Was hilft gegen Mundgeruch?

Menschen, die unter Mundgeruch leiden, schämen sich häufig dafür. Denn Mundgeruch gilt im Allgemeinen als Zeichen mangelnder Hygiene und ruft bei Mitmenschen Ekel hervor. Die Betroffen erfahren oft erst durch einen Hinweis ihres Gegenübers von der schlecht riechenden Atemluft. Doch neben medizinischen Ursachen, die Mundgeruch verursachen können, gibt es viele Gründe, die man leicht beseitigen kann.

Ursachen für Mundgeruch

Sich nicht regelmäßig seiner Mundhygiene zu widmen begünstigt nicht nur den Mundgeruch als solchen, sondern auch Erkrankungen im Mundraum, die ihrerseits zu Mundgeruch führen können. Wer die Zahnreinigung vernachlässigt, vernachlässigt auch Zunge und Zahnfleisch. Die Folge können Karies und Parodontitis sein. Regelmäßige Zahnarztbesuche sind unablässig, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Ein weiteres Krankheitsbild, das viele Menschen betrifft, ohne das sie davon wissen, ist die Refluxkrankheit. Eine Form, in der sie auftritt, und wohl die bekannteste, ist Sodbrennen. Das unkontrollierbare Aufsteigen der Magensäure in den Rachen führt zu einem bitteren Geschmack im Mund und auf Dauer auch zu Mundgeruch. Auch Entzündungen der Bronchien, der Lunge, der Nasennebenhöhlen, Mandeln und des Rachens können diesen nach sich ziehen.

Wenn man trotz ausreichender Hygiene über längeren Zeitraum Mundgeruch feststellt, sollte man einen Arzt konsultieren. Dort können ernste medizinische Ursachen geprüft und Medikamente verschrieben werden. Allgemein ist Mundgeruch aber eher selten auf eine ernste Erkrankung zurückzuführen und kann mit einfachen Mitteln selbst behandelt werden.

Was hilft gegen Mundgeruch?

Die Ursachenforschung ist der erste Schritt zur Besserung. Können alle in Frage kommenden Krankheiten ausgeschlossen werden, kann ein Gespräch mit dem Zahnarzt der nächste Schritt sein. Wie geht es Zähnen, Zunge und Zahnfleisch? Müssen Löcher gefüllt oder Füllungen ersetzt werden? Oft fällt Laien nicht auf, was der Zahnarzt mit geschultem Auge sofort erkennt. Auch, wenn keine Schmerzen empfunden werden und der Blick von außen darauf schließen lassen könnte, dass alles in Ordnung ist, sich dem Profi anzuvertrauen ist sinnvoller als eine Eigendiagnose.

Niemand gibt gerne zu, dass er sich nicht ausreichend mit seiner Hygiene beschäftigt. Dennoch ist die Selbsterkenntnis und Reflexion wichtig, um das Problem in den Griff zu bekommen. Morgens in der Hektik passiert es schon mal, dass man das Zähneputzen ausfallen lässt. Abends merkt man erst im Bett, dass man es vergessen hat und möchte ungerne nochmal aufstehen, um es nachzuholen. Das kennen viele Menschen. Wer sich eingesteht, dass das zu häufig vorkommt und mittlerweile fast zur Gewohnheit geworden ist, kann aktiv daran arbeiten, etwas zu verändern.

Die richtige Routine

Schon im Kindergarten wird den Kleinsten beigebracht, wie man sich richtig die Zähne putzt. Mit kleinen Liedern, Geschichten und Besuchen von Zahnärzten wird mit ihnen trainiert, damit die Zähne und der Mundraum von Anfang an optimal gepflegt werden.

Eine Routine in der Zahnpflege ist wichtig und sollte zum Alltag dazugehören. Sich mindestens abends und morgens drei Minuten lang die Zähne zu putzen beugt Löchern, Karies und Zahnfleischerkrankungen vor und schützt vor Mundgeruch. Doch besonders, wenn man sich dem Problem bewusst ist und mehr tun will, um keinen Geruch mehr fürchten zu müssen, können weitere Schritte integriert werden.

Mundspülung ist in vielen Badezimmern zu finden und äußerst praktisch in der Bekämpfung gegen üblen Geruch. Das regelmäßige Gurgeln mit Mundspülungen unterstützt der Vorbeugung von Krankheiten und hinterlässt frischen Atem.

Drogerien bieten ein breites Spektrum an Mundhygiene-Artikeln. Von speziellen Zahnpasten, über Zahnseide bis hin zu Zungenschabern. All diese Mittel helfen bei Mundgeruch und schützen Zähne und Zahnfleisch.

Das Erneuern der Zahnbürste und des Zungenschabern in Abständen von drei Monaten, gerne auch häufiger, sollte immer geschehen, da sich Bakterien festsetzen und Borsten abnutzen. Bürste und Schaber nach der Verwendung gründlich auszuspülen ist wichtig, um Rückstände restlos zu entfernen.

Neben der Grundroutine sind zwei Zahnarztbesuche pro Jahr Pflicht. Die regelmäßige Kontrolle verhindert, dass Probleme zu spät erkannt und deshalb langwieriger, und oft schmerzhafter, behandelt werden müssen. Feste Termine, die nicht zu weit auseinanderliegen, helfen auch gegen die verbreitete Zahnarztangst.

Tipps für Zwischendurch

Unterwegs besteht nicht immer die Möglichkeit, sich schnell die Zähne zu putzen oder Mundspülung zu nutzen. Das hält den Mundgeruch jedoch nicht davon ab, aufzutreten. Für diesen Fall kann man sich wappnen.

Bonbons, zum Beispiel Salbeibonbons sind klein und finden sogar in der Hosentasche Platz. Sie fördern den Speichelfluss, der wiederum wichtig ist, um die Entstehung von Mundgeruch zu verhindern. Doch nicht nur Bonbons sind praktische Helfer. Zuckerfreies Kaugummi, Kaffeebohnen, Fenchel und Anis sind ebenfalls hilfreich, um Mundgeruch schnell zu beseitigen.

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann helfen, da sie ebenfalls den Speichelfluss anregt und zudem das Aufsteigen der Magensäure beeinflussen kann. Bei Restaurantbesuchen sollte man Gerichte mit viel Knoblauch meiden und vor und nach der Mahlzeit ausreichend Wasser trinken. Süße Getränke verursachen häufig schlecht riechende Beläge im Mundraum und sollten grundsätzlich vermieden werden.

Alkohol und Zigaretten sind ebenfalls bekannte Auslöser für Mundgeruch und sollten gemieden werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, steckt sich Reisezahnbürste und -zahnpasta ein und benutzt diese unterwegs.

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