Kaffee – ein Gesundmacher?

Kaffee hat seit dem 16. Jahrhundert in Europa Verbreitung gefunden. Für viele Menschen gehört der Genuss einer oder mehrerer Tassen Kaffee zum festen Tagesablauf. Insbesondere morgens wird Kaffee aufgrund des enthaltenen Koffeins als Energielieferant und Muntermacher sehr gern getrunken. Doch die positiven und gesundheitsfördernden Aspekte des Kaffees reichen noch deutlich weiter. Pro Jahr werden in Deutschland rund 73 Millionen Tassen Kaffee konsumiert – Grund genug, die positiven Seiten des Kaffees noch einmal genauer zu betrachten und seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit zu überprüfen.

Anregend und kreislauffördernd
Die ernährungsphysiologische Zusammensetzung des Kaffees ist bis heute nicht abschließend geklärt. Das enthaltene Koffein regt jedoch an und vertreibt die Müdigkeit. Aus diesem Grund hat sich Kaffee zunächst im 17. Jahrhundert als klassisches Getränk am Morgen durchgesetzt. Wie viel Koffein tatsächlich in einer Tasse Kaffee enthalten ist, hängt einerseits von der Sorte und andererseits von der Kontaktdauer des Kaffeepulvers mit dem Wasser ab.
Das Trinken einer Tasse Kaffee am Morgen führt dazu, dass sich die Blutgefäße erweitern, die Durchblutung aller Organe auf diese Weise verbessert wird und der Herzschlag beschleunigt wird. Da viele Erwachsene unter zu niedrigem Blutdruck leiden, kann der regelmäßige Kaffeekonsum einen Teil dazu beitragen, kurzfristig eine Verbesserung durch steigenden Blutdruck erreichen. Der gesamte Kreislauf wird somit durch das Koffein für einige Zeit angekurbelt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen können damit zwar nicht bekämpft oder verhindert werden, allerdings hilft eine Tasse Kaffee oft dabei, in Schwung zu kommen und anstehende Aufgaben mit neuer Energie anzupacken. Für Patienten mit hohem Blutdruck ist der Konsum von Kaffee im Übrigen ebenfalls nicht schädlich. Es gibt keinen Grund, darauf zu verzichten, wenn der Blutdruck durch Medikamente gut reguliert ist.
Hinzu kommt, dass der Stoffwechsel unterstützt wird. Er wirkt harntreibend und oft auch verdauungsfördernd, denn er kurbelt die Produktion von Magensäure und Gallensekret an. Eine medikamentöse Behandlung von Verdauungsbeschwerden kann damit in manchen Fällen vermieden werden. Um die gesundheitsfördernde Wirkung des Kaffees über einen langen Zeitraum zu erhalten, ist jedoch ein Genuss in Maßen ratsam. Bis zu vier Tassen (jeweils etwa 150 ml) pro Tag gelten für einen gesunden Erwachsenen als empfehlenswert. Diese helfen im Übrigen auch, das Risiko auf die weit verbreitete Krankheit Diabetes Typ 2 zu senken, da die Produktion von Insulin angeregt wird. Die Diabetes-Prophylaxe sollte jedoch hauptsächlich durch eine ausgewogene Ernährung betrieben und mit Kaffee lediglich ein wenig unterstützt werden.

Konzentrationssteigerung während der Arbeitszeit
In vielen Fällen ist Kaffee ein unverzichtbarer Begleiter der Arbeitszeit. Das enthaltene Koffein hilft, sich zu konzentrieren, aufmerksam zu bleiben und nicht zu ermüden. Die eingangs beschriebenen Effekte des Koffeins kommen also auch hier zum Tragen. Allerdings sind die Wirkungen das Kaffees in diesem Zusammenhang oft nicht ausschließlich dem Koffein zuzuschreiben: Wer eine Tasse Kaffee zubereitet und trinkt, löst sich für einen Moment von seiner Arbeit und kehrt anschließend erfrischt zurück. Darüber hinaus eignet sich Kaffee hervorragend für Socialising, denn in Gesellschaft bereitet der Kaffeegenuss erst recht Freude und bietet immer auch einen Ansatzpunkt für Kommunikation und nette Gespräche. So zählt Kaffee zum festen Equipment vieler Arbeitsplätze und Kaffeeautomaten, wie beispielsweise die von Kaffee Partner, sind stets eine beliebte Anlaufstelle.

