Vorreiter: Der Studiengang „Ästhetische Gesichtschirurgie“

Führende Dachverbände im Bereich Plastischer und Ästhetischer Chirurgie fordern seit langem bessere Qualitätsstandards und einheitliche Richtlinien in der Ausbildung entsprechender Fachärzte. Seit 2010 bietet die Uni Witten-Herdecke den Studiengang „Ästhetische Gesichtschirurgie“, der eine von vielen Ausbildungslücken auf diesem Gebiet endlich schließen soll. Das Master-Studium wurde in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) entwickelt und soll junge Medizinstudenten speziell auf diesen so gefragten Behandlungsbereich vorbereiten.

Die Nachfrage nach ästhetischen Eingriffen reißt nicht ab, die Schönheitschirurgie boomt. Zwar gibt es eine Ausbildung zum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Eine spezifische Ausbildung speziell für die ästhetische Gesichtschirurgie stand bis vor wenigen Jahren jedoch noch nicht zur Wahl. Seit Wintersemester 2010/2011 hat sich das geändert: 78 Studentinnen und Studenten traten ihr Masterstudium an der Uni Witten-Herdecke an und lernen jetzt sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die Praxis. Dabei stehen Eingriffe wie Narbenbehandlungen, Facelifting, Nasenkorrektur und viele andere Operationsmethoden auf dem Lehrplan. Nur, wer alle Einzelprüfungen besteht, wird zum Abschluss zugelassen.

Der neue Studiengang dürfte einen weiteren, wichtigen Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz und Patientensicherheit in der Ästhetischen Chirurgie darstellen. Patient/-innen, die einen operativen Eingriff aus ästhetischen Gründen in Erwägung ziehen, sollten sich ihren Facharzt trotzdem nach wie vor sehr sorgfältig auswählen: Trotz entsprechend einschlägiger Ausbildungsmöglichkeiten bieten auch Ärzte anderer Fachgebiete Schönheitsoperationen wie das Hals-Face-Lift oder die Rhinoplastik an. Viele Bezeichnungen, die hier verwendet werden, sind gesetzlich nicht geschützt. Titel wie „Schönheitschirurg“ oder „Facharzt für Schönheitschirurgie“ geben keinerlei Aufschluss über die tatsächliche Qualifikation des entsprechenden Facharztes. Ausgebildete Fachärzte finden sich zum Beispiel in der Mitgliedersuche einschlägiger Dachverbände, beispielsweise der DGMKG im Bereich Gesichtschirurgie oder der DGRPÄC (Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie).

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