Ischiasschmerzen: Wie kommt es dazu und kann man dagegen tun?

Unter Ischiasschmerzen versteht man einen stechenden Schmerz, der von der Lendenregion bis in das Gesäss und teilweise sogar bis in die Beine ausstrahlt. Damit unterscheidet er sich deutlich vom sogenannten Hexenschuss, der sich nur auf den Lendenwirbelbereich beschränkt.

Meist tritt dieser Schmerz, der vom Ischiasnerv ausgelöst wird, plötzlich und ohne Vorankündigung auf. Lesen Sie, wie dieser Schmerz entsteht und was Sie gegen die Schmerzen unternehmen können.

So entstehen Ischiasschmerzen

Ischiasschmerzen entstehen in vielen Fällen durch Veränderungen an der Wirbelsäule, wie sie im Alter häufig auftreten. Auch durch Blockierungen der Wirbelkörper oder muskuläre Verspannungen können die Schmerzen jedoch entstehen. Ebenso sind Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Diese entstehen dadurch, dass das Ungeborene gegen den Ischiasnerv drückt.

Egal wodurch die Schmerzen entstehen: Ischiasschmerzen sind in der Regel sehr schmerzhaft und unangenehm und können sich beim Husten oder Niesen noch verstärken. In schwerwiegenden Fällen kann es sogar zu Lähmungserscheinungen kommen. Auch eine Inkontinenz ist eine der Begleiterscheinungen, die bei einer schwerwiegenden Ischialgie auftreten kann. Die Schmerzintensität bei einer Ischialgie kann recht unterschiedlich ausgeprägt sein: Während einige Patienten nur einen leicht ziehenden Schmerz empfinden, sind andere komplett bewegungsunfähig. Sollten die Schmerzen nicht binnen weniger Tage von selbst verschwinden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Ischiasschmerzen vorbeugen

Wie bei allen Arten von Rückenbeschwerden werden auch die Ischiasschmerzen durch zu wenig Bewegung und langes Sitzen gefördert. Versuchen Sie daher, so viel sportliche Aktivität wie möglich in Ihren Alltag zu integrieren. Dabei ist es völlig egal, ob Sie lieber Laufen, Radfahren oder Schwimmen: Ausdauersport aller Art ist hervorragend dazu geeignet, die Rückenmuskeln zu stärken. Diesen Ausdauersport sollten Sie wenn möglich mit einigen rückenstärkenden Gymnastikübungen kombinieren.

Stellen Sie sich beispielsweise aufrecht mit gestreckten Knien hin und versuchen Sie, mit den Fingerspitzen den Boden zu erreichen. Bei dieser Übung wird Ihr Lendenwirbelbereich gedehnt. Eine weitere sinnvolle Übung, um die Rückenmuskulatur zu kräftigen: Begeben Sie sich in den Vierfüsslerstand und strecken Sie gleichzeitig das rechte Bein und den linken Arm aus; danach wechseln Sie die Seite.

Besuchen Sie wenn möglich eine Rückenschule, denn hier werden Ihnen die effektivsten Übungen zur Kräftigung der Rückenmuskeln gelehrt. Achten Sie weiterhin stets auf eine gerade Körperhaltung; ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz kann dabei sehr hilfreich sein. Sind Sie trotz aller vorbeugenden Massnahmen an der Ischialgie erkrankt, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen. Dieser wird Ihnen entzündungshemmende Medikamente verschreiben und diese eventuell mit geeigneter Physiotherapie kombinieren. In der akuten Phase tun Wärme und Bettruhe sehr gut. Schonen Sie sich jedoch nicht zu lange und versuchen Sie, möglichst schnell wieder aktiv zu werden. Eine operative Behandlung ist bei der Ischialgie in der Regel nicht nötig.

Fazit

Ischiasschmerzen können jeden treffen, treten aber besonders häufig bei einer zu schwach ausgebildeten Rückenmuskulatur auf. Stärken Sie diese also so gut es geht! Vermeiden Sie es im Alltag, schwere Lasten aus dem Rücken heraus zu heben, sondern heben Sie diese immer aus den Knien heraus.

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