Wie Sie einen grippalen Infekt selbst behandeln können

Unter einem grippalen Infekt (Erkältung) leiden wir zwei bis drei Mal im Jahr, Kinder im Vorschulalter sogar bis zu acht Mal jährlich. Der grippale Infekt ist somit die am häufigsten vorkommende Krankheit. Was Sie dagegen tun können.

Grippaler Infekt und Grippe: Der Unterschied

Obgleich die Symptome teilweise ähnlich sind: Der grippale Infekt (Erkältung) ist deutlich von der Grippe abzugrenzen. Während sich eine Erkältung meist mit kratzendem Hals ankündigt und über mehrere Tage hinweg langsam weiter ausbaut, beginnt die Grippe charakteristischerweise plötzlich und heftig. Oft leiden Grippe-Patienten unter deutlich erhöhter Temperatur – im Gegensatz zum grippalen Infekt, hier macht sich bei Betroffenen nur selten leichtes Fieber bemerkbar.

Typische Symptome für einen grippalen Infekt sind:

• Husten
• Schnupfen
• Heiserkeit
• Kopfschmerzen
• Halsschmerzen

Grippaler Infekt: Therapie

Ein grippaler Infekt verschwindet im Normalfall nach einigen Tagen von selbst. Wer aber nicht zu sehr unter den Symptomen leiden möchte, kann sie mit Hilfe einiger freiverkäuflicher Arzneimittel lindern.
Schmerzreduzierende Medikamente mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) dämmen Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen ein. Besondere Vorsicht ist jedoch bei ASS-haltigen Medikamenten geboten: Sie dürfen keinesfalls Kindern verabreicht werden, da sie Krämpfe und Verwirrtheit auslösen sowie Hirn- und Leberschäden verursachen können (Reye-Syndrom).
Gegen Husten eigenen sich schleimlösende Hustensäfte. Solche Schleimlöser sollten von Asthmatikern mit Bedacht eingenommen werden, da sie aufgrund der Erkrankung den Schleim teilweise nicht richtig abhusten können. Geht mit der Erkältung Reizhusten einher, können Sie zu Hustenstillern greifen, um nachts besser durchschlafen zu können.
Bei verstopfter Nase sind abschwellende Nasensprays nützlich, um die Atmung zu erleichtern. Achtung: Länger als sieben Tage sollten Sie diese Sprays und Tropfen nicht anwenden, da sonst Sucht-Potential besteht. Eine gute Alternative sind Nasensprays mit Kochsalzlösung. Sie lassen ebenfalls die Schwellung der Nasenschleimhaut zurückgehen, sind aber unbedenklicher in ihrer Anwendung.
Eine Erkältung klingt schneller ab, wenn Sie gleich beim ersten Kratzen im Hals zinkhaltige Medikamente schlucken. Denn Zink hemmt die Vermehrung von Rhinoviren – die häufigsten Verursacher von grippalen Infekten. Innerhalb der ersten 24 Stunden eingenommen, verringern Säfte oder Lutschtabletten mit Zink Dauer und Verlauf der Erkrankung deutlich.

Grippaler Infekt: Die besten Hausmittel

Nicht nur die Schulmedizin ist wirksam gegen einen grippalen Infekt, auch Hausmittel können die Symptome lindern:

• Trinken Sie viel. So können Sie den durch die Krankheit verursachten Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Geeignet sind Mineralwasser und Saftschorlen, aber auch wärmende Tees.
• Inhalieren Sie Dampf. Inhalationen mit Thymian und Eukalyptus tun den Atemwegen besonders gut und eignen sich bei der Schnupfenbehandlung.
• Bei Halsschmerzen können Sie alle zwei Stunden Salbeitee gurgeln. Die Wirkstoffe beruhigen den gereizten Hals.
• Essen Sie hausgemachte Hühnersuppe. Ihr werden nicht nur entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt, die Suppe wärmt auch von Innen.
• Bei leichtem Fieber helfen kühlende Wadenwickel mit Quark.
• Erkältungsbäder mit Latschenkiefer beruhigen und befeuchten die Schleimhäute der oberen Atemwege.
• Sorgen Sie für ausreichende Bettruhe. Nur ein ausgeruhter Körper kann Krankheitserreger bekämpfen.
• Nehmen Sie Lebensmittel mit gesundheitsfördernden Eigenschaften zu sich. Dazu zählen Honig, Ingwer, Sanddorn, Meerrettich und Holunderbeeren.

Wann ein Arztbesuch unumgänglich ist

Wegen Schnupfen und einem leichten Kratzen im Hals muss im Normalfall niemand zum Arzt. Wenn Sie sich jedoch sehr schwach und müde fühlen und unter Schmerzen leiden, sollten sei eine Allgemeinarztpraxis aufsuchen. Gleiches gilt bei Fieber über 39 Grad Celsius und Symptomen, die schon länger als eine Woche andauern.
Auch gelegentliche Atemnot sollte nicht ignoriert werden. Sie kann ein Anzeichen für eine Lungenentzündung sein. Auf eine Mittelohrentzündung weisen hingegen starke Ohrenschmerzen hin. Beide Erkrankungen müssen von einem Arzt austherapiert werden.
Mit Babys oder Kindern sollten Eltern generell vorsichtig sein und lieber zu früh als zu spät zum Kinderarzt gehen. Kleine Kinder können sich noch richtig ausdrücken und nur schwer oder gar nicht beschreiben, wo es weh tut. Wenn Ihr Kind sehr schlapp und müde ist, könnte eine ausgewachsene Grippe dahinter stecken. Hier ist ein Besuch in einer Praxis dringend zu empfehlen.

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