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2020-11-27T14:57:09+01:00

In den modernen neurovaskulären Zentren sind Hochleistungsmikroskope im
Einsatz, die ein Umschalten auf Fluoreszenzmodus ermöglichen. Dadurch ist man
in der Lage, über eine intravenöse Verabreichung eines bestimmten Mittels eine fluoreszierende
Reaktion in den zuführenden Gefäßen zu erreichen. Der Operateur kann sich somit
einen Eindruck von der Durchblutungssituation im Angiom machen. Operationen dieses
Schweregrades werden vor allem bei schwieriger Lokalisation des AV-Angioms
unter elektrophysiologischem Monitoring durchgeführt, womit Störungen in der
sensiblen oder motorischen Leitungsbahn schnell aufgedeckt werden können. Gerade
bei tiefsitzenden Läsionen ist der Einsatz der Neuronavigation extrem hilfreich.
Damit lässt sich auf den Millimeter genau festlegen, an welcher Stelle im Gehirn
die zu operierende AV-Malformation sitzt.

Die Operation beginnt mit der Lagerung des Patienten, wobei der Schädel
in eine metallische Halterung eingespannt wird, um so ein Rutschen zu
verhindern. Nach Anzeichnen des Hautschnittes folgt die sterile Abdeckung. Nach
Abpräparation eines Hautlappens wird ein Bohrloch im Schädel angelegt und ein
Knochendeckel ausgesägt, der am Ende der Operation wieder eingesetzt wird.
Danach wird die harte Hirnhaut (Dura) eröffnet und dann schrittweise das
AV-Angiom unter dem Operationsmikroskop mit Mikroinstrumenten Schritt für
Schritt freipräpariert. Zunächst werden die noch nicht verschlossenen arteriellen
Zuflüsse dargestellt, unterbunden und dann durchtrennt. Zum Schluss wird die
ableitende Hauptvene unterbunden und durchtrennt und das AV-Angiom insgesamt
entfernt. Nach sorgfältiger Blutstillung wird die Dura wieder verschlossen und
der Knochendeckel wieder eingesetzt, der in einigen Monaten wieder fest
verwachsen ist. Danach erfolgt der Verschluss der Haut, in der Regel mit Wundklammern.
Falls ein Wunddrainage-Schlauch eingelegt wird, wird dieser am nächsten Tag
entfernt.

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