Broken-Heart-Syndrom: Wie Liebeskummer zur Krankheit wird

„An einem gebrochenen Herzen kann man sterben.“ Diese Aussage sollten Sie künftig nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Denn tatsächlich kann extremer Liebeskummer zur Krankheit werden und schwere Herzschäden verursachen. Doch nicht nur eine Trennung, auch tiefe Trauer, große Angst oder ein Übermaß an Glücksgefühlen können für das Broken-Heart-Syndrom verantwortlich sein. Was hinter dieser Erkrankung steckt, erklärt dieser Ratgeber.

Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Hinter dem Broken-Heart-Syndrom (zu deutsch: gebrochenes Herz) verbirgt sich eine Herzkrankheit, die durch emotionalen Stress ausgelöst wird. Bei einer Trennung, einer falschen Herangehensweise, um den oder die Ex zurückzugewinnen oder bei Todesfällen schüttet der Körper eine Vielzahl an Stresshormonen aus.

Zunächst scheinen die Symptome einem Herzinfarkt zu entsprechen. Ein Engegefühl in der Brust, Atemnot und Schmerzen im Arm. Doch bei der Untersuchung des Herzens wird erkenntlich, dass keine Verstopfung der Herzgefäße vorliegt.

Ursache für die herzinfarktähnlichen Anzeichen ist eine durch Stress ausgelöste Funktionsstörung der linken Herzkammer. Emotionale Belastungen wie Liebeskummer oder Trauer sind in den meisten Fällen Auslöser für die Erkrankung. Doch auch extreme Glücksgefühle können dafür verantwortlich sein.

Wie gefährlich ist ein gebrochenes Herz?

Vor allem in der Akutphase kann das Broken-Heart-Syndrom sehr gefährlich sein. Kommt es zu einem kardiogenen Schock, pumpt das Herz zu wenig Blut und Sauerstoff in den Körper. Die Folge davon können Schädigungen der Organe bis hin zum akuten Organversagen sein.

Betroffene werden wie bei einem Herzinfarkt in den ersten Stunden oder Tagen intensiv überwacht. Auch nachdem sich eine Besserung einstellt, müssen die Patienten weitere Wochen beobachtet werden.

Muss das Broken-Heart-Syndrom operiert werden?

Im Regelfall ist bei einem Broken-Heart-Syndrom keine Operation notwendig. Da das Herz nicht wirklich gebrochen, sondern die Herzmuskeln verkrampft sind, würde ein operativer Eingriff keine Abhilfe schaffen. Die Patienten werden auf der Intensivstation überwacht und erhalten eine Lösung injiziert, die den Gehalt an Stresshormonen im Körper reduziert. So kann sich das Herz beruhigen, die Muskeln entspannen sich und das Blut kann wieder durch den Körper gepumpt werden.

Wer kann an einem gebrochenen Herz erkranken?

Noch immer sind die genauen Ursachen für das Broken-Heart-Syndrom nicht eindeutig geklärt. Ärzte gehen davon aus, dass bei sogenannten Risikopatienten erblich bedingt bereits eine erhöhte Anzahl von Stresshormonen im Körper auftritt. Ein weiteres Risiko stellen Personen dar, deren Herzzellen erheblicher auf Stress reagieren. In den meisten Fällen lässt sich dies jedoch erst dann erkennen, wenn die Diagnose bereits gestellt wurde.

Mediziner gehen heute davon aus, dass bei einem bis drei Prozent aller Patienten mit einem vermeintlichen Herzinfarkt, ein gebrochenes Herz Auslöser für die Symptome war.

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