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2020-11-27T14:56:13+01:00

Bild rechts (© Prof. Dr. med. Hans-Joachim Schäfers – uniklinikum-saarland.de): Die normale Aorta
(A) hat eine leichte Erweiterung des Anfangsteils (Aortenwurzel). Hier ist die Aortenklappe aufgehängt. Die Erweiterung
der Aorta (B) führt zu einer Verformung der Aortenklappe und möglicher Undichtigkeit.
Bei einem ausgeprägten Aneurysma (C) wird die Aortenklappe fast immer verzogen,
auch aufgrund der Verkleinerung der Aorta durch die Operation muss die Form der
Klappe gezielt korrigiert werden.

Unter bestimmten
Bedingungen tritt eine Erweiterung der Aorta ascendens auf, man bezeichnet diese
Aufweitung als Aneurysma. Die Ursache eines solchen Aneurysmas ist immer eine
Wandschwäche der Aorta. Das Aneurysma kann zu einer Verformung der Aortenklappe
führen, die dann undicht wird. Eine Undichtigkeit (Insuffizienz) der
Aortenklappe kommt bei mehr als der Hälfte der Betroffenen vor. Die größte
Gefahr eines Aneurysmas der Aorta ascendens besteht jedoch im Platzen der Aorta
(Ruptur) oder dem Auftreten einer Auffaserung der Aortenwand
(Aortendissektion). Beide Komplikationen haben ein hohes Sterblichkeitsrisiko.

Bei der Dissektion
tritt fließendes Blut in die Wand der Aorta ein und bildet zwischen den
Wandschichten einen neuen Flusskanal. Durch diesen Prozess wird die ohnehin
belastete Aortenwand zusätzlich geschwächt, Blut kann nun leicht aus der Wand
austreten und zum Beispiel das Herz bei seinem Füllen behindern. Bei der
Röntgenuntersuchung der Dissektion sieht man meist eine Erweiterung der Aorta,
praktisch immer aber einen Teil der Wandschichten, die den neu gebildeten
Flusskanal von dem ursprünglichen Innenraum der Aorta trennt (Dissektionsmembran).

Die
Wahrscheinlichkeit, dass eine Ruptur oder Dissektion auftritt, hängt wesentlich
vom Durchmesser der Aorta, der Festigkeit der Aortenwand und dem Vorliegen
eines Bluthochdrucks ab. Mit zunehmendem Durchmesser steigt das Risiko. Für viele
Menschen gilt ein Durchmesser von 5,5 cm als die Grenze, ab der das Risiko von
Komplikationen so groß ist, dass die Aorta prophylaktisch ersetzt werden
sollte. Bei jüngeren Menschen und solchen, bei denen eine angeborene
Fehlbildung der Aortenklappe vorliegt oder eine Bindegewebserkrankung besteht,
kann schon bei einem geringeren Durchmesser die Operation sinnvoll sein.

Herkunft und
Entwicklung:
Die gegenwärtig verwendeten Operationsverfahren wurden
in verschiedenen Zentren, u.a. auch in Deutschland, innerhalb der letzten 20
Jahren entwickelt.

Stationär / Ambulant:
Der Ersatz der Aorta ascendens mit
Erhalt der Aortenklappe ist eine große Operation, daher wird diese OP ausschließlich
stationär durchgeführt – inkl. einem spezialisierten Team. Der OP
anschließend folgt eine entsprechende Betreuung auf der Intensivstation.

Kosten der
Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse:
Die Operation
kostet aktuell (Stand Mai 2011) bei
einem gesetzlich Versicherten, einschließlich des stationären Aufenthaltes,
etwa 17.000 Euro. Die Kosten werden von den deutschen Krankenkassen übernommen.

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