Erkrankungen der Haare und Kopfhaut

Erkrankungen der Haare und Kopfhaut

Ob nun kurz oder lang, glatt oder auch lockig – in der heutigen modernen Zeit sind Haare ein Zeichen für ein gepflegtes Äußeres.

Häufig werden sie auch als Statussymbol bezeichnet, da sie im Grunde eine gesellschaftliche Funktion erfüllen. So werden Haare vor allem als Ausdruck des Charakters/Persönlichkeit verstanden.

Werden Haare aber krank oder fallen sie aus, kann dies enorme Auswirkungen auf die Psyche und das Selbstwertgefühl haben.

Allgemeine Informationen über das menschliche Haar

Aufbau der Haare / Haartypen

Haare in der Wachstumsphase sind tief in der Haut verankert, und zwar direkt an der Lederhaut und dem Fettgewebe. Dabei ist ein einzelnes Haar grundsätzlich mit einer Talgdrüse und einem Haarbalgmuskel vergesellschaftet. Letztgenannter Muskel sorgt dafür, dass sich das Haar aufrichten kann, wie zum Beispiel bei einer „Gänsehaut“. Hingegen sorgt die Talgdrüse dafür, dass das Haar sowie die Hautschichten schön geschmeidig bleiben. Wenn also die Talgdrüsen zu stark aktiv sind, werden die Haare fettig und im umgekehrten Fall trocken und stumpf.

Am Ende des Haares befindet sich ein kleiner Hautzapfen, der auch als „Papille“ bezeichnet wird. Dieser versorgt die Haare mit Boten- und Nährstoffen und nimmt somit eine wichtige Funktion ein. Das Haarwachstum wird von diesem Bereich sowie den „Tassenzellen“ (Zellen im angrenzenden Bereich) gesteuert.

Generell kann zwischen den folgenden Haartypen unterschieden werden:

  1. Lanugohaar: Es handelt sich hierbei um die Haare des ungeborenen Kindes, das sich also noch im Mutterleib befindet. Dabei werden die Lanugohaare nach der Geburt der Reihe nach mit den folgenden Haaren ersetzt.
  2. Vellushaar: Vellushaare treten bis zur Pubertät auf und haben weitgehend Pigmente. Zudem sind sie sehr dünn.
  3. Intermediärhaar: In Bezug auf die Dicke und Größe nehmen die Intermediärhaare eine Art Zwischenposition zwischen den Vellus- und Terminalhaaren ein.
  4. Terminalhaar: Bei den Terminalhaaren handelt es sich um die Haare, die schon seit der Geburt bestehen, wie zum Beispiel an den Wimpern, Brauen und der Kopfhaut.

Bei Männern wird das Vellushaar ab der Pubertät schrittweise in das Intermediär- und Terminalhaar bis zu etwa 90 Prozent umgewandelt. Hingegen sind es bei Frauen lediglich bis zu 35 Prozent. Es kann aber auch vorkommen, dass ein umgekehrter Prozess abläuft, sodass sich die Terminalhaare in Intermediär- und Vellushaare wandeln. Auch ein vollständiges Verschwinden der Haare ist hier nicht ausgeschlossen. Solch ein Vorgang wird auch als androgenetische Alopezie bzw. als anlagebedingter Haarausfall bezeichnet.

Haarzyklus

Der Haarzyklus besteht aus sich kontinuierlich wiederholenden Phasen, wobei die Zahl der Haare variiert und zwischen 90.000 und 150.000 liegen kann. Im Durchschnitt befinden sich etwa

->     85 Prozent in der Wachstumsphase (Anagenphase)

->     ein Prozent in der Übergangsphase (Katagenphase)

und

->    14 Prozent in der Ausfallphase (Telogenphase).

Jeder Mensch verliert auf eine ganz natürliche Art und Weise etwa 60 bis 100 Haare pro Tag.

Haarwurzelformen

Anagenhaare: Anagenhaare befinden sich in der Wachstumsphase und können unterschieden werden in Haare mit und ohne Wurzelscheide sowie mit Papille. Vom Aussehen her ähneln Anagenhaare einem Golfschläger.

