2022


2022

2020-11-27T14:58:56+01:00

Die Operation: Die folgende Beschreibung gilt im Grundsatz für beide Operationen, nur der Zielpunkt ist, wie beschrieben, beim Tremor ein anderer.

Zu Beginn der Operation wird in örtlicher Betäubung am Kopf des Patienten ein stereotaktischer Rahmen fest fixiert. Mit diesem Rahmen wird dann eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie durchgeführt, wobei der Rahmen als Referenz dient, auf dem man jeden Punkt mit seinen x, y und z Koordinaten bestimmen kann. Die Daten des CT oder MRT werden in eine Planungsstation eingelesen und dann wird mit Hilfe eines Computerprogramms eine Fusion von Kernspin und CT Bild oder eine direkte Planung nach dem Kernspin vorgenommen. Dieser Schritt kann einige Zeit beanspruchen, bei der der Patient aber etwas entspannen kann.

Sind dann die Zielpunkte berechnet und die Wege der Sonde (Trajektorien) dorthin bestimmt, beginnt der eigentliche Eingriff.

Zunächst wird in Dämmerschlaf oder örtlicher Betäubung ein ca. 9 mm großes Loch rechts oder links ca. 3 cm von der Mittellinie im Bereich des Kopfhaares gebohrt. Danach wird vom Operateur die Hirnhaut eröffnet und dann eine oder mehrere Mikroelektroden in Richtung des Zielpunktes vorgeschoben. Dies alles geschieht mit Präzisionsinstrumenten, die auf den Millimeter genau arbeiten. Kurz vor dem Zielpunkt beginnt der wichtigste Teil der Operation. Es wird jetzt die Elektrode 1 mm weise vorgeschoben und in jeder Position dann eine Mikroableitung vorgenommen. Den Zielpunkt, in der Regel den Nucleus subthalamicus, erkennt man durch eine bestimmte elektrische Spontanaktivität. Nach Abschluss der Ableitungen wird dann an verschiedenen Stellen eine Probestimulation vorgenommen. Hier ist die Mitarbeit des Patienten unabdingbar. Durch die Stimulation wird der Effekt auf die Hauptsymptome der Parkinson’schen Erkrankung vom Neurologen untersucht und bewertet, ebenso wird dabei auf Nebenwirkungen geachtet. Diese Testung kann einige Zeit dauern, um den optimalen Platz für die definitive Elektrode zu bestimmen. Diese wird dann implantiert und dasselbe auf der Gegenseite nochmals durchgeführt. Dieser Abschnitt der Operation dauert zwischen 2 und 6 Stunden, kann allerdings auch erheblich länger dauern. Während dieser Zeit sorgt das Pflegepersonal für bequeme Lagerung des Patienten. Wohltuend wird auch die Anwesenheit eines Physiotherapeuten empfunden, der den Patienten auf dem OP-Tisch durchbewegt und die Muskulatur leicht massiert. Sind beide Elektroden implantiert, wird in den meisten Zentren in Vollnarkose die Implantation des Impulsgebers, ähnlich eines Herzschrittmachers, und die Verlegung der Kabel unter der Haut vorgenommen. Dies dauert nochmals ca. 1 ½ Stunden. Andere Kliniken machen diese Operation am nächsten Tag.

Danach kommt der Patient in der Regel in den Aufwachraum oder für eine Nacht auf die Wachstation. In den Folgetagen wird dann der Impulsgeber eingeschaltet. Die endgültige Programmierung erfolgt jedoch erst nach ca. 6 – 8 Wochen. Die Hautfäden werden nach ca. 10 Tagen entfernt.

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