Verletzungen und Erkrankungen der Nase: Wann hilft eine Nasenoperation?

Riechen, die Atemluft anfeuchten, Krankheitserreger abwehren – diese und noch mehr Aufgaben hat unsere Nase. Solange die Nase gesund ist, achten die meisten kaum auf sie. Treten jedoch Schmerzen auf, sollte die Ursache dafür abgeklärt werden. Manche Erkrankungen lassen sich durch eine Nasenoperation behandeln.

Nasenoperation nach einem Nasenbeinbruch

Dadurch, dass die Nase aus dem Gesicht hervorragt, ist sie besonders schnell von Verletzungen betroffen. Kein Wunder, dass ein Nasenbeinbruch zu den häufigsten Sportverletzungen zählt. Gerade bei Mannschaftssportarten, bei Stürzen oder beim Boxen ist die Nase verletzungsgefährdet.
Folgende Symptome sprechen für einen Nasenbruch:

– starke Schmerzen
– ein offensichtlicher Schiefstand der Nase
– Nasenbluten
– Schwellungen

Bei diesen Verletzungen sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Denn in vielen Fällen muss eine Operation nach einem Nasenbruch erfolgen. Sobald sich Knochenfragmente verschoben haben oder die Nase schief steht, wird er zu einer Operation raten. Wird nicht operiert, wachsen die Nasenknochen wahrscheinlich schief zusammen, was lebenslange Beschwerden nach sich ziehen kann. Bei einer Operation werden die Knochen wieder an die richtige Position gerückt und stabilisiert.

Nach der Nasen-OP dauert es einige Wochen, bis die Nase wieder vollständig ausgeheilt ist. Bis dahin muss viel gekühlt werden, außerdem sollte auf Sport erstmal verzichtet werden. Denn bis die Knochen wieder vollständig verheilt sind, sind sie anfällig für weitere Verletzungen.

Operationen bei einer Nasenscheidewandverkrümmung

Eine weitere, häufige Indikation für eine Nasen-OP ist eine Nasenscheidewandverkrümmung. Denn steht die Nasenscheidewand schief, kann das zu Beschwerden führen, die die Lebensqualität stark einschränken. Besonders häufig haben die Betroffenen einen eingeschränkten Geruchssinn und Atemwegsinfekte. Zudem führt eine Nasenscheidewandverkrümmung zum Schnarchen, was wiederum einen erholsamen Nachtschlaf verhindert.

In einer Operation, die in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt wird, wird die Nasenscheidewand begradigt. Anschließend wird sie geschient, damit sie gerade und in mittiger Position verheilt. Patienten müssen sich noch einige Wochen nach der OP schonen, schwere körperliche Tätigkeiten sind in dieser Zeit zu vermeiden.

Nasenoperationen bei Polypen

Als Polypen bezeichnen Mediziner Schleimhautauswüchse der Nasenschleimhaut. Diese Auswüchse sind gutartig und befinden sich vor allem in den Nasennebenhöhlen. Ab einer bestimmten Größe führen sie zu einer Reihe von Symptomen, beispielsweise:

– häufige oder chronische Infekte oder Nasennebenhöhlenentzündungen
– Schnarchen
– schlechter Geruchssinn

Kleine Nasenpolypen lassen sich oft gut mit Kortison behandeln. Durch ein Nasenspray mit Kortison werden die Polypen am Wachstum gehindert und bilden sich zurück. Allerdings muss dafür das Spray über mehrere Monate täglich verwendet werden. Gelegentlich kommen kortisonhaltige Tabletten bei der Therapie zum Einsatz.

Nützt die medikamentöse Behandlung nichts oder sind die Polypen zu groß, wird der behandelnde Arzt zu einer Nasenoperation raten. In der OP entfernt der Operateur die Wucherungen mit einem Laser oder einer Schlinge durch die Nase. Nicht selten wird bei so einer Operation gleich noch eine schiefstehende Nasenscheidewand gerichtet, denn so kann zum einen die ausreichende Belüftung der Nebenhöhlen wiederhergestellt und zum anderen der Abfluss vom Nasensekret gewährleistet werden. Dies beugt häufigen Infekten und der Neubildung von Polypen vor.

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