Superinfektion – Medizinisches Glossar

Eine Super- oder auch Hyperinfektion kann auf zweierlei
Weise verstanden werden. In beiden Fällen deutet bereits der Name („super“ aus
dem Latein und „hyper“ aus dem Altgriechischen jeweils für „über“) an, dass es
sich hierbei um eine Infektion handelt, die über das übliche Maß hinausgeht.

Umgangssprachlich, aber auch in der Medizin häufiger
verwendet wird der Begriff für eine sekundäre Infektion, also eine
Folgeinfektion, die auf den ursprünglichen Infekt folgt. Ein typisches Beispiel
hierfür stellt die klassische Erkältung dar: Sie wird oft durch ein Virus
ausgelöst, in ihrer Folge kann es aber nicht selten zu weiteren bakteriellen
Infektionen kommen. Diese sind dann für allerlei Komplikationen verantwortlich,
wie eine zusätzliche Sinusitis oder eine Bronchitis, die den Krankheitsverlauf
nochmals deutlich verlängern oder erschweren kann. Nachweis für die bakterielle
Infektion ist hier oft, aber nicht ausschließend, ein gefärbtes (gelbliches
oder grünliches) Sekret.

Im engeren Sinne meint die Superinfektion allerdings etwas
anderes: In der Virologie spricht man von ihr, wenn es bei noch nicht
vollständig aktiviertem Abwehrsystem zu einer erneuten Infektion mit demselben
Erreger kommt.

Die Superinfektion beim HI-Virus

Verheerende Folgen kann eine Superinfektion im eigentlichen
Sinne zum Beispiel bei HIV-positiven Patienten haben. Das Humane
Immundefizienz-Virus, kurz HIV, kommt in verschiedenen Formen bzw. Stämmen vor.
In der Regel erfolgt die ursprüngliche Infektion mit einem spezifischen Stamm.
Infizieren sich Betroffene nun mit einem weiteren HIV-Stamm, so spricht man von
einer Superinfektion. Diese kann sich deutlich negativ auf den
Krankheitsverlauf auswirken und die womöglich bereits sich positiv entwickelnde
Immunabwehr des Patienten wieder schwächen. Die genauen Auswirkungen hängen
stark vom individuellen Fall ab und sind noch nicht ganz genau erfasst.