Gegen die Angst: Tipps für die Zeit im Warteraum

Es sind Termine, die niemand gerne von uns wahrnimmt. Wenn der Besuch beim Zahnarzt ansteht oder ein wichtiger Eingriff im Krankenhaus bevorsteht, beginnt bei vielen Patienten das große Zittern. Angst und Schweißausbrüche gehören zum Standardprogramm, welches der Körper unbewusst abspult. Mit diesen kleinen Tricks lässt sich das Bangen auf die Untersuchung jedoch umgehen.

Es geht leider nicht ohne Wartezeit. Jede noch so gut organisierte Praxis kommt an den Punkt, in dem der strukturierte Terminplan durcheinander gerät. Eine Sache der Natur, doch für ängstliche Patienten wird die Tortur der Wartezeit nur unnötig verlängert.

Es gibt jedoch Methoden, um sich die Minuten im Wartezimmer sinnvoll zu vertreiben. Mit einem Handy stehen die Möglichkeiten offen: neue Folgen des Lieblingspodcasts hören oder beruhigende Musik des Lieblingskünstlers sowie Online Spiele sorgen für unterhaltsame Minuten, die den Gedanken an die bevorstehenden Untersuchung vertreiben. Ein neuer Highscore und positive Töne beeinflussen die Glückshormone so stark, dass die Euphorie über die Angst siegt.

Ruhephase nutzen

Die Ablenkung ist ein zentrales Element, um Angstgefühle zu beseitigen. Es geht nicht um Unterdrückung, sondern darum, die Gedanken neu auszurichten. Dazu muss das Gehirn mit externen Impulsen gefüttert werden, die Konzentration verlangen. Während Musik für kurzzeitige Ablenkung sorgt, beschäftigt man mit einem guten Buch die eigenen Gedanken noch intensiver. Das Verarbeiten von Wörtern und das Eintauchen in die Geschichte bilden einen gesamtheitlichen Rahmen, der für neue Gedankengänge garantiert. Die Vorstellung der Figuren und Formen von Fantasien beruhigt die Nerven und minimiert die Angst.

Wer auf Mobiltelefone und Bücher verzichten will, kann sich mit kleinen Meditationsübungen in seine Ruhephase transportieren. Es hilft, wenn die Übungen bereits Zuhause in gewohnter Umgebung ausprobiert wurden, um sich in neuen Situationen schneller darauf einzulassen. Es sollte jedem Patienten bewusst sein, dass das Erreichen der tiefen Entspannungsphase nicht erzielt werden kann. Zu groß sind die Ablenkungen durch Geräusche und andere Personen. Jedoch kann für einen kurzen Moment eine angenehme Atmosphäre geschaffen werden, die beruhigt.

Arztbesuche entspannter wahrnehmen

Eine weitere Methode bieten Zeitvertreibe, die das Gehirn fordern und fördern. Kreuzworträtsel und Sudoku-Spiele regen die grauen Zellen an und lenken von dem hektischen Treiben in Praxen und Wartezimmern ab. Gemeinsam mit seiner Begleitperson kann gemeinschaftlich gerätselt werden, was zusätzlich unterstützend wirkt. Die Suche nach Begriffen und Zahlen setzt Konzentration voraus, die wiederum klare Gedankengänge benötigt und die ängstlichen Gefühle vertreibt. Ein Kreislauf, der erdet.

Die kleinen Ticks sind als praktische Hilfestellung zu sehen, wenn es sich um natürliche Angstzustände handelt. Sicherlich kann ein gutes Buch oder ein kurzweiliges Spiel auf dem Handy keine größere Angststörung umgehend heilen. In diesen besonderen Fällen sind deutlich weitreichendere Schritte zu gehen. Der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt oder Operationen im Krankenhaus kann auf diese Weise jedoch angenehmer gestaltet werden. Voraussetzung ist: Als Patient muss man sich auf die Methoden einlassen. Eine natürliche Blockierung oder Zwang führen zu einem unbefriedigenden Ergebnis und lassen im Umkehrschluss die Angst wachsen. Die Zeit im Wartezimmer sollte als Möglichkeit gesehen werden, den Moment für sein eigenes Wohl im geeigneten Maße zu nutzen.

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