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2020-11-30T04:48:22+01:00

Die Zirrhose ist eine Krankheit beziehungsweise genau
genommen ein Krankheitsprozess, der meist am Ende einer bereits längeren
Krankheitsgeschichte steht. Dabei kommt es letztlich zu einer Schrumpfung des
betroffenen Organs. Sie kann verschiedene Organe betreffen, am bekanntesten ist
die Leberzirrhose.

Beispiel Leberzirrhose: Entstehung und Ursachen

Die Zirrhose stellt oft das Endstadium eines
Krankheitsverlaufs dar. Sie ist dann in aller Regel nicht mehr umkehrbar
(irreversibel). Durch den chronischen Entzündungsprozess, der einer Zirrhose vorausgeht,
kommt es permanent zum Abbau und anschließend wieder Aufbau (Regeneration) von
Gewebe. Diese kurzzeitige Regeneration kann aber das zerstörte Organ nicht
ersetzen. Stattdessen kommt es zu einer knotig-veränderten, vernarbten
Gewebestruktur und in Folge dessen zu einer übermäßigen Bildung von
Bindegewebe. Dieser Zustand wird auch als Fibrose bezeichnet. Die Durchblutung
des Organs ist nun nicht mehr optimal möglich.

Die Leberzirrhose stellt mit rund einer Million Betroffenen
in Deutschland die häufigste Form dar. Männer sind doppelt so häufig betroffen
wie Frauen. Man unterscheidet zwischen drei Arten, je nach Ursache: Die
Alkoholische Leberzirrhose als Folge chronischen Alkoholmissbrauchs, die
Fettleber sowie weitere Ursachen, wobei die chronische Hepatitis mit
vorausgegangener Virusinfektion hier wiederum die häufigste darstellt. Auch
bestimmte Lösungsmittel und Chemikalien können als Folge einer
Vergiftungsreaktion eine Leberzirrhose auslösen. Bemerkbar macht sie sich meist
durch allgemeine Symptome wie rascher Gewichtsverlust, Übelkeit und starke
Müdigkeit. In späteren Stadien ist unter anderem eine Gelbsucht (Gelbfärbung
von Haut und Augen) möglich.

Diagnose und Behandlung

Eine Zirrhose stellt, wie beschrieben, meist das Endstadium
einer längeren Krankheitshistorie dar. Deshalb handelt es sich bei der Diagnose
selten um einen Zufallsfund. Die Leberzirrhose beispielsweise lässt sich
relativ gut bei einer Ultraschalluntersuchung erkennen. Dabei zeigt sich unter
anderem ein typisches, echoarmes Gewebe. Eindeutig kann die Diagnose allerdings
erst mit Hilfe einer Gewerbeuntersuchung (Biopsie) gestellt werden.

Eine kurative, also heilende, Behandlung im eigentlichen
Sinne ist nicht möglich. Prävention, also vorbeugende Maßnahmen wie
Infektionsschutz (als Schutz vor einer Ansteckung mit Hepatitis) bzw.
Verringerung des Alkoholkonsums im Rahmen einer Therapie (bei Alkoholkrankheit)
sind wichtig. Auch während einer bestehenden Erkrankung kann noch interveniert
werden, bevor es zur Bildung der Zirrhose kommt. Ist dieser Gewebezustand
bereits eingetreten, so gibt es zumindest Methoden, die das Leid für die
Betroffenen lindern sowie deren Lebenserwartung steigern können. Dabei geht es
oft auch um die Behandlung der Folge- und Begleiterkrankungen, wie Wassersucht
oder Entzündungen im Bauchraum.

Eine frühzeitige Diagnose ist also gleich doppelt wichtig.
Je früher die Zirrhose erkannt wird, umso besser die Aussichten auf Linderung.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache bzw. Art der Zirrhose. Neben
möglichen Medikamenten gehört in jedem Fall eine Anpassung der Lebensgewohnheiten
mit ballaststoffreicher Ernährung und ausreichend Bewegung dazu.

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