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2020-11-30T04:52:18+01:00

Der Begriff Zyste, manchmal auch Cyste, stammt von dem
griechischen Wort für „Blase“ ab. Gemeint ist damit ein gefüllter Hohlraum, der
sich im Körpergewebe neu bildet. Voraussetzung für die Diagnose ist, dass
dieser Hohlraum mit deckenden Zellen (epitheliales Häutchen) ausgekleidet ist.
Ohne entsprechende Auskleidung spricht man von einer Pseudozyste.

Ursachen und Diagnose: Wie entstehen Zysten?

Zysten kommen in verschiedensten Formen und Größen vor.
Größere Zysten können in kleinere Abschnitte bzw. Kammern unterteilt sein. Der
Hohlraum kann mit unterschiedlichsten Gewebeflüssigkeiten oder beispielsweise
Luft gefüllt, aber auch von Parasiten und anderen Krankheitserregern befallen
sein. Zysten sind nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig – in diesem Fall,
oder beispielsweise bei Vorkommen von Eiter, kann aber eine vollständige
Entfernung oder zumindest eine der Krankheitserreger nötig sein. Darüber hinaus
können Zysten gefährlich werden, wenn sie anderes Gewebe verdrängen
(Raumforderung). In hochsensiblen Regionen wie zum Beispiel der Wirbelsäule
kann eine Entfernung sehr schnell nötig werden.

Grundsätzlich stellen Zysten eine Fehlbildung von Gewebe
dar, die durch verschiedenste Anlässe und an nahezu allen Organen und
Gewebearten hervorgerufen werden kann. Sogenannte erworbene Zysten entstehen
beispielsweise durch Verletzungen, Infektionen oder auch durch hormonelle
Umstellungen. Auch chronische Erkrankungen sowie der Befall mit Parasiten
können die Zystenbildung vorantreiben. Daneben gibt es genetisch bedingte
Zysten, die durch eine fehlerhafte Ausdifferenzierung der Zellen entstehen.
Hierbei sind die betroffenen Organe oft von mehreren solcher Hohlräume
durchsetzt.

Entdeckt werden Zysten oft nur als Zufallsfund,
beispielsweise im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung oder Spiegelung
(Endoskopie). Liegt die Zyste nah an der Hautoberfläche, dann wird sie vom Betroffenen
meist schneller entdeckt. Nach der Diagnose kann eine Differenzialdiagnose
notwendig werden, um die Zyste von einer bösartigen Veränderung des Gewebes
(Tumor) abzugrenzen. Blut- und Gewebeproben können Aufschluss geben über
mögliche Infektionen und Krankheitsbefall.

Entfernung der Zyste: Die Zystektomie

Sofern notwendig, wird die Zyste chirurgisch entfernt.
Dieser Eingriff ist als Zystektomie bekannt, wobei er nicht mit der
gleichnamigen Entfernung der Harnblase zu verwechseln ist. Oft kann eine Zystektomie
ambulant und unter lokaler Betäubung erfolgen. Gegen Krankheitserreger stehen
medikamentöse Therapien zur Verfügung.

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