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2020-11-27T14:49:25+01:00

Operationsname, Definition: Knie-TEP-Wechsel / Synonym: Wechsel bzw. Austausch einer Knietotalendoprothese, Revision
eines künstlichen Kniegelenks bzw. eines
Oberflächenersatzes am Knie

Hintergrundinformationen: Im Durchschnitt ist der
Wechsel einer Knieprothese ca. 10-15 Jahren nach der Erstimplantation des
Kunstgelenkes
erforderlich. Nach diesem Zeitraum ist die Prothese meist
aufgrund der Abnutzung der Lauffläche (ein sogenanntes Inlay) aus einem
Kunststoff (Polyethylen) gelockert. Bei der Operation müssen die lockeren Teile
der Prothese gewechselt werden.

Bei einem nachgewiesenen
Infekt (z.B. durch Bakterien) der Knieprothese ist der Wechsel auch früher
notwendig. Hierbei muss der Eingriff
meist zweizeitig durchgeführt werden. In einem ersten Eingriff wird die
Prothese komplett entfernt und das Knochenlager gereinigt. An die Stelle der Knieprothese
wird ein Platzhalter aus Antibiotika enthaltendem Knochenzement implantiert.
Zusätzlich wird mit Antibiotika über die Vene (intravenös, „Tropf“) und/oder
mit Antibiotika-Tabletten behandelt. Nach Ausheilung der Infektion im
Kniegelenk kann dann in einer zweiten Operation wieder eine Knieprothese
eingebaut werden.

In selteneren Fällen müssen
nur einzelne Teile der Knieprothese ausgetauscht werden. Hierbei kommt zum
Beispiel der Wechsel des Inlays, oder der einfache Wechsel der Oberschenkel-
oder der Schienbeinkomponente in Frage. Diese Möglichkeit muss bei dauerhaften
Beschwerden nach Knieprothesenimplantation auch ohne Lockerung oder Infektion
der Prothese, etwa bei dem Vorliegen eines instabilen Gelenkes, erwogen werden.

Die
Entscheidung zum Knie-TEP-Wechsel sollte nur nach ausführlicher Diagnostik
durch einen erfahrenen Operateur erfolgen. Da TEP-Wechsel bzw. Knie-TEP-Wechsel
oft deutlich schwieriger als Erstimplantationen einer Prothese sind, sollte der
Operateur über besonders viel Erfahrung verfügen, die über die Erstimplantation
hinausgehen. Die Standzeiten der für den Wechsel meist verwendeten gekoppelten
(oder teilgekoppelten) Knie-Prothesen sind durchschnittlich geringer als für
das erste Implantat und erreichen oft keine 10 Jahre.

Facharzt dieser Operation: Ist die Lockerung oder der Infekt der Prothese hinreichend bewiesen und
die genaue Ursache für die Beschwerden geklärt, wird die Operation meist von
einem Facharzt für Orthopädie oder Orthopädie und Unfallchirurgie (seltener
auch Facharzt für Chirurgie) unter stationären Bedingungen durchgeführt.

Häufigkeit pro Jahr: Mit der steigenden Anzahl der Erstimplantationen der Knieendoprothesen
steigt auch die Anzahl der Wechseloperationen. Im Moment werden in Deutschland
etwa 12.000 Wechseloperationen von Knieprothesen im Jahr durchgeführt (ca. 8%
der Erstimplantationen).

Stationär / Ambulant: Die Operation Knie-TEP-Wechsel
wird stationär durchgeführt.

Kosten der Operation und Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Die
Kosten der Knie-TEP-Wechsel-Operation werden von der gesetzlichen und privaten
Krankenkasse komplett übernommen. Der gesetzlichen Krankenkasse entstehen für
die stationäre Behandlung und die Operation Kosten in Höhe von ca. 10000 Euro.

Die
Kosten werden von privaten und gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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