hungrig und saugen sich mit Blut voll. Dabei geben sie das hilfreiche Sekret ab. Sind sie satt, lassen sie sich einfach von der Haut abnehmen.

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Helfen die Verfahren nicht und verschlimmern sich die Beschwerden, ist eine Operation mit einem künstlichen Kniegelenk oft der letzte Ausweg, Laut der Deutschen Arthrose-Hilfe e.V. konnte die Medizin in diesem Feld in den letzten Jahren weitreichende Fortschritte verbuchen.

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