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2020-11-27T15:34:25+01:00

Das Arzt-Patienten-Gespräch und die Wahl des richtigen
Operateurs:
Neben
der formellen Facharztanerkennung sollte der Plastische Chirurg eine
umfangreiche Erfahrung in allen wesentlichen Techniken der Plastischen
Chirurgie besitzen. Nach einer ausführlichen Untersuchung und einem
detaillierten Aufnahmegespräch sollte der/die
Patient/-in über die verschiedenen zur Verfügung stehenden operativen
Verfahren, das zu erwartende Ergebnis sowie über mögliche Komplikationen und
Risiken ausführlich beraten und aufgeklärt werden.

Zunächst
sollte sich die Patientin / der Patient vergewissern, ob der Arzt Facharzt für
Plastische Chirurgie ist, da teilweise auch Ärzte ohne diese langjährige
Ausbildung (so genannte „Schönheitschirurgen“), derartige Eingriffe
durchführen.

Der
Eingriff muss in einer angemessenen ausgestatteten Klinik oder Praxisklinik mit
den Möglichkeiten der Überwachung und Notfallbehandlung erfolgen.

Der
ausführende Operateur muss also Facharzt für Plastische Chirurgie sein. Die Frage
nach der Facharztausbildung und der Urkunde sollte zu keiner Irritation führen,
und auch die regional zuständige Ärztekammer gibt hierzu gerne Auskunft.

Informationen für den behandelnden Arzt / Tests und Voruntersuchungen: Bei
der Erstvorstellung wird der Patient vom Plastischen Chirurgen ausführlich
körperlich untersucht. Dabei wird insbesondere auf das Vorhandensein von Narben
aus Voroperationen, von Hauterkrankungen sowie das Vorliegen einer funktionellen
Einschränkung geachtet. Bei gesunden, jungen Patienten ist lediglich eine
Blutuntersuchung zur Bestimmung des Hämoglobinwertes (roter Blutfarbstoff,
verantwortlich für den Sauerstofftransport)
sowie der Blutgerinnungswerte für die Operation notwendig. Weitere
allgemeine Voruntersuchungen (z.B. EKG, Lungenröntgen) werden ggf. von
Anästhesisten angefordert. Vor der Operation müssen in der Klinik
Standardfotografien angefertigt werden.

Bei
einer Oberschenkelstraffung ist mit einem geringen Blutverlust zu rechnen. Die
Notwendigkeit einer Bluttransfusion ist daher nicht zu erwarten. Aufgrund
dessen wird eine Eigenblutspende vor einem solchen Eingriff nicht empfohlen.

Einzureichende Unterlagen: Vor einem nicht zwingend erforderlichen Eingriff muss eine
besonders sorgfältige Aufklärung über die Behandlung, Alternativen, Folgen und
mögliche Risiken sowie Komplikationen erfolgen. Dies darf nicht erst am
Operationstag geschehen und ist durch ein von Patienten unterschriebenes Einwilligungsformular zu dokumentieren.
Entsprechendes gilt für die Narkose. Falls der Eingriff aus ästhetischen
Gründen erfolgen sollte, ist ein Behandlungsvertrag erforderlich. In diesem
bestätigt der Patient die
Zurkenntnisnahme, dass Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen.

Zusätzlich sollten dem Arzt alle verfügbaren Vorbefunde und
ggf. ein Allergiepass vorgelegt werden. Ein verantwortungsbewusster Arzt wird den
Patienten im Allgemeinen vor der Konsultation einen Fragebogen über ihre
Vorerkrankungen und –operationen vorlegen.

Einnahme von Medikamenten: Die
Patientin / Der Patient sollte sowohl dem Plastischen Chirurgen wie auch dem
Anästhesisten mitteilen, welche Medikamente aktuell eingenommen werden. Ganz
besonders bedeutsam sind blutverdünnende Medikamente, wie Aspirin (ASS) oder
Marcumar, sowie Tabletten für die Behandlung der Diabetes. Wurden diese von
einem anderen Arzt verordnet, sollte mit diesem Rücksprache gehalten werden, ob
und ab wann vor der Operation sie pausiert werden können.

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