Kaffee vor nächtlichen Autofahrten
Wer am Abend oder zur Nachtzeit Kaffee trinkt, fühlt sich anschließend ebenfalls wach und konzentrierter. Ähnliche Wirkungen werden mit Energy Drinks erzielt, die allerdings einen sehr hohen Anteil an Zucker und anderen Zusatzstoffen aufweisen. Vor allem das nächtliche Autofahren soll durch die Zufuhr von Koffein erleichtert werden. Allerdings setzt die Wirkung dieses Stoffes erst nach etwa 30 Minuten ein. Um eine sichere Fahrt zu gewährleisten, sollte eine Tasse Kaffee also in Ruhe genossen und mit einer etwa halbstündigen Pause verbunden werden. Schließlich sind Übermüdung und Sekundenschlaf eine häufige Ursache für schwere Verkehrsunfälle. Im Sinne der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sollten Autofahrer hier sehr genau auf sich achten. Nicht selten setzt nach dem Kaffeegenuss auch der gegenteilige Effekt ein und viele Menschen fühlen sich einige Zeit nach dem Kaffeetrinken und der nachlassenden Wirkung des Koffeins müde. Die anregende Wirkung des Kaffees lässt allerdings nach, je häufiger und je mehr er konsumiert wird.

Kaffeegenuss bis ins hohe Alter
Alle bisher beschriebenen Effekte sind für ältere Menschen natürlich nicht schädlich. Allerdings sollten Medikamente grundsätzlich nicht mit Kaffee eingenommen werden. In einigen Fällen empfiehlt sich sogar eine Wartezeit nach der Einnahme von Medikamenten, um deren Wirkung nicht zu beeinträchtigen. Apotheker können dazu nähere Auskünfte geben. Grundsätzlich sollten Senioren jedoch nicht auf Kaffee verzichten, schließlich fördert er nachweislich auch die Durchblutung des Hirns. Er kann so helfen, Kopfschmerzen zu verbessern und sogar Herz- und Kreislaufschwäche spürbar verbessern. Der weit verbreitete Filterkaffee ohne Zucker und Milch hat zudem keine Auswirkungen auf die Cholesterinwerte. Neben stillem Wasser und Tee kann Kaffee sogar noch vor einer anstehenden Operation mit Vollnarkose getrunken werden.
Während übermäßiger Kaffeegenuss über einen längeren Zeitraum zu Nierenproblemen führen kann, senkt ein maßvoller Kaffeekonsum das Risiko, Gallensteine zu bekommen, um etwa 25 %. Um den Kaffee für den Magen bei Bedarf etwas verträglicher zu machen, kann ein klein wenig Milch oder Kaffeesahne hinzugefügt werden, ohne dass es sich negativ auswirkt.

Spricht etwas gegen den Kaffeekonsum? 
Alle gesundheitsfördernden Effekte stellen sich nur dann ein, wenn nicht zu viel Kaffee getrunken wird. Dann spricht jedoch nichts gegen den Kaffeegenuss. Kaffee zählt zwar in Mengen von bis zu vier Tassen täglich zum allgemeinen Flüssigkeitskonsum. Da er jedoch harntreibend wirkt, sollten vor allem Senioren darauf achten, zusätzlich ausreichend andere Getränke zu sich zu nehmen.
Schwangere oder stillende Frauen sollten Ihren Kaffeekonsum auf etwa eine Tasse täglich begrenzen oder auf entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen. Diese Form des Kaffees im Übrigen für all jene geeignet, die den Kaffeegeschmack lieben, jedoch Nebenwirkungen (Sodbrennen, Unruhe o.Ä.) verspüren.

Spielt die Art des Kaffees eine Rolle? 
Am weitesten verbreitet ist der Filterkaffee. Seine gesundheitsfördernden Aspekte sind unbestritten. Espresso gilt zwar als magenfreundlicher, enthält aber auch Stoffe, die unter Umständen auf Dauer die Blutfettwerte negativ beeinflussen können. Löslichem Kaffee werden dieselben Wirkungen zugeschrieben wie dem klassischen Filterkaffee. Entscheidend sind Regelmäßigkeit und Menge des Kaffeekonsums.

Kommentarfunktion ist deaktiviert