Telogenhaare: Nach der Anagen- und Katagenphase formen sich die Haare in Telogenhaare. Dabei werden sie kürzer und besitzen einen dünnen Haarschaft. Aus diesem Grund nennt man sie auch „Keulenhaare“.

Dystrophische Haare: Dystrophische Haare können keinem Haarzyklus zugeordnet werden und ähneln vom Aussehen her einem Bleistift. Meist treten diese Haare bei stark schädigenden Einflüssen (z. B. Haarverlust bei einer Chemotherapie) auf.

Abgebrochene Haare: Abgebrochene Haare sind leicht zu erkennen. Dabei endet der Haarschaft mit einer glatten oder gezackten Fläche. In der Regel handelt es sich hier um Anagenhaare, die aufgrund angeborener oder erworbener verminderter Reißfestigkeit brechen.

Tipp: Detaillierte Informationen gibt es auch auf der Homepage medizininfo.de.

Erkrankungen des Haares

Millionen von Menschen leiden unter Haarausfall. Dabei ist die häufigste Form die sogenannte androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall). So leiden zum Beispiel 95 Prozent aller betroffenen Männer unter dieser Form. Die Ursache für diese Erkrankung ist ein Zusammenspiel unterschiedlicher erblicher Anlagen, wobei die Androgene (männliche Sexualhormone) eine Schlüsselrolle spielen. Der bekannteste Hauptvertreter ist wohl das Testosteron, das bei Männern in den Hoden und bei Frauen auch in kleinen Mengen in der Nebennierenrinde und in den Eierstöcken produziert wird. Nachdem das Hormon über den Blutkreislauf in die Haarfollikel gebracht wurde, wird es mithilfe des 5-alpha-Reduktase-Enzyms in das 5-alpha-Dihydrotestosteron (DHT) verwandelt.

Wenn eine androgenetsiche Alopezie vorliegt, dann kommt zu einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber dem DHT und die Haarwurzel schrumpft. Wiederum führt diese Schrumpfung dazu, dass sich die Wachstumsphasen verkürzen. Infolgedessen wachsen die Haare zwar schneller, fallen aber auch früher aus. Zudem ist jedes neuwachsende Haar kleiner und dünner als das vorherige Haar. Zum Schluss stirbt die Haarwurzel endgültig ab.

Eine weitere häufig auftretende Erkrankung ist der kreisrunde Haarausfall (Alopezia areata). Diese Erkrankung liegt vor, wenn die Haare in einem oder mehreren kreisrunden/ovalen Bereichen ausfallen. In der Regel befinden sich am Rand abgebrochene kurze Haare, die auch als Ausrufungszeichenhaare bezeichnet werden. Die Ursachen für diese Erkrankung sind bisher nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass immunologische Faktoren eine Rolle spielen.

Tipp: Detaillierte Informationen über weitere Haarerkrankungen gibt es auf der Homepage dkv.com.

 

 

Erkrankungen der Kopfhaut

In der Dermatologie gibt es viele Krankheitsbilder, bei denen die Kopfhaut betroffen sein kann. Generell wird hier zwischen entzündlichen und nicht-entzündlichen Erkrankungen unterschieden. Dabei gehören zu den entzündlichen Erkrankungen die mikrobiellen Entzündungen. Das heißt, sie werden durch Pilze oder Bakterien verursacht. Außerdem gibt es auch sterile Entzündungen, wie zum Beispiel Psoriasis (Schuppenflechte) oder Kopfhautekzeme. Eingehende Informationen über diese Erkrankungen gibt es auf der Homepage haare-schuppen.de.

Therapiemöglichkeiten bei Haar- und Kopfhauterkrankungen

Für Haar- und Kopfhauterkrankungen wie beispielsweise Haarausfall oder Schuppenflechte gibt es zahlreiche unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Zunächst sollte aber eine Ursachenabklärung vorgenommen werden. Aus dieser Abklärung heraus kann dann entschieden werden, welche Therapie (äußerlich und/oder innerlich) am sinnvollsten und erfolgsversprechend ist. Dabei müssen nicht immer direkt chemische und harte Tonika oder Shampoos zum Einsatz kommen. Naturprodukte zur Behandlung von Haar- und Kopfhauterkrankungen haben sich in der Vergangenheit in vielerlei Hinsicht bewährt.

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