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2020-11-27T14:57:09+01:00

Die harte Rückenmarkshaut (Dura mater) wird längs in der Mittellinie eröffnet. Danach werden ebenfalls längs genau in der Mittellinie sowohl die weiche Rückenmarkshaut (Pia mater) als auch das Rückenmark selbst (posteriore mediane Myelotomie) eröffnet. Nach nur 1 mm trifft man auf den Tumor. Das Rückenmark ist wie eine Papierhülle um den Tumor gelagert.

Es gibt Stellen, wo der Tumor sich klar abgrenzen lässt, aber auch Stellen mit echter Verzahnung. Hier ist es extrem schwierig, die Grenze zum funktionierenden Rückenmark zu erkennen! In jedem mm Querschnitt der Präparation besteht die Gefahr einer kompletten Querschnittslähmung. Die Werte des Neuromonitorings müssen ständig angegeben werden, um frühzeitige Veränderungen wahrzunehmen und die Operation zu steuern.

Nach mehreren Stunden ist der Tumor unter Zuhilfenahme des CUSA komplett entfernt. Die sensiblen und motorischen Signale sind stabil. Die weiche Rückenmarkshaut wird mit einzelnen, feinen, resorbierbaren Nähten zusammengefügt und dadurch das Rückenmark selbst wieder verschlossen. Die harte Rückenmarkshaut wird dann nach Möglichkeit wasserdicht vernäht.

Schließlich werden die entnommenen Wirbelbögen wieder eingesetzt. Dabei wird jeder Bogen mit etwa zwei Titanplättchen und Schrauben am Rand befestigt. Da die sensiblen und motorischen Signale auch danach stabil bleiben, kann nun die Wunde in mehreren Schichten mit Nähten verschlossen werden. Wahlweise kann vorher noch eine Wunddrainage eingelegt werden. Die Wunde wird dann mit einem sterilen Pflaster versorgt.

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