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2020-11-27T14:29:57+01:00

Vor der Operation bei Harnröhrenverengung – Der richtige Arzt und Vorbereitungen

Wahl des richtigen Operateurs / Chirurgen: Die Sachse-Urethrotomie ist
prinzipiell eine unschwierige Operation, die Teil der Facharztausbildung zum
Urologen ist. Sie wird in der Regel von jedem operativ tätigen Urologen
beherrscht. Eine Abhängigkeit des Therapieerfolgs vom individuellen Operateur
ist – im Gegensatz zu anderen Eingriffen – in der wissenschaftlichen Literatur
nicht beschrieben. Allerdings ist eine Unsicherheit vieler Urologen bei der
Frage bekannt, wann die Sachse-Urethrotomie sinnvollerweise angewendet werden
kann, und wann wegen fehlender Erfolgsaussichten der Wechsel zu einem
offen-rekonstruktiven Operationsverfahren erfolgen muss. Deshalb ist es auch
für diesen Routineeingriff sinnvoll, wenn der Operateur mit der speziellen Problematik
der Harnröhrenstrikturen und zumindest in der Theorie mit den
offen-rekonstruktiven Verfahren vertraut ist. Nur eine geringe Anzahl von
Operateuren beherrscht offene Harnröhrenrekonstruktionen.

Tipp: Fragen Sie Ihren Operateur, was er mit Patienten macht, bei
denen die Sachse-Schlitzung fehlschlägt (ein hoher Prozentsatz!). Wenn die
Antwort die erneute Sachse-Schlitzung ist, sollten Sie erwägen, einen
alternativen Operateur aufzusuchen.

Die Strikturresektion mit End-zu-End-Anastomose ist prinzipiell eine
unschwierige Operation, die in jedem Zentrum für Harnröhrenchirurgie zum
Standardrepertoire gehört. Aber dennoch sollte sie nach Möglichkeit in
entsprechenden Zentren durchgeführt werden – hier ist eine Anzahl von ca. 50
Harnröhreneingriffen pro Jahr wünschenswert.

Die dorsale Onlay-Plastik ist eine technisch anspruchsvolle Operation, die in
der Regel nur in Zentren für Harnröhrenchirurgie angeboten wird, dort aber zum
Standardrepertoire gehört. Sie sollte dementsprechend nur in solchen Zentren
durchgeführt werden, da ansonsten eine für eine entsprechende Expertise nötige,
individuelle Operationsanzahl durch den Operateur nicht erreicht wird. Es
gibt aber keine formelle
Zusatzqualifikation, an der die Erfahrung eines Operateurs gemessen werden kann.
Wünschenswert ist eine Anzahl von ca. 50 Harnröhreneingriffen pro Zentrum, pro
Jahr. Eine Abhängigkeit des Therapieerfolgs vom individuellen Operateur ist
allerdings – im Gegensatz zu anderen Eingriffen – in der wissenschaftlichen
Literatur nicht untersucht.

Tests und Voruntersuchungen: Vor dem Eingriff sollten immer eine Harnstrahlmessung
und eine Cysturethrographie (CUG) vorliegen. Als Blutuntersuchung sind nur die
Werte, die für die Narkose notwendig sind, zu fordern sowie Untersuchungen zur
Blutgerinnung (Quick-Wert, PTT, Thrombozyten). Eine Urinuntersuchung muss
zeigen, dass zum Zeitpunkt der Operation keine Harnwegsinfektion vorliegt. Eine
Eigenblutspende ist nicht notwendig.

Einnahme von Medikamenten: Üblicherweise werden fast alle Medikamente, die der Patient einnimmt,
auch weiterhin eingenommen. Ausnahmen bilden blutverdünnende Medikamente und
einige Diabetesmedikamente. Die meisten müssen nach Rücksprache mit dem
verordnenden Arzt (!) abgesetzt und durch andere ersetzt werden.

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