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2020-11-27T14:48:05+01:00

Grund und Ziel der Operation: Folgen eines Kahnbeinbruches sind anfänglich Schmerzen im Handgelenk und eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung, die einer Prellung oder Verstauchung des Handgelenkes gleichen. Handelt es sich um eine verschobene Fraktur oder ist eine Trümmerzone vorhanden, so sollte der Bruch auf alle Fälle stabilisiert werden, da es sonst zu schwerwiegenden Spätfolgen im Sinne einer Pseudarthrose oder gar eines karpalen Kollapses (SNAC-wrist = scaphoid nonunion advanced collapse) kommen kann. Als karpaler Kollaps wird das „Zusammensinken“ der Handwurzelknochen bezeichnet, wodurch es zu einem Ungleichgewicht der artikulierenden Gelenkflächen kommen kann.

Einen grundlegenden Vorteil der operativen Versorgung stellt die Frühmobilisation dar. Als Nachteile sind die üblichen Operationsrisiken, wie bspw. Infektion, Nachblutung oder Wundheilungsstörung, zu nennen, die jedoch bei diesem Eingriff eine untergeordnete Rolle spielen.

Alternativen zu dieser Operation: Die Alternative zur operativen Stabilisierung bei stabilen Brüchen ist die konservative Gipsbehandlung bzw. die Stabilisierung des Bruches mit Kirschner Drähten.

Vorteil eines konservativen Vorgehens im Sinne einer Gipsbehandlung ist das fehlende Operationsrisiko. Dies kann gelegentlich bei sehr alten Patienten, für die jegliche Form einer Narkose ein Risiko darstellt, eine Alternative sein. Nachteil ist eine relativ lange Ruhigstellung für bis zu 12 Wochen und das Risiko, dass der Knochen nicht verheilt.

Heilung und Heilungschancen: Die Heilungschancen im Sinne einer Knochenheilung liegen bei nahezu 100%. Kontrolluntersuchungen, die durchschnittlich ein Jahr postoperativ durchgeführt wurden, ergaben im Vergleich zur gesunden Gegenseite:

  • 81% der Beugung und Streckung im Handgelenk wurden durchschnittlich wieder erreicht,
  • 90% der Umwendbewegung im Handgelenk wurden durchschnittlich wieder erreicht,
  • 71 % der Kraft wurde durchschnittlich erreicht.

Die Ergebnisse sind abhängig von der Schwere des Bruches.

Entscheidung für die Operation: Handelt es sich um einen Bruch mit einer Verschiebung der Knochenfragmente bzw. drohen diese abzurutschen, liegt eine Gelenkstufe vor, handelt es sich um einen Trümmerbruch oder wünscht der Patient ein frühfunktionelles Ergebnis, sollte auf alle Fälle zu einem operativen Vorgehen geraten werden.

Es gilt, den Bruch so früh wie möglich zu stabilisieren. Prognostisch günstig ist eine Versorgung in den ersten zwei Wochen nach Trauma.

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