Vasektomie: Schwangerschaftsverhütung auf sichere Art

Offiziellen Statistiken zufolge ist fast jede zweite Schwangerschaft ungewollt. Pro Jahr gibt es weltweit fast eine Million betroffener Frauen. Doch es kommt noch schlimmer. Weit mehr als die Hälfte dieser Frauen entschließen sich zu einem Schwangerschaftsabbruch. Dabei gibt es mit der Vasektomie eine zuverlässige Art der Verhütung, die bei Bedarf in den meisten Fällen sogar wieder rückgängig gemacht werden kann. Der Eingriff beim Mann ist wesentlich unkomplizierter als eine operative Sterilisation bei der Frau.

Vasektomie beim Mann und der Frau derzeit noch wenig verbreitet

Sicherheit steht bei der Verhütung definitiv im Mittelpunkt
Interessant ist ein Blick auf die altersabhängigen Trends. Mit steigendem Alter erhöht sich auch die Bereitschaft zur Vasektomie in Stuttgart oder anderswo. Bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts gibt es nach einer BZgA-Umfrage keine Bereitschaft zur operativen Sterilisation. Ab dem 40. Lebensjahr ist ein sprunghafter Anstieg des Interesses an der dauerhaft zuverlässigen Verhütungsmethode zu beobachten. Der Anteil der Bereitschaft zur Operation lag im Jahr 2018 bei immerhin 13 Prozent aller Befragten. Außerdem brachte die Umfrage zutage, dass die Deutschen großen Wert auf die Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode legen. Das zeigt die häufige Angabe der parallelen Nutzung der Pille und eines Kondoms. Besonders hoch ist der Anteil der Doppelnutzung bei Befragten unter 30 Jahren.

Eine repräsentative Umfrage zu den bevorzugten Verhütungsmethoden aus dem Jahr 2018 belegt, dass die Sterilisation in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielt. Gerade einmal drei Prozent der Männer entscheiden sich danach bei der Verhütung ungewollter Schwangerschaften für eine Vasektomie. Bei den Frauen ist der Anteil mit 2 Prozent sogar noch niedriger. Die Mehrheit der Sexualpartner verhüten mit der Antibabypille für die Frau (47 Prozent) oder durch die Verwendung von Kondomen (46 Prozent). Drei Prozent gehen das Risiko der Kalendermethode ein und weitere Die zwei Prozent verlassen sich bei der Verhütung auf die Temperaturmethode. Die Drei-Monats-Spritze als medikamentöse Alternative zur Pille nutzt nur ein Prozent aller bei der Umfrage befragten Probanden.

Wissenswertes rund um die Vasektomie

Bei der Vasektomie der Frau werden die Eileiter abgebunden oder sogar durchtrennt. Lässt ein Mann eine operative Sterilisation durchführen, durchtrennt der Urologe die Samenleiter. Die operative Sterilisation erfolgt bei beiden Geschlechtern minimalinvasiv. Das heißt, beim Mann ist nur ein winziger Schnitt unter lokaler Betäubung notwendig. Der Vorteil liegt in einer mehrheitlich komplikationslosen Abheilung ohne Narbenbildung. Damit bleibt der Penis ohne jegliche Einschränkungen erektionsfähig.

Das Ejakulat wird nach der Operation getestet. So können sich Männer sicher sein, dass tatsächlich keine Samen beim Akt in die Gebärmutter der Partnerin gelangen. Allerdings dauert es einige Wochen, bis das der Fall ist. Deshalb sollten bis zur Freigabe durch den Urologen zusätzliche Verhütungsmittel zum Einsatz kommen. Die Vasektomie beim Mann zählt genau wie die operative Sterilisation der Frau zu den sichersten Verhütungsmethoden. Nur bei etwa 0,1 Prozent aller operierten Männer kommt es zu einer Reaktivierung der durchtrennten Samenleiter. Negative Auswirkungen auf die Potenz sowie das Empfinden beim Akt werden nur in extrem seltenen Fällen berichtet. Das Gegenteil ist der Fall, denn der Wegfall der Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft kann den Genuss der Sexualität bei allen Beteiligten sogar signifikant steigern.

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