Neue OP-Standards: Optimale Versorgung für ältere Patienten

Der Demografische Wandel ist in aller Munde. Dabei wirkt sich die zunehmend alternde Gesellschaft in Deutschland nicht nur auf Rentenbeiträge aus, auch die medizinische Versorgung wird zunehmend schwieriger. Engpässe können hier nicht immer vermieden werden. Welche Herausforderungen dieser Wandel in der Altersstruktur mit sich bringt, diskutierten die Teilnehmer des 130. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in München.

Neben der verbesserungsbedürftigen Versorgungslage – viel zu wenige Ärzte müssen viel zu viele Patient/-innen behandeln – wurde dabei auch das Problem der höheren Anfälligkeit älterer Patienten besprochen. Mit steigendem Alter erhöhen sich häufig auch die Risiken beispielsweise für postoperative Komplikationen. Hinzu kommt, dass Verletzungen und Erkrankungen im Alter generell häufiger auftreten – und entsprechend ein Großteil der heute Operierten über 70 Jahre alt ist. Um operative Eingriffe so sicher wie möglich zu machen, sind minimalinvasive Verfahren gefragt. Wie Dr. Kleepsies, Kongresssekretär des 130. Chirurgenkongresses erklärt, kommen heute bereits bei vielen Operationen im Bauch- und Brustraum entsprechende Verfahren zum Einsatz. Diese verringern das Risiko von Gewebeschädigungen deutlich.

Eine weitere Herausforderung der zunehmend alternden Gesellschaft sehen die Experten auch darin, dass Senioren nicht gleich Senioren sind: Während einige noch im hohen Alter körperlich und geistig ausgesprochen fit sind, leiden andere oftmals sogar unter mehreren chronischen Krankheiten. Hier die individuell optimale Versorgung zu finden, sei Aufgabe der behandelnden Fachärzte und somit auch Chirurgen. Dabei müssen die Fachärzte von Fall zu Fall entscheiden, welche operativen Risiken vertretbar und welche Verfahren hier die beste Wahl sind.

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